29. August 2010 10:50; Akt.: 29.08.2010 10:50

Krankheiten googlen hat Nebenwirkungen

Besonders bei kommerziellen Seiten raten US-Forscher zur Vorsicht. Besonders bei kommerziellen Seiten raten US-Forscher zur Vorsicht. - © SXC
Bei einer Krankheit suchen viele Patienten zuerst im Internet um Rat und entscheiden auf dieser Basis, welche weiteren Schritte sie unternehmen. (2 Kommentare)

Viele der hier verfügbaren Informationen sind jedoch falsch oder unvollständig, sagen US-Forscher in der Fachzeitschrift “Journal of Bone and Joint Surgery”. Besonders bei kommerziellen Seiten raten sie zur Vorsicht.

Mit Ausdruck beim Arzt

“Immer mehr Menschen erscheinen mit Ausdrucken aus dem Internet in den Arztpraxen”, erklärt Studienautor Madhav A. Karunakar vom Carolinas Medical Center die Motive der Forschung. Wichtig sei zu wissen, dass es große Unterschiede in der Qualität der online verfügbaren Informationen gibt. “Ärzte sollten gut vorbereitet sein, um diese Informationen mit den Patienten zu diskutieren. Sonst kann es schnell zu falschen Interpretationen kommen.”

Die Forscher nahmen die häufigsten Sportverletzungen unter die Lupe und überprüften, was im Web über sie geschrieben steht. Dazu gehörten etwa Bänderrisse, Verletzungen der Rotatorenmanschette oder des Meniskus, Knie- und Schulterläsionen, der Tennisellbogen und die aseptische Knochennekrose. Ausgewertet wurden die jeweils zehn ersten Sucheinträge bei Google und Yahoo, wobei man Punkte nach Vollständigkeit, Richtigkeit und Klarheit der Darstellung vergab. Vermerkt wurde auch, wer die Information veröffentlicht hatte.

Unabhängige Seiten bieten beste Information

Die besten Inhalte gibt es bei den Non-Profit-Seiten, gefolgt von den wissenschaftlichen Quellen – wozu auch medizinische Journale gezählt wurden. Abgeschlagen davon sind die nicht auf Verkauf orientierten kommerziellen Seiten und ganz am Ende Artikel von Nachrichtenmedien sowie von Einzelpersonen. Kommerzielle Seiten mit finanziellem Interesse an der Diagnose – etwa aus der Pharmabranche – waren häufig vertreten, jedoch selten vollständig.

“Unter den ersten zehn Suchergebnissen sind im Schnitt zwei gesponserte Seiten zu finden”, so Karunakar. Bei diesen gehe es den Betreibern vor allem darum, ihre Produkte zu verkaufen, weshalb sie oft tendenziös seien und wenig über Risiken oder Nebenwirkungen der beworbenen Behandlung informieren. Die Forscher empfehlen daher, kommerzielle Seiten bis auf wenige seriöse Ausnahmen lieber zu meiden.

Selbsttherapie ist riskant

“Sich im Internet über eine Krankheit zu informieren ist nicht schlecht. Daraus Schlüsse zu ziehen und entsprechend zu handeln kann jedoch gefährlich sein”, betont Günther Wawrowsky, Sprecher der niedergelassenen Ärzte der österreichischen Ärztekammer, gegenüber pressetext. Besonders bei ungünstigem Verlauf einer Krankheit oder Unsicherheiten sollte man lieber den Arzt aufsuchen. “Medizin ist nicht nur ein Messen und Wägen und man kann nicht alles niederschreiben. Was zählt, ist besonders die Erfahrung”, so der Experte.



Artikel weiterempfehlen
  • 0

Ihre Meinung Kommentare filtern  | 
KOMMENTARE FILTERN Optionen ausblenden  X


 
Sie müssen eingeloggt sein oder sich registrieren um einen Kommentar abzuschicken.
Please enter a title and content
 

HTML-Version von diesem Artikel

Mehr auf austria.com
Twitter & Co. gefährlicher als Zigaretten und Alkohol
Auf Alkohol oder Zigaretten zu verzichten ist leichter, als dem Twittern oder E-Mails-Checken zu entsagen. mehr »
Männliche Raucher bauen laut Studie geistig schneller ab
Männliche Raucher bauen laut einer neuen Studie geistig schneller ab als ihre nichtrauchenden Geschlechtsgenossen. Die [...] mehr »
Der Welt-Krebstag 2012
Am Samstag, den 4. Februar, ist Welt-Krebstag 2012: Unter dem Motto "Together it is possible!" sollen Bevölkerung und [...] mehr »
Killer-Malaria fordert mehr Opfer als angenommen
Weltweit sind fast doppelt so viele Menschen an Malaria gestorben als in bisherigen Schätzungen angenommen wurde. mehr »
Multitasking fördert soziale Störungen
Das dauernde Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen digitalen Gerätschaften und Kommunikationsformen erhöht bei [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Der perfekte Knoten

Alejandra Alonso modelt für Calzedonia

Das perfekte Pink für Ihre Lippen

Brigitte Nielsens Opernball-Kleid besteht aus 1000 Rosen

Kim Debkowski und Rocco Stark zeigen ihre Liebe

Lena Gercke und Sami Khedira: Das ist die Basis ihrer Liebe


Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neuen Nutzer registrieren

Anmelden oder Registrieren
um Profile zu verknüpfen

{username} registrieren Sie sich jetzt neu auf VOL, um Ihr Facebook-Profil mit einem neuen Benutzer zu verknüpfen ODER klicken Sie auf Anmelden wenn Sie bereits einen VOL-Benutzer haben.


muss eine gültige E-Mail-Adresse sein


Bitte max. 32 Zeichen verwenden


Mindestens 6 Zeichen





Sie haben bereits einen VOL-Benutzer? Anmelden

Bestehendes VOL-Profil verknüpfen

melden Sie sich mit Ihrem VOL-Benutzer an ODER klicken Sie auf Neu Registrieren .


Passwort vergessen

Sie haben noch keinen VOL-Benutzer? Neuen Benutzer registrieren