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“Konzert für Menschenrechte” in Graz: Sieg des Lebens

Sensible Stabführung von Dirk Kaftan Sensible Stabführung von Dirk Kaftan - © APA (Archiv/Scheriau)
Das Grazer Philharmonische Orchester hat sich am Montag beim “Konzert für Menschenrechte” des Musikvereins in bester Form gezeigt: Unter der sensiblen Stabführung von Dirk Kaftan geriet Schostakowitschs Leningrader Symphonie gleichermaßen berührend wie grell und schmerzhaft. Zuvor bildete das Orchester einen stimmigen Hintergrund für das Trio Maisky bei Beethovens Tripelkonzert.

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Die “Konzerte für Menschenrechte” sollen als “Zeichen und Botschaft für friedlichen Zusammenhalt, gegen Hass und Unterdrückung” dienen, betonte der Generalsekretär des Musikvereins, Michael Nemeth, am Beginn des Abends. Die Reihe wurde als “tönendes Signal” ins Leben gerufen, um in Zeiten von “Hass-Postings und der geschürten Angst vor Fremden”, so Nemeth, an die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” von 1948 zu erinnern.

Den Auftakt machte Ludwig van Beethovens Tripelkonzert. Kaftan hielt sich dabei mit dem Orchester eher im Hintergrund, bildete eine gemäßigte Klangfläche, vor der sich das Trio Maisky entfalten konnte. Cello-Star Mischa Maisky ließ sein Instrument zunächst an einigen Stellen eher herb ertönen, im zweiten Satz konnte sich der Klang dann auch mit viel Süße entfalten, wobei auch Lily (Klavier) und Sascha Maisky (Violine) ihren Teil beitrugen. Das Trio ist am Mittwoch (8.3.) noch in einem eigenen Konzert im Musikverein zu hören.

Nach der Pause folgte Dmitri Schostakowitschs 7. Symphonie, die der Komponist großteils während der Besetzung Leningrads durch die Nazis schrieb. Sie schildert sehr anschaulich die Invasion (welcher Art auch immer), süße Erinnerungen an friedliche Zeiten und mündet in ein Bekenntnis zum Leben, wie es stärker und eindringlicher nicht sein könnte.

Bei diesem Werk war Kaftan ganz in seinem Element, er malte geradezu idyllische Bilder, in die dann scharf und grell die abgehackten militärischen Töne eindringen. Es klingt, als würden eiserne Marionetten dahermarschieren und alles niederwalzen, die Verzerrung und das Grausam-Groteske macht das Orchester klar akzentuiert hörbar. Im zweiten Satz die fast lasziven Erinnerungen an den Frieden, im dritten Satz ließen geradezu delikate Bratschen aufhorchen. Der vierte Satz mündete in ein furioses Feuer, das Hoffnung, Sieg und Sonnenaufgang in einem zu sein schien. Das Publikum bejubelte die starke Leistung zu recht.

(APA)



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