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Lufthansa nimmt Air Berlin und Niki an Bord – EasyJet pokert

Spohr sieht keine Monopol-Stellung Spohr sieht keine Monopol-Stellung - © APA (dpa)
Die Lufthansa setzt zum Höhenflug an: Sie übernimmt mehr als die Hälfte der Flotte der insolventen Konkurrentin Air Berlin und will damit ihre Marktführerschaft in Deutschland ausbauen. Wochenlang hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr hinter verschlossenen Türen verhandelt, am Donnerstag konnte er nun den Vertragsabschluss verkünden. Lufthansa will sich so auch gegen weltweite Konkurrenten behaupten.

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“Wir müssen dafür sorgen, dass es auch in Europa schlagkräftige, globale Spieler gibt”, erklärte Spohr. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann betonte: “Heute sind wir einen großen Schritt vorangekommen.”

Zwar liefen die Verhandlungen mit dem britischen Billigflieger EasyJet über andere Maschinen noch. Doch ein großer Teil der Beschäftigten von Air Berlin habe jetzt eine Perspektive.

Mit dem Deal stärkt die AUA-Mutter Lufthansa vor allem ihre Tochter Eurowings – sofern die Kartellwächter zustimmen. Börsianer jubelten. Die Lufthansa-Aktie kletterte auf den höchsten Stand seit fast 17 Jahren. Mit einem Plus von zeitweise drei Prozent auf 25,34 Euro war das Papier größter DAX-Gewinner. Die Investmentbanken Bernstein und HSBC halten sogar einen Anstieg auf bis zu 30 Euro für möglich.

“Der Air-Berlin-Deal macht die Lufthansa in ihrem Heimatmarkt stärker, was in den kommenden Jahren zu steigenden Erträgen führen sollte”, schrieben die HSBC-Analysten. Und Spohr hat schon das nächste Ziel vor Augen. Sollte es einen Neustart bei der ebenfalls Pleite gegangenen Alitalia geben, wäre die Lufthansa an Gesprächen interessiert, sagte er zu Reuters.

Die seit Jahren dahinsiechende Air Berlin ist seit Mitte August insolvent. Spohr hatte schon länger mit Teilen der Rivalin geliebäugelt und dann auch als erster ein Angebot vorgelegt. Jetzt sollen insgesamt 81 Maschinen, darunter die der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki und der Regionalfluggesellschaft LGW, übernommen werden. Der Kaufpreis von 210 Mio. Euro könne sich bis zum endgültigen Vollzug, der erst nach dem grünen Licht der Kartellbehörden möglich ist, noch ändern, erklärte Air Berlin.

Spohr hatte angekündigt, mit den Air-Berlin-Maschinen bis zu 3.000 neue Stellen zu schaffen. Die rund 1.700 Beschäftigten von Niki und LGW haben ihre Jobs sicher, da es hier einen Betriebsübergang gibt. Alle anderen können sich auf offene Stellen bewerben und haben dies zum Teil schon getan. “Das sind tolle Leute, deswegen will ich auch möglichst viele von denen zu uns holen”, sagte Spohr insbesondere mit Blick auf die Crews. Insgesamt stecke die Lufthansa 1,5 Mrd. Euro in den Ausbau von Eurowings.

Die Gewerkschaften pochen auf Garantien für Air Berliner, ohne Einbußen den Arbeitgeber wechseln zu können. Aktuell beschäftigt Air Berlin noch 6.200 Vollzeitmitarbeiter. Seit der Insolvenz seien schon 600 gegangen, sagte ein Sprecher.

Ob der Kauf den Wettbewerb zum Nachteil der Verbraucher beschränkt, prüfen die EU-Kommission und das Bundeskartellamt. “Die Wettbewerbsbehörden werden ein mögliches Monopol verhindern”, sagte der Chef der Monopolkommission und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach. Die EU müsse dabei alle Strecken einzeln überprüfen.

“Jetzt beginnt unsere Arbeit”, sagte in Wien der Chef der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde (BWB). “Es geht darum, eine gute Lösung für den Standort Wien und die Konsumenten zu finden und Monopole zu verhindern”, so Theodor Thanner laut “Kurier”.

Die Verhandlungen mit EasyJet konnten anders als geplant noch nicht abgeschlossen werden. Die Briten waren an rund 30 Flugzeugen interessiert, zögerten zuletzt aber. Die Zeit drängt allerdings, weil Air Berlin zum Schutz der Gläubiger bis zum 28. Oktober den Flugbetrieb mit dem Teil der Flotte einstellen muss, der nicht zur Lufthansa wechselt.

(APA/ag.)



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