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Niki-Insolvenz: Antragsfrist endet bald, Regierung in Gespräche eingebunden

Die Frist für den Sekundär-Insolvenzantrag von Niki läuft am Donnerstag aus. Die Frist für den Sekundär-Insolvenzantrag von Niki läuft am Donnerstag aus. - © APA (Sujet)
Für ihren Sekundär-Insolvenzantrag hat die Air-Berlin-Tochter Niki nur mehr bis Donnerstag Zeit. Die Regierungsspitze hat am Mittwoch im Ministerrat bekundet, in Gespräche eingeschaltet zu sein.

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Die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki hat für ihren Sekundär-Insolvenzantrag in Österreich bis morgen Zeit. Die Frist, die sich aus dem Konkursantrag des Flugrechteportals Fairplane ergibt, laufe am Donnerstag um Mitternacht aus, sagte der Pressesprecher des Landesgerichts Korneuburg, Gernot Braitenberg-Zennenberg, am Mittwoch auf APA-Anfrage. Bisher sei der Eigenantrag nicht eingelangt.

Das heißt, vom Landesgericht Korneuburg ist in Sachen Niki vor Freitag mit keiner Entscheidung zu rechnen. Der in Deutschland für Niki bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther hatte ein zweites Insolvenzverfahren in Österreich angekündigt, um den bereits ausverhandelten Kaufvertrag mit IAG/Vueling abzusichern. Die British-Airways-Mutter will trotz des Rechtsstreits um die Insolvenz-Zuständigkeit am Kauf von Niki-Teilen festhalten.

Niki-Schicksal: Regierung in Gespräche eingebunden

Durch den eskalierten Rechtsstreit um die Niki-Insolvenz ist der Druck gestiegen, zumal ohne baldigen Verkauf das Geld für die Fortführung ausgeht. Die Regierungsspitze hat am Mittwoch bekundet, in Gespräche eingeschaltet zu sein.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) wurden im Pressefoyer nach dem Ministerrat nach einer etwaigen Brückenfinanzierung für die insolvente Fluggesellschaft gefragt.

Kurz betonte, dass ein “klares Interesse” bestehe, Arbeitsplätze in Österreich zu sichern. Die hier Beschäftigten sollen möglichst schnell Klarheit haben. Ziel sei “natürlich” auch ein gesunder Wettbewerb, ermögliche dieser doch Flugreisen zu möglichst niedrigen Kosten, meinte Kurz weiter. “Ja, wir sind hier in Gesprächen mit den unterschiedlichen Akteuren”, vor medialen Äußerungen sollen diese aber vertieft werden, erklärte der Kanzler.

Arbeitsplätze im Land sollen gesichert werden

Es handle sich dabei um ein Thema, das die Regierung schon seit einiger Zeit beschäftige und dies werde wohl noch länger der Fall sein. Auch Vizekanzler Strache ließ wissen, dass Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) entsprechende Gespräche führt. Ziel sei es, Arbeitsplätze im Land zu sichern.

Schon Mitte Dezember, als die Übernahme durch die Lufthansa geplatzt ist und Niki in Deutschland Insolvenz angemeldet hat, hatte es – noch mit Teilnahme der alten Regierung – Krisengespräche um Niki gegeben. Vor allem die Gewerkschaft forderte wiederholt Nothilfen vom Staat, um die rund tausend Niki-Jobs zu retten.

Die Beteiligten rund um Niki haben die Hoffnung, dass der Verkauf an IAG/Vueling ungeachtet der juristischen Streitigkeiten um die Gerichtszuständigkeit klappt. In Berlin hatte das Landgericht Berlin am Montag entschieden, dass nicht das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg für den österreichischen Air-Berlin-Ableger zuständig ist, sondern Österreich. Beim Landesgericht in Korneuburg, Niederösterreich stehen jetzt sogar zwei Insolvenzverfahrensanträge zur Entscheidung an, ein Konkursantrag vom Fluggastrechteportal Fairplane und ein Antrag auf ein Sekundärinsolvenzverfahren von Niki selbst . Gestern, Dienstag, hatte der deutsche Niki-Insolvenzverwalter Lucas Flöther außerdem Beschwerde beim deutschen Höchstgericht, dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe, eingelegt. Damit ist das Berliner Urteil zweiter Instanz vorläufig nicht rechtskräftig.

Niki-Chef Lackmann verlässt im Februar insolvente Airline

Der Geschäftsführer von Niki, Oliver Lackmann, verlässt die insolvente Air-Berlin-Tochter im Februar. Das teilte der 48-jährige Deutsche am Mittwoch in einem Schreiben an die Niki-Mitarbeiter mit. Ein Sprecher des deutschen Insolvenzverwalters Lucas Flöther bestätigte der APA den Abgang, zuvor hatte das Luftfahrtportal “Austrian Aviation Net” darüber berichtet.

“Diese Entscheidung liegt bereits einige Monate zurück und hat nichts mit dem Insolvenzantrag von Niki zu tun”, erklärte Lackmann. “Allerdings ist es ohnehin durchaus üblich, dass bei einem Eigentümerwechsel auch eine neue Geschäftsführung ins Amt kommt. Insofern kommt mein Abschied durchaus zur richtigen Zeit, um den Neustart von Niki unter einer neuen Führung zu vollziehen.” Lackmann versicherte, dass er bis dahin mit Flöther an einem “möglichst reibungslosen Übergang von Niki zu Vueling” arbeiten werde.”

Wechselt Lackmann zu Tuifly?

“Austrian Aviation Net” schreibt weiters von “unbestätigten Gerüchten”, wonach Lackmann zum deutschen Ferienflieger Tuifly wechseln soll. Lackmann selbst war für die APA zunächst nicht erreichbar. Tuifly erklärte, sich zu Spekulationen über Personalia grundsätzlich nicht zu äußern.

Unterdessen wurde bekannt, dass Vueling-Chef Javier Sanchez-Prieto am Montag in Wien war. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Vueling den Markenname Niki beibehält. Die finale Marketingentscheidung stehe aber noch aus, hieß es von Teilnehmern der Mitarbeiterveranstaltung zur APA. Im Februar solle jedenfalls der Ticketverkauf starten, der Erstflug unter dem neuen Eigentümer ist dann für Ende März geplant – sofern durch die aktuellen juristischen Unsicherheiten nichts mehr dazwischen kommt.

(APA/Red)



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