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Mindesthaltbarkeitsdatum: Greenpeace beanstandet Willkür bei Butter & Co.

Wie lang hält sich Butter? Laut Greenpeace oft länger als angegeben Wie lang hält sich Butter? Laut Greenpeace oft länger als angegeben - © Pixabay (Sujet)
Willkürliche Festlegung bei Butter & Co: Eine Greenpeace-Umfrage unter den größten österreichischen Molkereien hat ergeben, dass sie das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bei ihren Produkten offensichtlich willkürlich festlegen.

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Bei ganz normaler, industriell hergestellter Butter etwa kann sich das MHD um bis zu 45 Tage unterscheiden. Einige Hersteller gaben auch zu, dass bei bestimmten Produkten das MHD auf Wunsch des Handels gekürzt wird.

Massive Kritik an ” unnötig kurzem MHD”

“Damit haben wir es jetzt Schwarz auf Weiß, dass der Handel bestimmte Milchprodukte mit einem unnötig kurzen MHD versehen lässt”, ärgerte sich Konsumentensprecherin Nunu Kaller. Die Ursache dafür ortet die Umweltschutzorganisation bei überzogenen Produktanforderungen durch den österreichischen Handel sowie bei gewissen Gütezeichen wie AMA. Bei Exportprodukten werden die Fristen hingegen verlängert.

Ein Beispiel sind die Fristen bei Spars Bio-Butter: Die 250-Gramm-Packung lässt Spar mit einer Frist von 55 Tagen versehen, die 125-Gramm-Packung hingegen mit 60 Tagen. “Dabei sollte man meinen, dass gerade kleinere Butterpackungen empfindlicher sind, da diese schneller auf kurzzeitig höhere Temperatur reagieren”, sagte Kaller.

Greenpeace fordert einheitlich festgelegtes Mindesthaltbarkeitsdatum

“Bei den Antworten kann man sich nur wundern”, fasste die Konsumentensprecherin die Ergebnisse der Umfrage zusammen. “Neben der Butter sind auch die Spannen beim MHD für das Naturjoghurt und für frisches Schlagobers nicht nachvollziehbar”, erklärte Kaller. Bei dem Joghurt liegt das MHD zwischen 30 bis 45 Tagen nach der Produktion, bei Schlagobers zwischen zehn bis 14 Tagen. An unterschiedlichen hygienischen Standards in den Molkereien kann es jedenfalls nicht liegen.

Greenpeace forderte daher ein einheitliches Verfahren zur Festlegung von realitätsnahen MHD: “Das MHD muss geregelt werden. Es kann nicht sein, dass, wenn zwei Molkereien am gleichen Tag vergleichbare Butter produzieren, Molkerei A 30 Tage für das MHD festlegt und Molkerei B 75 Tage”, meinte Kaller. Neben der Butter hat Greenpeace auch für Naturjoghurt (3,6 Prozent), Schlagobers sowie sogenannte länger frische Milch die jeweiligen “Haltbarkeitsfristen” sowie die Gründe für die Festlegung von diesen bei den zehn größten österreichischen Herstellern abgefragt.

Tipp: Auf die eigenen Sinne verlassen

Skurril war für die NGO auch, “dass bei Milchprodukten, die vor den Feiertagen abgefüllt werden, das MHD später angesetzt wird, als bei jenen zu feiertagsfreien Phasen”, so Kaller. Den Konsumenten rät Greenpeace, sich speziell bei Milchprodukten auf die eigenen Sinne zu verlassen. “Wenn ein Produkt das MHD überschritten hat, zuerst schauen, riechen und schmecken. So erkennt man immer, ob die Butter, das Joghurt oder das Schlagobers noch genießbar ist”, sagte Kaller. Der Langzeittest von Greenpeace hat jedenfalls ergeben, dass zum Beispiel Naturjoghurt auch ein halbes Jahr nach dem MHD noch immer nicht verdorben war.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Spar reagierte mit Stellungnahme

Die Handelskette Spar hat auf die heute, Donnerstag, publizierte Greenpeace-Umfrage zu Mindesthaltbarkeitsdaten mit einer Stellungnahme reagiert. So wurde eine Aussage bezüglich der Bio-Butter, wonach hier die Haltbarkeitsfristen je nach Packungsgröße unterschiedlich seien, von der Handelskette zurückgewiesen. Die NGO berief sich jedoch auf Codes auf den Verpackungen, die genau das belegen würden.Wien. Greenpeace führte besagte Bio-Butter als ein Beispiel für unterschiedliche “Haltbarkeitsfristen” an: “Die 250-Gramm-Packung lässt Spar mit einer Frist von 55 Tagen versehen, die 125-Gramm-Packung hingegen mit 60 Tagen”, hieß es in der Aussendung vom Dienstag. Spar schrieb, dass die Behauptung unterschiedlicher Haltbarkeitsfristen je nach Packungsgröße schlichtweg falsch sei.

Greenpeace beruft sich jedoch anhand zweier Fotoaufnahmen, die der APA vorliegen, darauf, dass ein Code auf den Verpackungen den Tag der Produktion angibt, womit die Differenz bei den Fristen feststellbar sei.

“Ich verlange von Spar eine Entschuldigung. Es ist inakzeptabel, einer wissenschaftsbasierten Organisation Populismus vorzuwerfen”, sagte zudem Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace Österreich, nachdem Spar zur Aussendung der NGO schrieb, dass es sich hier um eine “populistische Kampagne, die mit falschen Tatsachen agiert” handeln würde.

Zum Greenpeace-Fact Sheet zur Umfrage unter Molkereien

>>Dumpster Diving in Wien: Menschen, die Lebensmittel aus dem Müll essen

(apa/red)



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