16. Mai 2012 15:23; Akt.: 16.05.2012 15:23

Marley – Kritik zum Film

Marley – Kritik zum Film
Bei Facebook hat Bob Marley fast 40 Millionen Fans. Dabei war vom Internet noch keine Rede als die Reggaeikone, der Gitarrist und Songwriter vor über 30 Jahren starb. Nun zeichnet Kevin Macdonald (“Der letzte König von Schottland – In den Fängen der Macht”) das kurze und doch so nachhaltige Leben und Wirken des charismatischen Sängers (“No Woman No Cry”, “I Shot the Sheriff”) nach. Der britische Regisseur und Oscarpreisträger hat dafür nicht nur auf Jamaika, in Ghana, Japan, Großbritannien und den USA gedreht, er durfte auch als erster Filmemacher die privaten Archive der Marley-Familie nutzen.

alt Korrekturen melden

Seine Mutter war schwarz und sein Vater weiß: Bob Marley, geboren 1945 in der ländlichen jamaikanischen Gemeinde Saint Ann, wuchs in recht bescheidenen Verhältnissen auf. Später, als Jugendlicher, ging er nach Kingston, um von dort aus mit seiner Stimme und seiner positiven Botschaft die Welt zu erobern. Heute gilt Marley nicht nur als Mitbegründer eines musikalischen Genres, er wird auch mit ungebrochener Begeisterung als Friedenskämpfer verehrt, als Stimme der Unterdrückten, als Revolutionär: ob auf Jamaika, in Afrika, im Mittleren Osten oder in Europa.

“Marley”: Umfassende Hommage an die Reggaegröße schlechthin

Kevin Macdonald, der in seiner Vita Dokumentationen (“Ein Tag im September”) und Spielfilme (“Der Adler der neunten Legion”) vereint, zeigt uns das Geburtshaus der Reggaeikone genauso wie das einzig bekannte Foto von Marleys weißem Vater. Er berichtet von den ersten Hits der “Wailers”, Marleys Frauen – er hatte elf Kinder aus verschiedenen Beziehungen – politischen Unruhen auf Jamaika sowie Bob Marleys Rolle als Friedensstifter und seiner Krebserkrankung. Schier überwältigend, die Menge an Weg- und Lebensgefährten, die Macdonald dazu vor die Kamera holt: Bobs Witwe, Rita Marley, genauso wie Sohn Ziggy und Tochter Cedella Marley, Künstler und Musiker wie Lee “Scratch” Perry oder Jimmy Cliff.

“Marley”, uraufgeführt diesen Februar bei den Filmfestspielen von Berlin, ist so detailreich wie ambitioniert und mit seinen 144 Minuten auch kaum zu lang geraten: Denn freilich gibt es noch weit mehr zu erzählen von Bob Marley und seinem bewegenden Leben; etwa von den tieferen Zusammenhängen zwischen seiner Musik, dem Reggae, und seinem Glauben, der Rastafari-Religion. Stattdessen gibt es zum Ende der Dokumentation Bilder vom sterbenskranken, durch den Krebs gezeichneten Künstler. Dazu O-Töne einer deutschen Krankenschwester, die Marley kurz vor seinem Tod am Tegernsee behandelte.

Bisweilen zwar droht der Mensch Bob Marley im umfang- und aufschlussreichen Interview- und Material-Reigen abhandenzukommen. Die immense filmische Kraftanstrengung von Kevin Macdonald aber gibt allen Anlass zur Bewunderung. Jedwede Annäherung an Bob Marley, der am 11. Mai 1981 mit 36 Jahren starb, muss sich fortan den Vergleich mit Macdonalds Dokumentation gefallen lassen – die zudem von einem kongenialen (bereits auf Island Records veröffentlichten) zwei CDs und 24 Titel starken Soundtrack flankiert wird.

(APA)



Kommentare 0

Neuen Kommentar schreiben

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

Mehr auf austria.com
Laurence Anyways – Kritik zum Film
Nach "Ich habe meine Mutter getötet" und "Herzensbrecher" hat Regiewunderkind Xavier Dolan in seinem dritten Film [...] mehr »
Die Monster Uni 3D – Kritik und Trailer zum Film
Mike und Sulley aus dem Pixar-Animationsfilm "Die Monster AG" (2002) sind jünger geworden. Das Prequel von Regisseur [...] mehr »
Man of Steel – Kritik und Trailer zum Film
 Sieben Jahre nach Bryan Singers "Superman Returns" wird der bekannteste aller Comic-Helden fürs Kino reanimiert. [...] mehr »
Seelen – Trailer und Kritik zum Film
Nach den "Twilight"-Vampiren hat sich Bestsellerautorin Stephenie Meyer in "Seelen" den außerirdischen Körperdieben [...] mehr »
The Place Beyond The Pines – Trailer und Kritik zum Film
Regisseur Derek Cianfrance hat sein Epos in drei Teile gegliedert. Der erste Teil handelt vom Stuntfahrer Luke, der [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Herbstkollektion von Popp & Kretschmer präsentiert

Forever 21: Die aktuellen Shorts-Trends

“Sopranos-Boss” James Gandolfini mit 51 überraschend in Rom gestorben

Schauspieler Johnny Depp trägt keine Unterhosen

Kim Kardashian: Baby ist da!


Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung