Am Krankenhaus Bludenz proben Turnusärzte den Aufstand. - © KHBG
Grund ist laut Chefarzt Matthias Scheyer eine hohe Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen. Die jetzt in einer Flut von Kündigungen gipfelte. „Die Kolleginnen und Kollegen wollten offenbar nicht mehr länger auf längst fällige Verbesserungen warten“, vermutet er. Trotzdem glaubt Scheyer fest daran, die dringend benötigen Mitarbeiter halten zu können. „Wir sind seit einem halben Jahr mit der Ausarbeitung entsprechender Maßnahmen beschäftigt“, sagt er. Jetzt müssten sie eben akut umgesetzt werden.
Die kündigungswilligen Turnusärzte sollen ihre Forderungen jedenfalls erfüllt bekommen. Dazu zählen unter anderem die Reduzierung der Nachtdienste auf die gesetzlich vorgeschriebenen sechs pro Monat sowie eine Beschleunigung der Pädiatrie- und Anästhesieausbildung. Diese erfolgt derzeit im LKH Feldkirch. Für Bludenz, wo dreieinhalb Stellen wegen des Turnusärztemangels insgesamt nicht zu besetzen sind, bedeutet das eine besondere Erschwernis, weil diese Ärzte auf anderen Stationen fehlen.
Am Montag gibt es Gespräche. Dann sollte sich die Situation wieder beruhigen, so die Hoffnungen des Chefarztes. Bludenz ist kein Einzelfall. Wie mehrfach berichtet, müssen Turnusärzte auch in anderen Spitälern immer häufiger jene Lücken schließen, die der Ärztemangel allgemein dort aufreißt.