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Life Ball: Dauerregen über Partyhimmel

Life Ball: Dauerregen über Partyhimmel
Götterdämmerung über dem Partyhimmel: Ausgerechnet der 18. Wiener Life Ball, der als glamouröser Auftakt zum internationalen Aidskongress gelten sollte, fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

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Der Wettergott meinte es nicht gut mit den schrillen Gästen. Gerade als Stargast Whoopi Goldberg im Zuge der Performance einer riesigen Erdkugel entstieg, öffnete der Himmel seine Schleusen. Wegen Unwetter- und Blitzgefahr musste die Eröffnung am Rathausplatz abgebrochen werden.

Die Entscheidung ging vom Veranstalter aus. “Die Blitze wären fatal bei der vielen Technik”, sagte Life Ball-Pressesprecherin Doris Pommerening. Die Sicherheit der Gäste habe oberste Priorität. Die Räumung erfolgte ohne Probleme, sagte Pommerening.

Es hätte eine prächtige Performance werden sollen. Die Eröffnung sollte in diesem Jahr ruhiger, klassischer und eleganter werden als in den Jahren zuvor, hatte Organisator Gery Keszler versprochen. Am Abend entschied man sich dann, die Eröffnung um eine Stunde auf 21.00 Uhr vorzuverlegen, um den Unwettern aus dem Weg zu gehen. “Ich halte eine kurze Rede. Wir kämpfen gegen die Wolken”, sagte Keszler am Beginn der Show. “Eine Minute ist viel zu kurz, um zu sagen, wie es mir geht. Aber eine Minute reicht, dass sich ein Mensch mit Aids anstecken kann”, so der Ball-Vater. Keszler hoffte, dass wieder viel Geld für die Aidshilfe gesammelt wird.

Mit der Life Ball-Fanfare und Auszügen aus Felix Mendelssohn Bartholdys Sommernachtstraum wurde das Event eröffnet. Danach folgte die Repräsentation der 100 Debütantenpaare, die zum “Wedding March” von Felix Mendelssohn Bartholdy über die Treppe auf den Red Carpet schritten. 50 dunkelhäutige Paare in weißen Fräcken bzw. weißen Kleidern, 50 hellhäutige Paare in schwarzen Fräcken und schwarzen Kleidern präsentierten die interessante Schwarz-Weiß-Choreographie von Thomas Schäfer-Elmayer, der bereits zum zweiten Mal den Life Ball unterstützte.

“Leben mit Aids ist nicht einfach”, meinte die lokale Präsidentin der Welt-Aids-Konferenz in Wien, Brigitte Schmied. Es bedeute Stigmatisierung und Diskriminierung. “Deshalb ist der Life Ball so wichtig”, sagte Schmied. “Danke Wien, Danke Gery”, meinte auch Julio Montaner, Präsident der International AIDS Society, der auch von Bürgermeister Michael Häupl (S) wie alle anderen Delegierten der Welt-Aids-Konferenz begrüßt wurde. Häupls Begleiter, Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, bezeichnete den Life Ball als “herausragendes internationales Ereignis”.

Gerade als Bass-Bariton Tomasz Konieczny als Weltenwanderer Wotan die schlafende Erde, Whoopi Goldberg, erweckte, öffnete der Himmel seine Pforten und strömender Regen ergoss sich über den Rathausplatz. Vor Überreichung des “Life Ball Crystal of Hope” musste die Eröffnung abgebrochen werden. Seit 2005 zeichnet die Organisation hinter dem Life Ball, Aids Life, jährlich eine Organisation für herausragende Projekte im Kampf gegen HIV/Aids aus. Der Award ehrt jeweils einen Groundworker und ist mit 100.000 Euro dotiert. Heuer wurde er erstmals von der Belinda Stronach Foundation gestiftet.

Das Thema des Balls lautete heuer “Erde”. Neben Waldelfen, Efeukobolden und Blütenprinzessinnen kamen aber auch viele gediegen in Anzug bzw. Smoking und langen Ballkleidern. Das lag auch daran, dass der Event in diesem Jahr nicht nur im Rathaus, sondern auch im Burgtheater mit dem Red Ribbon Cotillion und mit der amfAR Gala im Parlament stattfand. Für beide Locations gab es einen anderen Dresscode – nämlich Abendkleidung.

