9. Oktober 2012 22:13; Akt.: 9.10.2012 22:21

Netanyahu kündigte vorgezogene Neuwahl an

Israels Ministerpräsident Netanyahu will sich mit vorgezogenen Wahlen zum Jahresbeginn eine starke Mehrheit im Parlament verschaffen. “Das Wohl des Staates Israel verpflichtet uns, jetzt so schnell wie möglich Neuwahlen abzuhalten”, sagte der Regierungschef Dienstagabend. “Ich will das Volk um ein neues Mandat bitten.” Er nannte kein genaues Datum, sprach jedoch von einem kurzen Wahlkampf.

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Der israelische Rundfunk meldete, Netanyahu strebe Wahlen am 12. Februar an, die Opposition wolle einen noch früheren Zeitpunkt. Es werde damit gerechnet, dass das Parlament am Montag für seine eigene Auflösung stimmt. Die Koalition von Netanyahu, der bei einer Abstimmung als Favorit gilt, würde bis zu Neuwahlen weiterregieren. Ursprünglich sollten die Parlamentswahlen erst in einem Jahr, im Oktober 2013, abgehalten werden.

Netanyahu verfügt gegenwärtig über eine schmale Regierungsmehrheit. Jeder seiner fünf Koalitionspartner kann die Regierung aus dem Gleichgewicht bringen. Er ist damit bei Verhandlungen über den Haushalt erpressbar. Nach Beratungen mit seinen Koalitionspartnern habe er sich daher für vorgezogene Wahlen entschieden.

Mit Hinblick auf die Umwälzungen in der arabischen Welt sagte Netanyahu: “Um uns herum tobt ein starker und gefährlicher Sturm.” Von der Weltwirtschaftskrise sei Israel sei dank einer verantwortlichen Politik weitgehend verschont geblieben.

Israel stünden jetzt jedoch große neue Herausforderungen bevor. “Wir müssen sicherstellen, dass der Iran keine Atombombe bekommt”, sagte der Regierungschef. Israel müsse sich außerdem bemühen, Friedensabkommen mit den arabischen Nachbarstaaten zu wahren und bei künftigen Friedensverhandlungen auf seine Interessen zu bestehen.

Netanyahu hatte im Mai schon einmal Neuwahlen binnen vier Monaten angekündigt. In einem Überraschungscoup hatte er jedoch zwei Tage später eine große Koalition mit der oppositionellen Kadima-Partei gebildet. Der Pakt mit Kadima zerbrach jedoch im Juli an einem Streit über die allgemeine Wehrpflicht.



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