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IOC-Präsident setzt auf die Winterspiele in Südkorea

Thomas Bach kämpft mit Problemen an mehreren Fronten Thomas Bach kämpft mit Problemen an mehreren Fronten - © APA (AFP)
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) geht davon aus, dass die Winterspiele im kommenden Februar wie geplant in Pyeongchang/Südkorea stattfinden. Das erklärte IOC-Präsident Thomas Bach am Montag im Rahmen der Vollversammlung in Lima. Die Situation auf der koreanischen Halbinsel, Korruptionsermittlungen und Nachwirkungen eines Dopingskandals überschatten das Treffen in Peru.

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Im Mittelpunkt der Vollversammlung am Mittwoch sollte eigentlich die historische Doppelvergabe der Sommerspiele 2024 an Paris und 2028 an Los Angeles stehen. Doch der Skandal um mögliche Stimmenkäufe vor der Vergabe der Olympischen Spiele an Rio de Janeiro, Folgen des russischen Dopingskandals rund um die Heimspiele 2014 in Sotschi und die Krise um Nordkorea setzen das IOC massiv unter Druck.

Betreffend der Spiele von 9. bis 25. Februar 2018 in Pyeongchang, nicht einmal 100 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernt, gebe es keinen Plan B. Er stehe mit Regierungen und Nationalen Olympischen Komitees in Kontakt, erklärte Bach. Alleingänge Nationaler Olympischer Komitees, aus Sicherheitsgründen nicht teilzunehmen, erwartet er nicht. “Ich sehe das derzeit nicht”, sagte der IOC-Präsident am Montag nach einem Treffen der IOC-Führung.

Der Deutsche hofft, dass die Generalversammlung der Vereinten November eine Resolution für einen olympischen Frieden im November verabschiedet. Das weitgehend isolierte Nordkorea hatte mit Raketen- und Atomtests die Spannungen auf der Halbinsel immer wieder verschärft. Der UNO-Sicherheitsrat verabschiedete am Montag in New York einstimmig neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea.

Bach wollte in Lima eigentlich über die Zukunft sprechen, doch fast 45 Minuten lang musste der IOC-Präsident Fragen zu einem neuen Skandal der Vergangenheit beantworten. Hinweisen der französischen und brasilianischen Justiz zufolge könnten die Spiele 2016 in Rio de Janeiro gekauft gewesen seien. Bach kündigte Konsequenzen an, sollte sich ein Stimmenkauf vor der Vergabe bestätigen. “Wenn Beweise vorgelegt werden, werden wir handeln”, sagte der Deutsche und betonte: “Keine Organisation in der Welt ist immun.”

Anwälte des IOC hätten Kontakt zu brasilianischen Ermittlern aufgenommen, um mehr Informationen zu erhalten. Im Fokus steht IOC-Ehrenmitglied Carlos Nuzman, der Chef des Organisations-Komitees von Rio 2016 war und auch das Nationale Olympische Komitee Brasiliens leitet. Er soll möglicherweise Stimmen aus Afrika bei der Vergabe zugunsten Rios mit Millionen geködert haben. Nuzman weist die Vorwürfe zurück. Sein Pass wurde eingezogen, sein Anwesen in der vergangenen Woche in Rio de Janeiro durchsucht und seine Konten eingefroren.

Noch vor Beginn der Wintersportsaison hofft Bach zudem auf neue Erkenntnisse zum Ausmaß des russischen Dopingskandals. Auf der IOC-Vollversammlung sind nur Zwischenberichte der beiden hauseigenen Kommissionen zu erwarten.

Bach hatte wiederholt angekündigt, das IOC werde gegen russische Dopingsünder mit Strafen durchgreifen. Sollte sich die Beweislage für Staatsdoping bei den Winterspielen im russischen Sotschi 2014 weiter erhärten, muss das IOC entscheiden, ob Russland bei den Spielen im Februar 2018 in Pyeongchang überhaupt antreten kann.

Das IOC hat angesichts der beiden Untersuchungen des kanadischen Rechtsprofessors Richard McLaren über systematisches und staatlich gebilligtes Doping Russlands eigene Kommissionen mit Untersuchungen beauftragt. Russland soll in Sotschi nach Erkenntnissen McLarens im großen Stil staatlich organisiertes Doping betrieben haben.

Die Schmidt-Kommission des IOC versucht zu klären, welche Athleten, Funktionäre und Trainer im Staatsdoping verwickelt waren. Die Oswald-Kommission des IOC untersucht, auf welche Weise gedopt wurde und mit welchen Methoden Dopingproben in Sotschi manipuliert wurden. Die Proben aller russischen Athleten werden überprüft.

(APA/dpa)



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