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Kraft, Hayböck als Skiflieger – WM-Edelmetall als Ziel

Stefan Kraft freut sich auf die langen Flüge Stefan Kraft freut sich auf die langen Flüge
Die Kulm-Schanze bei Bad Mitterndorf/Tauplitz präsentiert sich nach dem Umbau 2014 als perfekter WM-Schauplatz. Von Donnerstag bis Sonntag lebt die Springer-Elite auf dem Riesenbakken im steirischen Salzkammergut ihren Traum vom Fliegen. Der ÖSV verfügt als Gastgeber in Stefan Kraft und Michael Hayböck sowie dem Team über Medaillenaspiranten. Tourneesieger Peter Prevc ist der Gejagte.

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Kraft und Hayböck halten seit Beginn der Saison 2014/15 in der Mannschaft von Cheftrainer Heinz Kuttin die Fahnen hoch. Nach der mit einem Doppelsieg beendeten Vierschanzentournee 2015 sowie WM-Bronze (Kraft) und Silber (Team) bei den Nordischen Titelkämpfen in Falun hat das Duo nun das seltene Glück, bei einer Heim-WM antreten zu dürfen.

“Diese WM wird das Oberhighlight”, hatte der 22-jährige Kraft schon im Vorfeld erklärt. “Am Kulm eine Medaille zu holen, wäre das große Ziel.” Der Salzburger war im Vorjahr auf dem Kulm Weltcup-Zweiter, vor dem Großereignis zeigt die Formkurve nach oben. “Ich bin ein sehr guter Skiflieger, ich glaube, dass ich vorne mitmischen werde. Ich freue mich riesig drauf”, betonte Kraft voller Selbstvertrauen.

Der 24-jährige Hayböck hatte bei der Kulm-WM 1996 erstmals engen Kontakt zum Skispringen gehabt. “Als Andi Goldberger damals Weltmeister geworden ist, war ich auf den Schultern meines Vaters inmitten der Fans dabei. Seit damals ist Skifliegen und speziell der Kulm etwas ganz Besonderes für mich”, erklärte der Oberösterreicher.

Als Hobbypilot hat Hayböck im vergangenen Herbst den WM-Schauplatz gemeinsam mit Kraft mit einer Cessna von oben inspiziert und auch vom Schanzentisch den Blick über die Anlage und den angehobenen Vorbau schweifen lassen. “Die Veränderungen an Anlaufspur und Vorbau kommen uns Springern auf jeden Fall zu Gute”, sagte Hayböck, der in der Heimat an seine besten Saisonleistungen mit vier Podestplätzen anschließen will.

Die Unterstützung der Fans soll die heimischen “Adler” zusätzlich beflügeln. “Wieder vor so vielen Menschen zu fliegen, das ist für jeden Skispringer ein Traum”, weiß der Tournee-Dritte Hayböck, der mit dem Team schon Olympia- und WM-Zweiter (2014 bzw. 2015) war. Auch diesmal besteht eine gute Chance, mit der Mannschaft am Sonntag erfolgreich zu sein. Manuel Fettner und Manuel Poppinger vervollständigen das ÖSV-Quartett.

Cheftrainer Kuttin hat das Ziel klar formuliert. “Die WM ist sehr wichtig für uns. Wir wollen eine Medaille holen, egal in welchem Bewerb. Aber das wird ganz hart”, sagte der 45-jährige Kärntner.

Denn die Konkurrenz ist groß. Die Kräfteverhältnisse haben sich in den vergangenen Jahren verschoben, Olympiasieger Deutschland (mit Severin Freund und Richard Freitag) und Weltmeister Norwegen (mit Kenneth Gangnes und Weltrekordler Anders Fannemel) verfügen auch 2016 über ausgeglichene Mannschaften.

Österreich mischte aber weiterhin erfolgreich mit und tritt auf dem Kulm als Team-Titelverteidiger an, weil 2014 dieser Bewerb ausgefallen war. Davor hatte es drei ÖSV-Siege en suite (jeweils mit Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern und Martin Koch) gegeben.

Der erklärte Topfavorit für den Einzelbewerb (je zwei Durchgänge am Freitag und Samstag) ist Tourneesieger Peter Prevc. Der 23-jährige Slowene schwebt in dieser Saison in höheren Sphären. Bei seiner laufenden Erfolgsserie war er in den jüngsten 16 Wettkampfsprüngen nicht weniger als 14 Mal der Beste, dazu kommen die Ränge zwei und fünf.

“Er schaut auch für den Kulm brutal stark aus”, sagte denn auch Titelverteidiger Severin Freund. Denn Prevc liebt auch das Fliegen. Der Saison-Dominator aus Kranj hat just auf dem Kulm 2014 seinen ersten Weltcupsieg gefeiert, seither auch zwei kleine Kristallkugeln im Skifliegen erobert und im Vorjahr mit 250 m für einen Tag den Weltrekord gehalten. “Ich hoffe, die Erfolgsgeschichte geht bei der WM weiter”, sagte Prevc nach seinem siebenten Saisonsieg am Sonntag in Willingen.

Doch Freund weiß als Vorjahressieger und Skiflug-Weltmeister um seine Chance. “Unschlagbar ist er nicht. Es wird interessant”, betonte der 27-Jährige vor der am Donnerstag mit Training und Qualifikation startenden 24. Skiflug-WM. An diesem Tag ist bei optimalen Bedingungen auch schon ein neuer Schanzenrekord möglich. Freund hatte im Vorjahr im Training die Bestmarke von 237,5 m erreicht. “Saulässig, dafür macht man diesen Sport”, beschrieb der Bayer damals seine Gefühle.



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