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Koller startete mit ÖFB-Team in heiße Vorbereitungsphase

Der Schweizer feilt an der Taktik Der Schweizer feilt an der Taktik
Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hat am Montag den zweiten und letzten Teil der Vorbereitung auf das EM-Qualifikationsmatch am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) gegen Russland in Angriff genommen. ÖFB-Teamchef Marcel Koller steht nach dem Eintreffen von Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, György Garics und Marcel Sabitzer nun der komplette 23-Mann-Kader zur Verfügung.

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Trainiert wird ab sofort bis zum Abflug nach Moskau am Freitag in Austrias Generali Arena. Öffentlich zugänglich war lediglich die erste Einheit am Montagvormittag, danach lässt Koller mit Ausnahme der Aufwärmphasen nur noch hinter verschlossenen Toren üben.

“Dadurch können wir ins Detail gehen, um die Spieler so zu fokussieren, dass sie unsere Idee eins zu eins umsetzen können”, erklärte der Schweizer. Wie die Spielidee genau aussieht, wollte Koller naturgemäß nicht verraten. “Ich habe schon etwas im Köcher”, sagte der 54-Jährige. “Aber ich weiß nicht, ob die Russen davon überrascht sein werden.”

Von Verletzungssorgen ist das ÖFB-Aufgebot in den vergangenen Tagen verschont geblieben. Hinteregger dürfte trotz leichter Probleme mit der Wadenmuskulatur ebenso einsatzbereit sein wie Stefan Ilsanker, dessen Muskelverhärtung weitgehend abgeklungen ist.

Der Salzburg-Profi gilt als einer der Anwärter auf den Platz des fehlenden David Alaba im zentralen Mittelfeld. In punkto Aufstellung ließ sich Koller aber naturgemäß nicht in die Karten blicken, auch wenn er seine Anfangsformation schon in ihren Grundzügen im Kopf hat. “Doch meine Erfahrung sagt, dass man sich nicht frühzeitig festlegen soll, weil immer noch etwas passieren kann.”

Bei Russland rechnet Koller mit einem ähnlichen Team wie beim 0:1 gegen Österreich im vergangenen November, obwohl Teamchef Fabio Capello beim 4:2-Testspiel-Sieg am Sonntag gegen Weißrussland einiges ausprobierte. “Aber ich denke nicht, dass es im Vergleich zum Wien-Spiel große Änderungen geben wird. Das Gerippe wird schon stehen und am System wird sich nicht viel ändern.”

Vor der “Sbornaja” zeigte Koller Respekt. “Die Russen haben gegen Montenegro die Punkte geschenkt bekommen (Strafverifizierung wegen Ausschreitungen) und werden jetzt Lunte gerochen haben.” Die jüngsten Probleme aufgrund von schlechten Leistungen, Abwahl von Verbandspräsident Nikolaj Tolstych wegen hoher Schulden, Korruptions-Diskussionen rund um die Vergabe der WM 2018 und des Stripclub-Besuchs von Alan Dsagojew sollten sich laut Koller nicht auf die Partie auswirken. “Ich denke nicht, dass die negative Stimmung großen Einfluss haben wird. Die russischen Spieler sind alle schon lange dabei.”

Im Gegensatz zu den Russen, in deren Kader kein einziger Legionär steht, verzichtete Koller auf einen Probegalopp. “Dadurch wäre die Vorbereitung anders, wir bräuchten auch eine Regenerationsphase. Aber beim Nationalteam haben wir eh wenig Zeit. Da ist es wichtiger, dass wir eine gute Vorbereitung im taktischen Bereich machen”, lautete die Begründung des Nationaltrainers.

Taktische Revolutionen seien vom ÖFB-Team in Moskau nicht zu erwarten. “Es wird nichts Neues geben, was die Spieler nicht schon kennen”, sagte Koller. Es gehe in den kommenden Tagen vor allem darum, Altbekanntes wieder in die Köpfe der Kicker zu bekommen.

In diesem Zusammenhang sei die Zusammenkunft in der Vorwoche in Stegersbach von besonderer Bedeutung gewesen. “Das war wichtig, weil der eine oder andere schon eine Woche Urlaub hatte und man in den ersten zwei, drei Einheiten gesehen hat, dass es ein bisschen dauert, bis man im Rhythmus drin ist”, betonte Koller.

Schnell in den Rhythmus hat laut dem Schweizer Team-Neuling Philipp Schobesberger gefunden. “Er ist ein mutiger, schneller Spieler und riskiert etwas. Das ist das, was wir brauchen.” Während Schobesberger seit dem ersten Tag des Lehrgangs mit von der Partie ist, stieß Dragovic erst am Montag zur ÖFB-Truppe – begleitet von Gerüchten um einen Transfer zum FC Barcelona. “Ich würde es ihm zutrauen und für uns wäre es eine hohe Auszeichnung, aber warten wir mal”, meinte Koller.

Ebenfalls noch vor einer ungeklärten Zukunft steht Marc Janko nach seiner geplatzten Vertragsverlängerung bei Sydney FC. “Aber seine Situation ist jetzt ganz anders als noch vor einem Jahr. Damals hat er nicht gespielt und durfte nicht einmal mittrainieren, jetzt ist er Spieler des Jahres und Torschützenkönig. Da wird es einfacher sein, einen Verein zu finden”, vermutete Koller.



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