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Mann bei Protesten der Opposition in Venezuela getötet

Heftige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten Heftige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten - © APA (AFP)
Bei Protesten gegen Präsident Nicolas Maduro ist in Venezuela erneut ein Mensch getötet worden. Ein Mann sei in der Nacht auf Freitag in der Hauptstadt Caracas erschossen worden, teilte der Bürgermeister des Viertels Sucre, Carlos Ocariz, mit. In mehreren Städten kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, die Tränengas einsetzte.

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Seit dem 6. April wurden damit bereits neun Menschen, darunter ein Soldat, bei den Protesten getötet. Erst am Mittwoch waren bei den Massenprotesten in Caracas ein 17-Jähriger und in San Cristobal eine 23-Jährige durch Kopfschüsse getötet worden. Augenzeugen zufolge wurden die Schüsse von Mitgliedern der “colectivos”, von der Regierung bewaffnete zivile Gruppen, abgegeben. Die Opposition wirft der Regierung vor, Demonstranten gezielt von Milizen erschießen zu lassen.

Für Freitag waren keine Proteste geplant. Die Opposition rief aber für Samstag zu einem landesweiten Schweigemarsch und für Montag zur “nationalen Blockade” von Straßen auf.

In der Hauptstadt Caracas setzte die Nationalgarde am Donnerstag Tränengas gegen tausende Demonstranten ein. Einige von ihnen warfen mit Steinen und Molotowcocktails. Auch in anderen Städten gab es Zusammenstöße. Die Opposition kündigte für Samstag weitere Proteste an.

“Ich bin müde, ja, aber man muss Mut haben”, sagte der 22-jährige Student Aquiles Aldarzoro, der sich an den Protesten beteiligte. “Ich bin bereit, jeden Tag auf die Straße zu gehen, wenn es notwendig ist.” Nach dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschoßen hatten sich die Demonstranten in Caracas weiter in den Osten der Stadt zurückgezogen. Einige junge vermummte Demonstranten blieben aber und bewarfen die Ordnungskräfte mit Steinen und Molotowcocktails. Es wurden Mistkübel angezündet, die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

Inmitten der Auseinandersetzungen baute sich ein nackter Demonstrant vor den Sicherheitskräften auf, der nichts als Sportschuhe und Socken trug. Er stieg auf ein gepanzertes Militärfahrzeug und rief offenbar im Hinblick auf die Tränengasbomben: “Bitte werft keine Bomben mehr!” Staatschef Maduro machte sich im venezolanischen Fernsehen über diese Szene lustig und kritisierte den Auftritt als “Show”.

Venezuela steckt seit Monaten in einer tiefen politischen Krise. Am Mittwoch beteiligten sich Hunderttausende Menschen an einer Großdemo gegen den sozialistischen Staatschef. Die konservativen Regierungsgegner im ölreichen Venezuela machen Maduro für die schwere Wirtschaftskrise verantwortlich. Sie kämpfen für eine Volksabstimmung zu seiner Amtsenthebung. Maduro muss sich regulär erst im Jahr 2019 einer Wahl stellen.

Der gewaltsame Konflikt in Venezuela sorgt international für Besorgnis. Die Europäische Union rief am Donnerstag zur “Deeskalation” auf. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, die venezolanische Regierung müsse “das Recht auf friedliche Demonstrationen gewährleisten” und “Gewalttaten gegen Demonstrationen verhindern”.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte,”dass alle Anstrengungen unternommen werden, um die Spannungen zu verringern und neue Auseinandersetzungen zu verhindern”. Neun lateinamerikanische Länder, darunter Argentinien, Brasilien und Kolumbien, kritisierten in einer gemeinsamen Erklärung “den Verlust weiterer Leben” in Venezuela.

(APA/ag.)



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