5. Juni 2012 15:00; Akt.: 5.06.2012 15:00

Ist der ORF-Standort St. Marx gestorben?

Wird die ORF-Zentrale saniert oder in St. Marx ganz neu gebaut? Wird die ORF-Zentrale saniert oder in St. Marx ganz neu gebaut? - © APA
Nachdem sich ORF-Chef Alexander Wrabetz einen Neubau des ORF im 3. Bezirk schöngerechnet hatte, kommt jetzt deutlicher Gegenwind zu diesem Projekt.

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Die Stimmung ist im Moment recht gespalten im ORF. Die einen wollen den Neubau im Media Quarter St. Marx. Die anderen wollen den Küniglberg renovieren und am traditionellen Standorf bleiben. Der Chef will jedenfalls sicher umziehen, doch darunter regt sich deutlicher Widerstand. Am Montag löste sich dann die Arbeitsgruppe, die mit der Standortfrage betraut war, auf.

“Es ist mit Sicherheit kein Ruhmesblatt für den Generaldirektor”, sagte Franz Medwenitsch, Leiter des ÖVP-Freundeskreises im ORF. Er hält die Renovierung des bröckelnden Küniglberges für “konsequent und eine richtige Weichenstellung”. In einem nächsten Schritt sei nun “ein Plan für eine möglichst rasche und kostengünstige Sanierung auszuarbeiten”.

Etwas härter formulierte FPK-Stiftungsrat Siggi Neuschitzer, der von einer “Chaostruppe am Küniglberg” sprach. Eine solche sei ihm bei seinen Geschäftspartnern “noch nie untergekommen. Da schmeißt die Arbeitsgruppe alles hin, weil sie sich nicht ernst genommen fühlt, und Wrabetz präsentiert mal dieses mal jenes, das kann es doch nicht sein. In diesem Chaos, wo sich niemand mehr auskennt, wegzusiedeln sei wahnwitzig. “Ich werde in jedem Fall für eine ordentliche Sanierung des Küniglbergs stimmen.”

Alexander Scheer (BZÖ) und der Unabhängige Franz Küberl betonten, dass es mit dem Ende der Standort-Arbeitsgruppe für den einzelnen Stiftungsrat schwerer werde, eine Entscheidung in der Standortfrage zu treffen. “Es macht es dem Stiftungsrat nicht leichter, wenn die Vorbegutachtung ausfällt”, so Küberl. Egal welche Entscheidung getroffen wird, sie müsse mit einer breiten Mehrheit fallen, sagte der unabhängige Stiftungsrat. “Um- oder Neubau – das kann man nicht mit 18 zu 17 Stimmen beschließen. Das, was getan werden muss, muss möglichst vielen einleuchten!”

ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser, der als Stiftungsrat auch Mitglied der Standort-Arbeitsgruppe war, wollte sich auf APA-Anfrage nicht zu den Vorgängen äußern. Zur Kritik von ORF-Generaldirektor Wrabetz, der beklagte, es habe bei Arbeitsgruppen-Mitgliedern vorgefestigte Meinungen gegeben, die auch durch Argumente nicht abzuändern gewesen wären und hier auch die Belegschaftsvertreter ansprach, meinte Moser nur: “Das ist die Perspektive der Geschäftsführung zu dieser Sitzung, wir haben andere Perspektiven. Ich verstehe nicht, warum es hier zu Kommentaren des Generaldirektors gegenüber der Arbeitsgruppe kommt.” (APA/Red)



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