Das geringe Tempo bei der Stabilisierung des Bankensektors sowie bei nötigen Reformen habe eine gefährliche Kapitalflucht aus Europas Krisenstaaten begünstigt, erklärte Vinals bei der Vorstellung des Berichts.
Obwohl die europäischen Gesetzgeber bereits wichtige Fortschritte gemacht hätten, “ist die Agenda entscheidend unvollständig”, heißt es in dem sogenannten Globalen Finanzstabilitätsreports der Institution. Das verängstige Investoren und befördere die Angst vor dem Zerfall der Währungsunion und einen Rückgang der Wirtschaftsleistung.
Allein aus Spanien hätten Anleger bis zum vergangenen Juni binnen eines Jahres fast 300 Mrd. Euro abgezogen und aus Italien mehr als 230 Mrd. Euro. Das Geld fließe in stabilere europäische Länder in vermeintlich sichere Häfen wie den USA und Japan. Konsequenz sei eine finanzielle und ökonomische Spaltung zwischen den armen und reichen Ländern der Eurozone, die extrem ungewöhnlich für eine Währungsunion sei, sagte Vinals.
Der IWF rief die Europäer eindringlich auf, die Lösung der Krise noch entschiedener voranzutreiben. Der Finanzsektor müsse weiter saniert werden, neue Sicherungsinstrumente wie der Euro-Krisenfonds ESM auch wirklich genutzt und die europäische Bankenunion mit einer gemeinsamen Einlagensicherung möglichst bald geschaffen werden.