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Nestle schließt bis 2018 Linzer Werk mit 127 Mitarbeitern

Hiobsbotschaft des Schweizer Konzerns für Linzer Belegschaft Hiobsbotschaft des Schweizer Konzerns für Linzer Belegschaft - © APA (AFP)
Nestle will bis März 2018 seinen Produktionsstandort in Linz stilllegen. Das hat das Unternehmen am Dienstag angekündigt. 127 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Für sie soll eine Stiftung eingerichtet werden, kündigte Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP) an.

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Nestle begründete die Schließung damit, dass das Werk seit Jahren mit “Nachfrage-und Produktionsrückgängen aufgrund geänderter Konsumtrends” konfrontiert sei. Daher habe man sich “im Zuge der laufenden Evaluierung des Produkt- und Marken-Portfolios” zur Stilllegung entschlossen. An dem 1879 eröffneten Standort wurden zuletzt pro Jahr rund 6.000 Tonnen Lebensmittel produziert.

Die 127 Personen umfassende Belegschaft wurde am Dienstag informiert. “Es war unsere Intention schon sehr frühzeitig unsere Absicht zu kommunizieren, damit wir uns die Zeit nehmen können, individuelle Lösungen für unsere Mitarbeiter zu erarbeiten”, so Fabrice Favero, Geschäftsführer von Nestle Österreich. Man wolle nun “sozial verträgliche Lösungen” erarbeiten.

Die Gewerkschaft forderte umgehend einen Sozialplan für die betroffenen Arbeitnehmer. “Nestle hat im Jahr 2016 einen Reingewinn von 8,9 Mrd. Franken (8,32 Mrd. Euro) erwirtschaftet und angekündigt die Dividende für Aktionäre zu erhöhen”, kritisierte PRO-GE-Branchensekretär Gerhard Riess in einer Presseaussendung. “Anscheinend erwirtschaftet Nestle seine Profite auf dem Rücken der Arbeitnehmer.” Denn gleichzeitig sei im Februar ein Sparprogramm mit einem Volumen von 500 Mio. Schweizer Franken angekündigt worden. Anstatt dass man bei Managergehältern spare, seien die Arbeiter und Arbeiterinnen die Leidtragenden, so Riess.

Auch die Politik reagierte am Dienstag: Strugl lud kurzfristig zu einem Runden Tisch in der Causa Nestle, an dem Vertreter des Unternehmens, des Betriebsrats, der Gewerkschaft, des AMS, LHStv. Thomas Stelzer (ÖVP) und der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) teilnahmen.

“Dabei wurde festgelegt, dass im Rahmen eines Sozialplans für die Belegschaft eine Unternehmensstiftung zur Weiterqualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingerichtet werden soll, die von Nestle, dem Land OÖ und dem AMS OÖ finanziert wird”, kündigte Strugl an. Weiters habe das Unternehmen zugesichert, für alle Betroffenen individuelle Lösungen anzubieten, so der Landesrat.

SPÖ-Landesvorsitzende Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer bezeichnete die Schließung angesichts der Arbeitsmarktsituation als “herben Schlag ins Gesicht”. Wie die Gewerkschaft kritisierte auch sie, dass Nestle “ein florierender Konzern” sei, aber statt bei Managergehältern lieber bei den Arbeitnehmern sparen würde. “Gesellschaftliche Verantwortung schaut anders aus”, so Gerstorfer.

Der Linzer Vizebürgermeister und Wirtschaftsreferent Bernhard Baier (ÖVP) sprach von einem “schmerzhaften Verlust” für den Standort. “Wichtig ist nun, dass für die Linzer Nestle-Mitarbeiter neue Zukunftsperspektiven geschaffen werden, denn an einem Arbeitsplatz hängen oft ganze Familien”, so Baier.

Nestle betonte, der Standort Österreich habe “nach wie vor einen ausgesprochen hohen Stellenwert” für das Unternehmen. Derzeit beschäftige der Konzern, der u.a. Marken wie Kitkat, Maggi oder Nescafe herstellt, rund 1.000 Mitarbeiter an 16 Standorten bundesweit.

(APA)



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