9. Mai 2012 16:58; Akt.: 9.05.2012 16:58

Nathalie küsst – Trailer und Kritik zum Film

Nathalie küsst – Trailer und Kritik zum Film
“Nathalie küsst”, und das ist, vor allem weil sie von Audrey Tautou gespielt wird, auch wirklich nett anzusehen. Wer da so unvermittelt das Opfer einer regelrechten Kussattacke zur Bürozeit wird, nämlich ihr recht unansehnlicher schwedischer Mitarbeiter Markus, ist allerdings genauso überrascht wie die noch immer um ihren verstorbenen Mann trauernde bildhübsche Abteilungsleiterin Nathalie und auch die Zuschauer. “La Delicatesse”, wie der Film im Original heißt, ist ein Märchen.

alt Korrekturen melden

David Foenkinos (Jahrgang 1974) ist ein höchst erfolgreicher Autor und hat als solcher schon “Das erotische Potenzial meiner Frau” ausgelotet, den “Größten anzunehmenden Glücksfall” untersucht und über “Unsere schönste Trennung” berichtet. Auch “La Delicatesse”, 2009 erschienen, war ein in viele Sprachen übersetzter Bestseller und verkaufte in Frankreich 800.000 Exemplare. Die reichlich unglaubwürdige Geschichte einer Beziehung, die aus Trauer und Verzweiflung begonnen wird und von Mitleid genährt immer größer wird, bis sie schließlich über alle Vorurteile der Umgebung triumphiert und sich auf das kleine, zweisame Glück konzentriert, hat als Variation von Märchen wie “Die Schöne und das Biest”, “Das hässliche Entlein” oder “Froschkönig” hohes Kitschpotenzial.

Nathalie küsst mit Audrey Tautou

Die Verfilmung durch Foenkinos und seinen jüngeren Bruder Stephane, der lange als Casting-Direktor für prominente Regisseure arbeitete, ist auf den ersten Blick eine harmlose Liebeskomödie, ein Familienfilm wie Dutzende andere auch. Doch Audrey Tautou veredelt mit großen, traurigen Augen und elfengleicher Gestalt, die die Foenkinos gerne über Bürogänge schweben lassen, die Geschichte, die an einem hohen Glaubwürdigkeitsdefizit leidet.

Das liegt auch am heroischen Einsatz ihres Film-Partners Francois Damiens: Er macht mit Teilglatze und Vollbart den linkischen, unscheinbaren Markus in unzähligen beigen Schlabberpullis zu einem wahren Ritter der traurigen Gestalt. “In jeder herkömmlichen Komödie hätte er sich durch die Aufmerksamkeit dieser schönen Frau verändert, hätte sein Outfit verbessert und wäre zum Friseur gelaufen – bei uns musste er unveränderlich bleiben wie ein Fels”, erzählt Stephane Foenkinos im APA-Gespräch. “Das ist auch gerade das, was sie schließlich an ihm lieben: Sie weiß genau, was sie an ihm hat”, ergänzt sein Bruder.

Denn, da sind sich die beiden einig, der Film habe nicht nur die für Männer tröstliche Botschaft, dass jeder Mann auch Frauen wie Audrey Tautou bekommen könne, wenn er nur authentisch bleibe und sich nicht verbiege. Es gehe auch um die ultimative Freiheit, zur Sprache seines Herzens zu stehen, egal, was die Umgebung davon halte. “Am glücklichsten sind wir, wenn nach der Vorstellung Frauen sagen: ‘Der Typ ist super. Sie müssen zusammen bleiben, denn sie passen toll zusammen.’ Dann haben wir unsere Arbeit gut gemacht.” Das Urteil der Begleiterinnen des Rezensenten fiel allerdings weniger feinfühlig aus: Da hätte man schon lieber die eindeutigen Angebote des verheirateten Chefs (Bruno Todeschini) angenommen, waren sie sich einig. Der ist zwar ein ziemliches Arschloch, doch wenigstens ungleich attraktiver.

(APA)



Kommentare 0

Neuen Kommentar schreiben

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

Mehr auf austria.com
Laurence Anyways – Kritik zum Film
Nach "Ich habe meine Mutter getötet" und "Herzensbrecher" hat Regiewunderkind Xavier Dolan in seinem dritten Film [...] mehr »
Die Monster Uni 3D – Kritik und Trailer zum Film
Mike und Sulley aus dem Pixar-Animationsfilm "Die Monster AG" (2002) sind jünger geworden. Das Prequel von Regisseur [...] mehr »
Man of Steel – Kritik und Trailer zum Film
 Sieben Jahre nach Bryan Singers "Superman Returns" wird der bekannteste aller Comic-Helden fürs Kino reanimiert. [...] mehr »
Seelen – Trailer und Kritik zum Film
Nach den "Twilight"-Vampiren hat sich Bestsellerautorin Stephenie Meyer in "Seelen" den außerirdischen Körperdieben [...] mehr »
The Place Beyond The Pines – Trailer und Kritik zum Film
Regisseur Derek Cianfrance hat sein Epos in drei Teile gegliedert. Der erste Teil handelt vom Stuntfahrer Luke, der [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Herbstkollektion von Popp & Kretschmer präsentiert

Forever 21: Die aktuellen Shorts-Trends

“Sopranos-Boss” James Gandolfini mit 51 überraschend in Rom gestorben

Schauspieler Johnny Depp trägt keine Unterhosen

Kim Kardashian: Baby ist da!


Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung