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Nach Glawischnig-Rücktritt: Beratung über Zukunft der Grünen am Freitag

Nach dem Rücktritt der Grünen-Chefin ist die Nachfolge offen Nach dem Rücktritt der Grünen-Chefin ist die Nachfolge offen - © APA (Archivbild)
Die von öffentlichen Anfeindungen sowie interner Kritik zuletzt angeschlagen wirkende Grünen-Chefin hat alle politischen Funktionen zurückgelegt, ein logischer Nachfolger für ihr Amt ist dabei nicht vorhanden.

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Damit ist vor der vorgezogenen Nationalratswahl im Oktober ein dritter Umbruch in der heimischen Parteienlandschaft vollzogen worden.

Nachfolge nach Rücktritt von Glawischnig offen

Durchgesickert war es bereits in der Nacht, Donnerstagvormittag machte Glawischnig den Rücktritt in einer Pressekonferenz im Parlament dann öffentlich: “Ich werde all meine Funktionen zurücklegen: die Bundessprecherin, die Klubobfrau und auch mein Nationalratsmandat”. “Den Job eines Parteichefs, einer Parteichefin kann man nicht ewig machen. In Zeiten dieser medialen Zuspitzung reibt das jeden Menschen einfach auf”, erklärte sie. Die Entscheidung sei über längere Zeit gereift. “Ich habe eine Familie, ich habe zwei wunderbare Kinder, zwei Söhne und es hat körperliche Warnsignale gegeben, die ich ernst nehmen muss”, erinnerte sie an ihre kürzlich allergiebedingt notwendig gewordene Auszeit.

Parteiintern unter Druck geraten

Glawischnig war nach dem ausbleibenden Aufschwung nach der Bundespräsidentenwahl, aber auch nach dem Rausschmiss der Jungen Grünen aus der Bundespartei parteiintern unter Druck geraten. Rücktrittsgerüchte hielten sich zuletzt hartnäckig. Zum – teils recht emotionalen – Abschied erinnerte Glawischnig an den Erfolgslauf der Partei unter ihrer Leitung seit 2008, nutzte die Gelegenheit aber auch zur Warnung vor dem “Wunsch und Konzept des sogenannten starken Mannes” in der Politik und zur Kritik an “sexistischen Machos” in den Medien. Zu ihrer Nachfolge wollte sie nicht äußern, dies sei Entscheidung der Parteigremien, die am Freitag in Salzburg tagen. “Ich werde mich nicht mehr zu Wort melden”, sagte Glawischnig, zeigte aber eine klare Präferenz für Frauen in Führungspositionen.

Die potenziellen Nachfolgerinnen

Als potenzielle Nachfolgerinnen werden unter anderen die Tirolerin Ingrid Felipe und EU-Mandatarin Ulrike Lunacek genannt, beide sagten am Donnerstag zumindest nicht Nein. Kampagnenmanager Lothar Lockl winkte hingegen ab. Unklar blieb, ob schon am Freitag eine Festlegung erfolgt. Gewählt wird die neue Parteichefin Ende Juni auf einem Bundeskongress, wo auch über die Spitzenkandidatur für die Nationalratswahl im Oktober 2017 entschieden wird.

Respekt und Anerkennung von Parlamentsparteien

Von den anderen Parlamentsparteien erntete Glawischnig für ihren Schritt Respekt und Anerkennung. SPÖ-Chef Christian Kern würdigte ihr Engagement, ebenso wie der designierte ÖVP-Chef Sebastian Kurz. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache zollte der Person Glawischnig Respekt, kritisierte aber die Partei scharf. NEOS-Chef Matthias Strolz sah einen nachvollziehbaren Schritt, und Team Stronach-Klubobmann Robert Lugar zeigte sich “persönlich betroffen”. Dank gab es auch von ihrem Amtsvorgänger, dem nunmehrigen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen. Nach dem Rückzug übernahmen Felipe und Werner Kogler interimistisch die Leitung der Grünen. Ihr Nationalratsmandat legt Glawischnig erst mit der nächsten Plenarsitzung zurück. Stellvertretende Klubchefs sind Gabi Moser und Albert Steinhauser.

(APA/Red.)



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