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“Musik plus/minus Leidenschaft”: Symposium über Musiker-Belastungen

Belastungen für Musiker sollte man nicht unterschätzen. Belastungen für Musiker sollte man nicht unterschätzen. - © Pixabay
Den zahlreichen positiven körperlichen, emotionalen, psychischen Auswirkungen von Musik sowie den drohenden Belastungen, die das Leben als Musiker mit sich bringen kann, widmet sich ab Freitag ein Symposium in Wien.

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Unter dem Titel “Musik plus/minus Leidenschaft” diskutieren rund 200 Wissenschafter und Praktiker darüber, wie Musiker bei Problemen möglichst früh unterstützt werden können.

Gerade für Berufsmusiker ist die Auseinandersetzung mit Musik nicht nur von Begeisterung und Gänsehautgefühl getragen, das Spiel ist gleichzeitig auch harte Arbeit, die man mitunter allabendlich vor Publikum vollführt. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) treffen einander Musiklehrer, Psychologen oder Physiologen, Therapeuten oder Ärzte – sprich alle Berufsgruppen, mit denen Berufsmusiker in ihrer Karriere potenziell in Kontakt kommen, sagte Matthias Bertsch von der Abteilung für Musikphysiologie der mdw. “Wir haben auch Musiker mit dabei, die in Fallstudien berichten, wie sie Kraft aus dem Publikum gewinnen wenn sie auf die Bühne kommen, aber auch, wie es teilweise überfordert, diese Leistung immer wieder zu bringen”, so der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Musik und Medizin (ÖGfMM) und Koordinator des zweitägigen Symposiums.

Berufsmusiker: Belastungen nicht unterschätzen

Für Berufsmusiker gelte ähnliches wie für Spitzensportler, die schon relativ jung auf 10.000 Übungsstunden kommen. Das könne zu Mehrfachbelastungen führen, mit denen man sich seit einigen Jahren auch zunehmend wissenschaftlich auseinandersetzt, erklärte Bertsch. Noch in den 1980er Jahren gab es kaum Hilfe und Verständnis. Wenn etwa durch die Beanspruchung körperliche Probleme entstanden oder das positive Lampenfieber in eine Bühnenangst umschlug, wurde oft mit Alkohol und Medikamenten gegengesteuert. Erst ab den 1990er Jahren etablierte sich im deutschen Sprachraum unter dem Begriff “Auftrittscoaching” eine professionellere Herangehensweise. Im körperlichen Bereich habe sich für das Fach mittlerweile der Überbegriff “Musikphysiologie” etabliert, erklärte Bertsch.

Auch an den Ausbildungsstätten werde das Thema ernster genommen. Mit der Vermittlung von Strategien gegen falsche Haltung oder ausufernde Aufregung müsse man jedenfalls schon möglichst früh beginnen, denn negative Auswirkungen davon sehe man auch bereits in jungen Jahren, so der Experte. Mit physischen Problemen, etwa im Hals-, Schulter- und Nackenbereich, hätten rund 80 Prozent aller Berufsmusiker zu kämpfen. Bei etwa einem Viertel leide das Gehör über die Karriere hinweg.

“Music Performance Science”

Im mentalen Bereich gehe man von etwa 30 Prozent aus, die hier Probleme entwickeln. “Lampenfieber ist positiv. Das bringt den Kick und die Leidenschaft mit sich”, sagte Bertsch. Von Bühnenangst spricht man, wenn die Furcht davor regiert, Höchstleitungen in CD-Qualität auch an Abenden abliefern zu müssen, “wenn man nicht so gut drauf ist”. Manche greifen dann zu Betablockern oder Alkohol. Hier gehe es auch einen Schritt weit um Enttabuisierung und Bekanntmachen von Optionen, wie Betroffene bei solchen Problemen unterstützt werden können. Die ÖGfMM biete hier eine Vernetzungsplattform zu Ärzten, Psychologen oder anderen Helfern.

Auf akademischer Seite verzeichne man auch immer mehr Aktivitäten in der “Music Performance Science” (Musizierwissenschaft). Bertsch hat 2016 an der mdw das “Motion Emotion Lab” aufgebaut, wo Musiker ihr Stresslevel beim Üben und in Auftrittssituationen oder ihr Spiel auch mit medizinisch-sportwissenschaftlichen Methoden ergonomisch analysieren lassen können. Auch an der Universität Graz widmete man sich am Dienstagabend unter dem Titel “Schweiß, Laktat & Rock’n’Roll: Was MusikerInnen körperlich leisten müssen” dem Thema aus sportwissenschaftlicher Sicht.

Das Symposium findet am 07. und 08. April an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt. Mehr Infos gibt es hier.

(APA)



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