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Indonesien: Wrack noch nicht entdeckt

Indonesien: Wrack noch nicht entdeckt
Dichter Dschungel und schlechtes Wetter haben die Suche nach einem offenbar über der indonesischen Insel Sulawesi abgestürzten Passagierflugzeug mit 102 Menschen an Bord behindert.

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Der örtliche Militärchef Generalmajor Arif Budi Sampurno wies am Dienstag im Fernsehsender MetroTV frühere Angaben zurück, wonach Rettungskräfte in dem bergigen und dicht bewaldeten Unglücksgebiet das Wrack bereits gefunden hätten. Auch Berichte über zwölf angebliche Überlebende dementierte der Offizier. Der Kontakt zu der Boeing 737-400 der indonesischen Fluggesellschaft Adam Air war am Montag eine Stunde nach ihrem Start von der Insel Java abgebrochen.

Nach Angaben von Rettungshelfern stürzte das Flugzeug in der Nähe des Dorfes Ramgoam ab, 200 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt von Süd-Sulawesi, Makassar, und 20 Kilometer von der Stadt Polewali im Westen der Insel entfernt. Die Helfer fanden an der Stelle, wo sie das Wrack vermuteten, jedoch keine Überreste. „Der lokale Armeekommandeur, der Polizeichef und der Gouverneur sind zu dem Ort gegangen und haben nichts gefunden. Die früheren Berichte über den Unglücksort sind falsch“, betonte Generalmajor Sampurno.

Auch einen Bericht, zwölf der Insassen des Flugzeugs hätten das Unglück womöglich überlebt, wies Sampurno zurück. Der mit dieser Aussage zitierte Dorfvorsteher habe dementiert, dies jemals gesagt zu haben, sagte der Armeegeneral.

Widrige geografische Bedingungen und schlechtes Wetter in der vermuteten Unglückszone erschwerten den Zugang erheblich. „Wir können nur zweirädrige Fahrzeuge benutzen; wegen des gefährlichen Terrains ist es unmöglich, mit normalen Autos oder Geländewagen zu fahren“, sagte der Polizeichef von Polewali, Andry. Auch der Einsatz von Hubschraubern brachte nach Angaben des obersten Rettungshelfers, Muslimin, keinen Erfolg: „Wir konnten über dem dichten Wald nichts sehen“, sagte er. Wegen heftigen Regens sei der Kontakt zu mehreren Helfern abgerissen.

Der Kontakt zu dem Flugzeug war etwa eine Stunde nach dessen Start in Surabaya auf Java am Montag um kurz vor 13.00 Uhr Ortszeit abgebrochen. Zuvor hatten die Piloten einen Notruf abgesetzt. Er ging im Kontrollzentrum ein, als die Maschine über der Provinz Süd-Sulawesi noch rund 750 Kilometer von ihrem Zielort Manado entfernt war.

An Bord des Flugzeugs befanden sich 96 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Elf Kinder waren unter den Insassen, darunter vier Babys. Laut einem Sprecher von Adam Air waren drei Ausländer an Bord. Es handle sich um einen US-Bürger und seine beiden Töchter.

Über die vermutliche Absturzursache herrschte am Dienstag weiter Rätselraten. Nach Angaben von Verantwortlichen am Flughafen von Surabaya gab es zur Startzeit keine technischen Probleme an der Maschine. Laut Adam Air wurde sie zuletzt am 25. Dezember inspiziert. Ein Verantwortlicher für Lufttransporte, Mohammed Iksan Tatang, machte schlechtes Wetter für das Unglück verantwortlich. „Wir wissen es nicht mit Sicherheit, aber das Wetter in dieser Region war wirklich schlecht.“ Dies sei vor dem Start allerdings bekannt gewesen, fügte Tatang hinzu.

In der Gegend nordöstlich von Java hatte es seit dem Wochenende heftige Stürme gegeben. Auch der Untergang einer Fähre mit 600 Passagieren vor Java Freitagabend wurde auf das Unwetter zurückgeführt.

Adam Air ist eine der führenden Billigfluglinien Indonesiens. Erst im November hatte das Unternehmen erklärt, seine Kapazitäten im neuen Jahr deutlich ausbauen zu wollen Flugzeugunglücke sind in dem sich über 5.000 Kilometer erstreckenden Archipel Indonesiens relativ häufig. Sowohl die öffentlichen als auch die privaten Fluggesellschaften stehen immer wieder wegen mangelnder Sicherheit in die Kritik. Zuletzt waren beim Absturz einer Maschine der Airline Mandala im Herbst 2005 in Nord-Sumatra fast 140 Menschen ums Leben gekommen. Viele westliche Nicht-Regierungsorganisationen verbieten ihren ausländischen Mitarbeitern die Nutzung bestimmter Risiko-Unternehmen wie Mandala.



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