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Neue Burgtheater-Leitung gesucht – Bergmann hört 2019 auf

Für Karin Bergmann ist 2019 Schluss Für Karin Bergmann ist 2019 Schluss - © APA (Archiv)
Die Suche nach der Leitung des Wiener Burgtheaters ab 2019 ist eröffnet: Am Mittwoch wurde die Ausschreibung für die Direktion des größten Theaters des Landes veröffentlicht. Diese läuft bis 21. Mai, kündigte Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) gegenüber der APA an. Zuvor hatte die amtierende Chefin Karin Bergmann intern bekanntgegeben, keine Verlängerung anzustreben.

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Sie werde sich nicht um eine zweite Amtszeit, die am 1. September 2019 begonnen hätte, bewerben, kündigte die 63-jährige Theatermacherin am Mittwoch gegenüber dem Ensemble des Hauses an. “Wenn ich das Burgtheater im Sommer 2019 verlasse, übergebe ich ein künstlerisch gut aufgestelltes und finanziell saniertes Theater”, so die gebürtige Deutsche in einer der APA vorliegenden Aussendung: “Ich halte es für richtig, dass dann eine jüngere Theaterleitung das Haus in die Zukunft führt.”

Bergmann hatte nach den finanziellen Kalamitäten am Ende der Leitung von Matthias Hartmann das Burgtheater im März 2014 zunächst interimistisch und ab Oktober dann mit Vertragsende 2019 übernommen und in ruhigere Fahrwasser geführt. Bergmann habe ihm in der Vorwoche ihren Entschluss mitgeteilt, so Kulturminister Drozda im APA-Gespräch: “Das ist eine Entscheidung, die ich nachvollziehen kann und zur Kenntnis nehme.”

Die Bezeichnung einer Konsolidierungsphase für die Ära Bergmann wies Drozda dabei zurück: “Eine neue Generation ist jetzt richtig. Man würde der Karin Bergmann aber Unrecht tun, wenn man sie nur auf die Trümmerfrau reduzieren würde. Sie hat großes Vertrauen in junge Regisseure gesetzt und auch im inhaltlichen Bereich eine Phase des Aufbruchs bewirkt. Ich finde, dass sie herausragende Leistungen erbracht hat und der Nachfolger oder die Nachfolgerin ein sehr gut aufgestelltes Haus übernimmt.”

Die mit dem heutigen Mittwoch von der Bundestheater-Holding online veröffentlichte Ausschreibung, die am Freitag (21. April) offiziell im Amtsblatt der “Wiener Zeitung” publiziert wird, läuft nun bis 21. Mai, wobei noch im Juni die Kür des künftigen Burg-Chefs erfolgen soll. “Ich möchte vor Ende der Saison eine Entscheidung treffen”, so Drozda. Auf die Einrichtung einer Findungskommission verzichtet der Minister wie schon bei der Staatsoper. Stattdessen wird eine Personalberatung in den Prozess eingebunden. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin Bergmanns wird dann das Amt am 1. September 2019 auf fünf Jahre antreten.

Ob er wie mit der Bestellung von Bogdan Roscic zum Staatsopern-Direktor einen Überraschungskandidaten im Talon hat, wollte Drozda nicht verraten: “Überraschungen sind nie intendiert. Das ist am Ende ja eine Frage der Erwartungshaltung.” Die Frage eines öffentlichkeitswirksamen Charakters wie bei Bergmanns Amtsvorgängern Claus Peymann oder Matthias Hartmann als Qualifikationsaspekt, wies Drozda indes von sich: “Ob oder wie oft der Direktor oder die Direktion mit seinen privaten Vorlieben in der Zeitung steht, halte ich nicht für die entscheidende Frage. Es geht um den Spielplan, nicht um die Person, die den Spielplan präsentiert.”

Das Aufgabenprofil für die Leitung der größten deutschsprachigen Sprechtheaterbühne ist laut Ausschreibungstext jedenfalls klar formuliert: “Ihr internationaler Stellenwert im Vergleich zu anderen führenden europäischen Theatern ist zu erhalten und auszubauen. Der Spielplan ist so zu gestalten, dass er die Begegnung mit zeitgenössischer Literatur ebenso wie mit der klassischen Weltliteratur ermöglicht und für neueste Erscheinungsformen des Theaterlebens offen ist, wobei auch eine gezielte Förderung kultureller Produktionen österreichischen Ursprungs erfolgen soll.”

Von Bewerbern wird die Kenntnis der Theaterszene ebenso verlangt wie die Befähigung zur Vorgabe künstlerischer sowie wirtschaftlicher Zielsetzungen, die Erfahrung in der Führung und im Umgang mit Mitarbeitern ebenso wie Verhandlungserfahrung. Auch wird auf die Erschließung von Drittmitteln explizit Wert gelegt. Die Bestellung wird dann durch den Kulturminister erfolgen – nach Anhörung der Geschäftsführung der Bundestheater-Holding GmbH und des Aufsichtsrates.

(APA)



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