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Kobersdorfer Synagoge von Verfall bedroht

Eine Renovierung ist dringend notwendig Eine Renovierung ist dringend notwendig - © APA
Anlässlich der heutigen Eröffnung des Mahnmals für die vertriebenen Juden in Kobersdorf hat die Initiative “Rettet die Synagoge Kobersdorf” vor dem Verfall des alten jüdischen Gotteshauses des burgenländischen Ortes gewarnt. Der Kobersdorfer Altbürgermeister Erwin Hausensteiner ist besorgt, dass das eigentlich unter Denkmalschutz stehende Gebäude in seiner Substanz gefährdet sei.

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Der letzte Renovierungsschritt sei 2006 erfolgt, damals wurde ein Außenfenster saniert. Die übrigen Außenfenster sind notdürftig mit Brettern abgedeckt, die Fassade bereits stark beschädigt. In wenigen Jahren sei das Gebäude in seiner Substanz gefährdet, warnt Hausensteiner, der sich seit Jahren intensiv mit der jüdischen Geschichte seines Heimatorts beschäftigt und treibende Kraft hinter der Errichtung des Mahnmals war. Bei der Sonntagnachmittag erfolgten feierlichen Einweihung verwies der burgenländische Landesrat Norbert Darabos (SPÖ) auf die lange Verdrängung der NS-Zeit in Österreich, die erst mit dem Bekenntnis von Ex-Kanzler Franz Vranitzky zur Mitverantwortung Österreichs beendet worden sei.

Rechtlicher Eigentümer der Kobersdorfer Synagoge ist der “Verein zur Erhaltung und kulturellen Nutzung der Synagoge”. Die nunmehr gebildete Initiative, ein Freundeskreis, wirft dem Verein aber vor, seit 2006 nichts mehr zur Erhaltung des Gebäudes unternommen zu haben. Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG), die dem Verein die Synagoge 1994 übertragen hatte, hat bereits vor Gericht erfolglos um die Rückstellung gekämpft. Rund um die Sanierung und die Einrichtung eines kulturellen Zentrums, beides laut IKG Auflagen für den Verkauf, kam es zum Rechtsstreit. Nachdem in erster Instanz die Kultusgemeinde recht bekommen hatte, entschied das Gericht in zweiter Instanz für den Verein. Das ist rechtskräftig.

Der Freundeskreis, in dem auch jüdische Shoah-Überlebende sind, will nun mit dem Verein, dem Eigentümer der Synagoge, das Gespräch suchen. Die bisherigen Bemühungen, eine Renovierung und damit den Erhalt des Gebäudes zu erreichen, haben allerdings nichts gefruchtet.

In Kobersdorf lebten über vierhundert Jahre lang Juden, sie bildeten eine der “Siebengemeinden” des Burgenlands. Die Nationalsozialisten vertrieben sie in den ersten Wochen nach dem “Anschluss” im März 1938. Die 1860 errichtete Synagoge wurde von SA-Männern geplündert und geschändet, sie wurde aber nicht – wie andere Synagogen im Burgenland – gesprengt. Heute ist das Gebäude in der Schlossgasse, direkt neben dem Schloss Kobersdorf, hinter einem Drahtzaun versperrt. Der Verein organisiert einmal jährlich dort eine Kulturveranstaltung.

(APA)



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