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Beitrag online gestellt: 17.07.2005 11:37 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 17.07.2005 11:37 Uhr
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Lassing: Das Drama jährte sich zum 7. Mal

Am 17. Juli 1998 kamen beim Einsturz einer Talkgrube der Luzenac Naintsch (OÖ) neun Bergleute und ein Geologe ums Leben kamen, als sie einen eingeschlossenen Kumpel retten wollten.

Der verschüttete Georg Hainzl überlebte als Einziger und wurde fast zehn Tage später in einer dramatischen Rettungsaktion geborgen. Am Sonntag fand für die Angehörigen und Kollegen in der Gemeinde wie jedes Jahr eine kleine, „sehr private“ Gedenkfeier statt.

Begonnen hatte das Drama von Lassing um die Mittagszeit mit einer harmlosen Verkehrsmeldung. Man erfuhr, dass die Lassinger Landesstraße wegen eines Grubenunglücks gesperrt sei.

Die Rettungsmaßnahmen für den nach einem „begrenzten Wassereinbruch“ eingeschlossen Bergmann liefen langsam an, es mangelte an Koordination und Klarheit bei den Zuständigkeiten. Als fatale Fehleinschätzung erwies es sich, einen Trupp von neun Kumpel und einen Geologen ins Bergwerk einfahren zu lassen - in den Abendstunden gab es einen weiteren, gewaltigen Schlammeinbruch, der das Rettungsteam in den Tod riss.

Die folgenden Tage waren gekennzeichnet von hektischen Rettungsbemühungen mit Bohrgerät, Erkundungssonden und Geophonmessungen. Ausländische Spezialisten reisten an, Esoteriker offerierten ihre Dienste. Für die Angehörigen der Verschütteten wurden es Tage zwischen Bangen und Hoffen, Medienrummel und breiter Anteilnahme.

Am 26. Juli, 20.30 Uhr, ereignete sich schließlich das „Wunder von Lassing“: Nach neuneinhalb Tagen in der Tiefe konnte Georg Hainzl lebend geborgen werden. Die Suche nach dem Rettungsteam wurde nach einem Monat eingestellt.

Am Unglücksort befindet sich heute eine Gedenkstätte, die im Mai 2002 eingeweiht worden ist. An dieser Stelle sollte am Sonntag eine Gedenkfeier für die Angehörigen mit einer Kranzniederlegung der Kollegen stattfinden, hieß es von Seiten der Luzenac Naintsch. Die Betstunde sollte aber nicht an die große Glocke gehängt werden und nur im sehr privaten Kreis abgehalten werden, so die Auskunft der Mineralwerke.

Über Jahre dauerten die finanziellen und juristischen Klärungen des Unglücks. Luzenac Naintsch zahlte schließlich als Bergwerksbetreiber 23,63 Mio. Euro an Entschädigungen. Im Berufungsprozess wurden schlussendlich im März 2003 der Betriebsleiter der Grube, der zuständige Berghauptmann und ein Beamter der Berghauptmannschaft Leoben verurteilt. Die politischen Nachwirkungen waren etwa das neue Mineralrohstoffgesetz und die Abschaffung der Berghauptmannschaften.

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