23. Mai 2012 15:00; Akt.: 23.05.2012 15:00

Janosch – Komm, wir finden einen Schatz – Kritik zum Film

Janosch – Komm, wir finden einen Schatz – Kritik zum Film
Er hat Klassiker der Kinderbuchliteratur geschaffen, seine erfundenen Charaktere wurden zu Kultfiguren: Mit “Tiger, Ente, Bär & mehr” widmet das Karikaturmuseum Krems Janosch eine Ausstellung. Der international erfolgreiche deutsche Illustrator und Schriftsteller wird mit rund 250 Exponaten erstmals in Österreich in seiner Gesamtheit als Künstler präsentiert, kündigt das Haus an. Die Schau wird am Samstag in seiner Anwesenheit eröffnet und ist bis 15. November zu sehen.

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“Ich ging in den Münchner Zoo, Elefanten zu zeichnen. Nun stand dort neben den Elefanten eine Tigerente und befand sich beim Zeichnen des danebenstehenden Elefanten automatisch auf meinem Blatt.” Janoschs geheimnisvolle Erläuterung über die Entstehung der Tigerente ist exemplarisch für sein Verständnis von Fantasie. Seine Geschichten behandeln generationsübergreifende Themen wie Freundschaft, Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft, Treue, Abenteuer und Freiheit. Der vielfach ausgezeichnete Künstler verfasste auch zahlreiche Romane und Theaterstücke und setzt sich in seinen Grafiken und Karikaturen kritisch mit religiösen Themen, der eigenen Kindheit, der Beziehung von Mann und Frau sowie der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinander.

“Janosch – Tiger, Ente, Bär & mehr” im Karikaturmuseum Krems

Geboren wurde Janosch als Horst Eckert 1931 in Hindenburg im damaligen Oberschlesien, dem heutigen polnischen Zabrce, wo er bereits mit 13 Jahren eine Lehre als Schmied antrat. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges flüchteten Janoschs Eltern mit ihm nach Westdeutschland, wo er in der Nähe von Oldenburg in Textilfabriken arbeitete und dort an einem Lehrgang für Musterzeichnen bei dem Klee-Schüler Gerhard Kadow teilnahm. Nach einem Aufenthalt in Paris zog er 1953 nach München und studierte an der Akademie der Bildenden Künste unter anderem bei Ernst Geitlinger. Das Studium währte nur kurz, nach einigen Probesemestern musste er sein Kunststudium wegen “mangelnder Begabung” abbrechen.

1956 begann Janosch seine schriftstellerische Tätigkeit im Feuilleton und arbeitete in den darauffolgenden Jahren als freischaffender Künstler. Auf Anraten seines Verlegers Georg Lentz wählte er den Künstlernamen “Janosch” und begann Kinderbücher zu schreiben und zu zeichnen. Sein Schaffen ist stark von seinen teils traumatischen Erlebnissen in seiner Kindheit und Jugend geprägt, die er in seinen Werken immer wieder verarbeitet. 1970 erschien Janoschs erster Roman “Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm”, für den er drei Literaturpreise erhielt und der in Polen schließlich verfilmt wurde.

Die von Direktor Gottfried Gusenbauer und seiner Vorgängerin Jutta M. Pichler kuratierte Ausstellung schickt Kinder wie Erwachsene auf Entdeckungsreise durch die Welt des Künstlers, bereitet ein Wiedersehen mit seinen bekanntesten Werken und zeigt Janosch darüber hinaus als geistreichen und kritischen Weltenbürger. Rund 150 Werke zu den beliebten Kinderbuchhelden – Tigerente, Bär, Günter Kastenfrosch, Emil Grünbär und vielen anderen – werden von weiteren 100 Exponaten – frühe Zeichnungen, Karikaturen und mehrere Grafikzyklen zu teils literarischen Vorlagen – komplettiert. Die Leihgaben stammen von der Popular Art GmbH sowie vom Merlin Verlag, Gifkendorf.

(APA)



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