1. Mai 2012 12:18; Akt.: 1.05.2012 15:24

Köstendorf: Verdacht auf Kindesmisshandlung

Das Baby erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und hatte zwei gebrochene Beine. Das Baby erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und hatte zwei gebrochene Beine. - © Bilderbox
Ein Arzt aus dem Salzburger Landeskrankenhaus zeigte Dienstagmorgen die Eltern eines neun Monate alten Babys wegen Verdacht auf Kindesmisshandlung an.

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In Salzburg ist am Dienstag ein Fall einer möglichen Kindesmisshandlung bekanntgeworden. Ein neun Monate altes Mädchen aus dem Flachgau ist am Montag von den Eltern schwer verletzt ins Landeskrankenhaus gebracht worden. Es hatte beide Beine gebrochen und Verletzungen im Gesicht, “die laut dem behandelnden Arzt eindeutig von Schlägen mit der Hand stammen”, sagte Polizei-Sprecher Roland Loipold zur APA.

“Baby hat sich in Gehschule selbst verletzt”

Das Baby wurde stationär in der Kinderchirurgie aufgenommen. Die Eltern gaben an, dass sich das Mädchen selbst in der Gehschule verletzt habe, so Loipold. Heute, Dienstag, erschien dann die 25-jährige Mutter neuerlich im Spital und wollte ihre Tochter mit nach Hause nehmen. Nachdem ihr dies aufgrund der schweren Verletzungen des Babys untersagt worden war, wollte sie sogar einen Revers unterschreiben, doch das Krankenhaus übergab das Kind der Mutter nicht. Am Vormittag erstattete die Klinik dann Anzeige wegen des Verdachts der Misshandlung.

Weitere Schritte am Mittwoch

Die Eltern, die in der Nähe des Wallersees leben, wurden bisher von der Polizei noch nicht einvernommen. “Wir haben noch keinen Auftrag von der Staatsanwaltschaft erhalten”, sagte Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt. Den Grund dafür nannte Barbara Feichtinger, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg: Sie möchte zuerst die Beratung der Kinderschutzgruppe abwarten. “Die tritt normalerweise bei Vorliegen eines Missbrauchsverdachtes ad hoc zusammen, wegen des Feiertages kann sie sich aber erst morgen Nachmittag mit dem Fall befassen”, so Mick Weinberger, die Sprecherin der Landeskliniken.

In dieser Gruppe sind das Jugendamt, Ärzte, Kinderpsychologen und die Gerichtsmedizin vertreten. Diese bewerten die Lage und überlegen, welche Maßnahmen zum Schutz des Kindes getroffen werden sollen, sagte Weinberger.

Kein Kommentar zu möglicher Kindesmisshandlung

Bis zum Zusammentreffen der Gruppe geben sich auch die Landeskliniken zum Fall völlig zugeknöpft. “Der interimistische Leiter der Kinderchirurgie Jan Bauer möchte sich bis dahin nicht zu dieser Causa äußern”, sagte die Kliniken-Sprecherin. “Es ist ja möglich, dass es sich tatsächlich um einen Unfall gehandelt hat, wie das die Eltern angegeben haben.”

Die Mutter des Babys ist laut Loipold 26 Jahre, der Mann 42. Ob er der Vater des Mädchens ist, konnte der Polizei-Sprecher nicht mit Sicherheit sagen, “wir gehen aber davon aus”. Die beiden befinden sich nach Angaben Voggenbergs auf freiem Fuß.



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