Gockel Lugner und Schwitzen im Burgtheater

Richard Lugner und sein “Katzi” fehlten am Life Ball natürlich auch nicht: Der Baumeister stapfte tapfer als Gockel verkleidet schwitzend durch die Gänge des Rathauses seiner Anastasia hinterher. Diese machte auch am Ball, was sie am besten kann: Dem Baumeister davonlaufen. Lugner blieb erneut nichts anderes übrig, als seiner inzwischen erschreckend dünnen Flamme hinterherzulaufen: “Sonst finde ich sie ja nie wieder da am Ball”, meinte er nur knapp und verschwand.

Ebenfalls im Rathaus anzutreffen war Andreas Vitasek, der sich gerade mit “Taxler” Max Schmiedl unterhielt. Die beiden zeigten sich enttäuscht darüber, dass die Eröffnung abgebrochen werden musste. Obwohl in diesem Jahr durch die Welt-Aids-Konferenz laut Gery Keszler vieles anders und neu sei, falle dies beim Durchgehen nicht auf, so Vitasek. Schmiedl dagegen meinte, dass die Öffnung des Burgtheaters “ein erster Schritt in Richtung mehr Seriosität” sei. Trotzdem bleibe es in seinen Augen ein “Faschingsfest im Juli”.

Am Roten Teppich herrschte das gewohnte bunte Treiben von Promis und Paradiesvögeln. Vorfreude versprühte Model Alisar Ailabouni am roten Teppich: “Der Life Ball ist etwas so Großes und wir dürfen da mitgehen”, sagte sie. Die Oberösterreicherin, Gewinnerin einer Castingshow, sollte später an der Seite von internationalen Kollegen Mode präsentieren, was allerdings buchstäblich ins Wasser fiel. “Sehr aufgeregt” war Rebecca Romijn. Ihr Ehemann, Schauspieler Jerry O’Connell, meinte bei seiner Ankunft: “Es ist noch viel fantastischer als ich mir das vorgestellt habe.” Er selber war im konservativen Anzug gekommen. “Gäste haben aber vorher gedroht, dass sie ihn mir herunter reißen”, zeigte er sich besorgt.

“Ich mag es lieber, wenn sich die Leute auftakeln, um gemeinsam eine Botschaft zu verbreiten, als wenn man sich nur so herrichtet”, sagte die Burlesque-Tänzerin Dita von Teese. Uwe Kröger tauchte als Bauer in Lederhosen auf. “Das ist erdig und passt zu Österreich”. Der Musicalsänger: “Egal ob wasserdicht oder nicht, ich bin eh schon so durchgeschwitzt, aber nicht aus Zucker.”

Die Vorverlegung der Eröffnung des Life Balls hat auch den Ablauf der exklusiven amfAR-Gala im Parlament gehörig ins Trudeln gebracht. Das Programm musste in einer Stunde weniger abgespult werden – für die Nachspeise war nicht mehr genügend Zeit. Bei der Versteigerung von exklusiven Objekten zugunsten des Aids-Hilfe-Projekts “Treat Asia” konnte sich der ehemalige US-Präsident Bill Clinton – begleitet von einem wahren Heer von Sicherheitsleuten – einen Life Ball-Teppich um schlappe 25.000 Euro unter den Nagel reißen.

Organisator Gery Keszler war von der Gala dennoch gerührt. “Das ist der schönste Tag meines Lebens”, sagte er unter Tränen. Unter den Gästen waren unter anderen die norwegische Prinzessin Mette-Marit, Bürgermeister Michael Häupl (S) mit seinem Berliner Amtskollegen Klaus Wowereit, Ex-Tennis-Star Boris Becker samt Frau Lilly und Diane von Furstenberg. US-Schauspielerin Whoopi Goldberg schaute nur kurz vorbei.

Der Cotillion im Burgtheater unterstrich, warum das Burgtheater im Sommer spielfrei ist. Teufels-Geiger David Garrett brauchte den Gästen erst gar nicht erst einzuheizen: “Mir rinnt es überall herunter”, stöhnte ein Besucher. An Tanzen war bei den meisten aufgrund der Hitze auch gar nicht zu denken. Im Burgtheater wurde aufgrund des Regens der Crystal of Hope von Belinda Stronach und Nastassja Kinski an den Odessa Charity Fund Way Home – ein Projekt der Elton John Aids Foundation – überreicht.



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