Akt.:

Mein Leben als Zucchini – Trailer und Kritik zum Film

Mein Leben als Zucchini – Trailer und Kritik zum Film
Zucchini sieht eigentlich nicht aus wie eine Zucchini, sondern mit seinem großen Kopf eher wie eine Zwetschke. Und doch besteht der Neunjährige auf seinem Spitznamen, den ihm seine Mutter gegeben hat. Die ist bei einem von ihm unabsichtlich verschuldeten Unfall ums Leben gekommen. Und so muss die kleine Waise im Animationsfilm “Mein Leben als Zucchini” in ein Kinderheim.

Korrektur melden

Mit dieser Ausgangslage hätte der franko-schweizer Stop-Motion-Film von Regisseur Claude Barras ein düsteres Sozialdrama werden können. Doch das Gegenteil ist der Fall. “Mein Leben als Zucchini” – basierend auf Gilles Paris’ Roman “Autobiografie einer Pflaume”- strahlt vor warmen Farben und menschlicher Wärme. Dabei können die im Original nur 25 Zentimeter hohen Figuren mangels ausgefeilter Mimik eigentlich kaum Emotionen vermitteln. Diese entsteht im Auge des Betrachters, in den eigenen Projektionen, während er die Lebensreise des kleinen Zucchini mitverfolgt.

Mein Leben als Zucchini – Die Handlung

Nach dem Tod seiner Mutter trifft er auf den sympathischen Polizisten Raymond, der den kleinen Burschen ins Heim von Madam Papineau bringt. Hier findet Zucchini nach anfänglichem Kräftemessen mit dem forschen Simon bald seinen Platz in der Gruppe. Jedes der Kinder hat sein eigenes Schicksal zu tragen, sei es die schüchterne Alice, die von ihrem Vater offensichtlich missbraucht wurde, oder Beatrice, deren Mutter nach Afrika abgeschoben wurde. Diesen Charakteren nähert sich “Mein Leben als Zucchini” behutsam und doch ohne falsche Scheu. Die Schicksalsschläge der Kinder werden nicht negiert und doch durch Freundschaft und Zusammenhalt aufgefangen. Schließlich stößt eines Tages die patente Camille zur Freundestruppe dazu. Allerdings droht deren mitleidslose, geldgeile Tante, die Kleine zu sich zu nehmen, um das Pflegegeld zu kassieren. So müssen die Heimkinder aktiv werden, um ihre Freundin zu retten. Schließlich ist Zucchini doch auch verliebt in die Neue.

Mein Leben als Zucchini – Die Kritik

Stilistisch wirkt “Mein Leben als Zucchini” gleichsam aus der Zeit gefallen und deshalb zeitlos. Nach nur 66 Minuten entlässt Barras große wie kleine Zuschauer mit einem Lächeln aus dem Kino. Dies erreicht er nicht mit süßlichem Kinderheimkitsch oder einer Überdramatisierung, sondern dank eines ehrlichen, warmherzigen Zugangs an seine Protagonisten, wenn diese auch nur aus ein paar Gramm Latexschaum, Kunstharz und Silikon bestehen. Die poetische Grundstimmung unterfüttert nicht zuletzt die sanfte Musik von Sophie Hunger, die für den Soundtrack verantwortlich zeichnet. Und dass die Geschichte von Zucchini auch kulturübergreifend funktioniert, zeigt der Siegeslauf bei Festivals und Preisgalas, den das Werk bereits hinter sich hat. Den Europäischen Filmpreis 2016 für den besten Animationsfilm hat man schon in der Tasche. Und am 26. Februar hat “Mein Leben als Zucchini” die Chance auf einen Oscar als bester animierter Spielfilm.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Mein Leben als Zucchini”

(APA)



Kommentare 0

Vă mulțumim pentru comentariul dumneavoastra. - comentariul va fi verificat de catre un editor si numai in cazul aprobarii va aparea pe site.

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig
Mehr auf austria.com
The Shape of Water – Trailer und Kritik zum Film
Ein Märchen wie "Die Schöne und das Biest", in dem das Biest sich nicht in einen Prinzen verwandelt: Guillermo del [...] mehr »
Schule, Schule – Die Zeit nach Berg Fidel – Trailer und Kritik zum Film
Mit "Berg Fidel - Eine Schule für alle" lieferte die deutsche Regisseurin Hella Wenders 2011 ein gut gemeintes [...] mehr »
Lucky – Trailer und Kritik zum Film
Selten ist die Viennale mit einem so mild-melancholischen Film eröffnet worden wie mit John Carroll Lynchs "Lucky". [...] mehr »
Harri Pinter, Drecksau – Trailer und Information zum Film
Bevor die dritte ORF-Stadtkomödie 2018 ins Fernsehen kommt, startet "Harri Pinter, Drecksau" in Kärnten und Osttirol [...] mehr »
Träum was Schönes – Trailer und Information zum Film
Im italienischen Original trägt "Träum was Schönes!", der im vergangenen Jahr die sogenannte Directors' Fortnight der [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung

Make-up-Trends: Smokey Eyes und heller Teint

New York Fashion Week startete mit zahlreichen Stars

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Trumps Tochter war angeblich ein Punk

Zum Filmstart von “Schneemann”: Interview mit Michael Fassbender

Jennifer Lawrence: “Ich musste mich nackt fotografieren lassen”

Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung