23. Mai 2012 11:31; Akt.: 23.05.2012 12:28

Nach Amok-Alarm in Bayern: Ermittlungen laufen

Nachdem der 14-Jährige auf dem Schulgelände um sich geschossen hatte, verschanzte er sich auf einem Sportplatz. Nachdem der 14-Jährige auf dem Schulgelände um sich geschossen hatte, verschanzte er sich auf einem Sportplatz. - © AP
Es hätte eine Katastrophe werden können, doch der Amok-Alarm an einer Schule im bayerischen Memmingen ging am Dienstag ohne Blutvergießen zu Ende.

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Der Tatverdächtige stellte sich nach stundenlangem Nervenkrieg erst am Abend. Nun beginnen die Ermittlungen zu den Hintergründen.

Er ist mit zwei scharfen Waffen in die Schule gegangen. Hier – wie auch später auf einem Sportgelände in Memmingen – schoss er um sich, offenbar aber nicht gezielt. Nach dem glimpflichen Ende des Großeinsatzes am Dienstagabend ohne Verletzte und der Festnahme des Tatverdächtigen stehen nun die Ermittlungen zu den Hintergründen auf dem Programm: Woher hatte der Jugendliche die Waffen? Warum brachte er sie mit in die Schule und was war der Grund seiner Tat?

14-Jähriger soll am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden

Ein Polizeisprecher sagte am frühen Mittwochmorgen, kurz vor der Tat sei die Beziehung des Jugendlichen zu seiner Freundin in die Brüche gegangen. Ob dies in Zusammenhang mit der Tat stehe, sei aber noch unklar. Woher der 14-Jährige die Waffen hatte, werde weiter ermittelt. “Sein Vater war legaler Waffenbesitzer und Sportschütze”, sagte der Sprecher. Der Tatverdächtige wurde nach seiner Festnahme am Dienstag in eine jugendpsychiatrische Einrichtung gebracht und sprach dort mit einem Jugendpsychiater. Am Mittwoch soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Stundenlanger Nervenkrieg in Bayern

Der Jugendliche hatte am Dienstagmittag an seiner Schule im bayerischen Memmingen geschossen und sich anschließend auf einem Sportplatz verschanzt. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei konnten Beamte den bewaffneten Jugendlichen am Dienstagabend festnehmen, nachdem er weitere Schüsse abgegeben und schließlich aufgegeben hatte. In dem Sportheim auf dem Gelände hielt sich über Stunden auch noch eine Gruppe von etwa 15 Kindern und Erwachsenen auf. Sie war aber nach Angaben des Polizeisprechers in Sicherheit.

Drei Schüler hätten den 14-Jährigen mittags am Eingang des Gebäudes mit Waffen in der Hand gesehen und den Schuss gehört. Danach flüchteten die etwa 280 Schüler sofort mit den Lehrern in die Klassenzimmer und verschanzten sich darin. Mit mehrmaligen Lautsprecherdurchsagen wurden sie aufgefordert, die Räume nicht zu verlassen. Laut ersten Aussagen von Mitschülern hatte es zwischen dem Jugendlichen und Mitschülern vor dem Schuss einen Streit gegeben.

Laut neuesten Erkenntnissen hat der 14-jährige Schütze offenbar den Waffentresor seines Vaters aufgebrochen und die Waffen entwendet. Dies berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Bei der Tat führte der Jugendliche eine kleinkalibrige Pistole und eine Luftdruckpistole mit sich. Durch die von ihm abgegebenen Schüsse wurden mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt.

Der Schüler befindet sich laut Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Memmingen und des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in einer jugendpsychiatrischen Einrichtung, wohin er noch gestern Nacht gebracht worden war.  Er ist noch nicht vernehmungsfähig, die Staatsanwaltschaft Memmingen hat bereits einen Haftbefehl gegen den Schüler ausgestellt. Laut Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium habe der Vater die Waffen rechtmäßig besessen und ordnungsgemäß verwahrt. Es dürfte dem 14-jährigen durch eine technische Manipulation an der elektronischen Sicherung gelungen sein, in den Tresorraum zu gelangen, heißt es in der Pressemitteilung.

Für die betroffenen Kinder und deren Eltern wurde eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet, die in den nächsten fünf Tagen Betreuung und Hilfestellung anbietet.

(APA / VOL.AT)



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