Akt.:

Novomatic bringt nach 170 Jahren wieder ein Casino nach Liechtenstein

Es ist die erste Spielstätte seit 170 Jahren Es ist die erste Spielstätte seit 170 Jahren - © APA
Liechtenstein hat wieder ein Spielcasino – das von einer Tochterfirma des Austro-Glücksspielriesen Novomatic betrieben wird. Damit erhalten in der Region das Casino Bregenz, sowie ostschweizer und süddeutsche Spielbanken neue Konkurrenz. Die erste Spielstätte im Fürstentum seit mehr als 170 Jahren öffnete am Mittwoch in Ruggell ohne große Feierlichkeiten die Tore.

Korrektur melden

Betrieben wird die Spielbank von der Casino Admiral Liechtenstein der Novomatic AG. An der Firma beteiligt sind die Schweizer ACE Casino Holding und zu einem Drittel die Grand Resort Bad Ragaz. “Der attraktive Standort im 3-Länder-Eck in Ruggell bildet eine optimale Ergänzung in der Nähe des Heimatmarktes Österreich”, hatte Novomatic zur Unterschrift des Mietvertrages heuer Ende Jänner mitgeteilt. Übrigens will auch die teilstaatliche Casinos Austria AG nach Liechtenstein. Sie plant einen Standort in Schaanwald.

Seit 1846 gab es im Fürstentum kein Casino mehr. Nach einer mehrjährigen Planungs- und Umsetzungsphase im Geschäftszentrum Kokon in Ruggell, der nördlichsten Gemeinde des Fürstentums, ist die lange zockerfreie Zeit nunmehr beendet. Der Eintritt ins neue Novomatic-Casino kostet nichts. Kunden erwartet eine “legere Kleiderordnung”. 45 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen.

Glücksspielverbot fällt 2010

Die Politik tat sich anfangs schwer mit der Idee eines Casinos in Liechtenstein. Der frühere Regierungschef Mario Frick sagte Anfang 1999 gegenüber dem Lokalsender “Radio L”, ein Spielcasino könne einen Eldorado-Touch nach Liechtenstein bringen, “und das brauchen wir nicht”.

Mitte 2010 aber war der Bann gebrochen. Das Liechtensteiner Parlament, der Landtag, stimmte einem neuen Geldspielgesetz zu und hob gleichzeitig das seit 1949 bestehende Glücksspielverbot auf. Regierung und Parlament versprachen sich davon Impulse für die Liechtensteiner Volkswirtschaft.

Zwei Unternehmen bewarben sich um eine Konzession. Ein Bewerber bekam sie, worauf der andere die Vergabe vor Gericht anfocht. Es folgte ein langer Rechtsstreit, bei dem auch der EFTA-Gerichtshof in Luxemburg bemüht wurde. Die Auseinandersetzung endete mit einer gerichtlichen Feststellung, wonach die Ausschreibung wiederholt hätte werden müssen. Das geschah nicht.

Nicht ohne Konkurrenz

Regierung und Parlament hatten genug vom Hickhack und starteten einen neuen Anlauf unter veränderten gesetzlichen Bedingungen. Sie änderten das bisherige Konzessionssystem zu einem Polizeibewilligungssystem. Neu kann sich um eine Spielbanken-Bewilligung bemühen, wer sich dazu berufen fühlt. Vorher war die Vergabe von nur einer Konzession vorgesehen.

Die Casino-Betreiber in Ruggell versprechen sich gute Geschäfte, nicht zuletzt aufgrund der Lage der eröffneten Spielbank im Dreiländer-Eck von Liechtenstein, der Schweiz und Österreich. Allerdings ist einige Konkurrenz in der Nachbarschaft vorhanden.

Spielfreudige Liechtensteiner können innerhalb von etwa einer halben Stunde nicht weniger als sechs andere Casinos außer Landes ansteuern. Sie befinden sich in Bad Ragaz, St. Gallen, Pfäffikon sowie in Konstanz und Lindau in Deutschland und eben in der Vorarlberger Hauptstadt Bregenz.

Das Liechtensteiner Casino hat allerdings einen Vorteil: tiefere Steuersätze. Sie liegen zwischen 17,5 und 40 Prozent. Der Steuersatz steigt, je höher der Ertrag ausfällt. In Österreich beträgt die Abgabe 30 Prozent.

In der Schweiz müssen die Betreiber zwischen 40 und 80 Prozent des Bruttospielertrags dem Staat abliefern. Wobei der Höchstsatz von 80 Prozent theoretischer Natur ist. Der höchste durchschnittliche Abgabesatz, der zur Anwendung kam, lag 2010 für A-Spielbanken bei knapp 56 Prozent.

(APA/sda)



Kommentare 0

Vă mulțumim pentru comentariul dumneavoastra. - comentariul va fi verificat de catre un editor si numai in cazul aprobarii va aparea pe site.

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig
Mehr auf austria.com
Kundenbeschwerden wegen Reisen laut AK stark gestiegen
Die steirische AK hat zwischen Mai und Juli rund 600 Anfragen zu Gewährleistung, Schadenersatz, Storno und Rücktritt [...] mehr »
Air Berlin vor Aufteilung – Start der Verkaufsverhandlungen
Nur drei Tage nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin haben konkrete Verhandlungen über die Aufteilung der [...] mehr »
Deutschland nimmt immer mehr Nicht-EU-Fachkräfte auf
Deutschland nimmt immer mehr hoch qualifizierte Fachkräfte aus Ländern außerhalb der EU auf. Seit der Einführung der [...] mehr »
Niki kann im Pleitefall mit staatlicher Nothilfe rechnen
Österreich würde der Air-Berlin-Tochter Niki mit staatlichen Mitteln zu Hilfe eilen, sollte Niki dem Schicksal der [...] mehr »
Mit der transsibirischen Eisenbahn nach Wien: Wirtschaftschancen durch Breitspurbahn
Rund um die länger angedachte Verlängerung der Transsib-Breitspurbahn für Güterverkehr bis in den Raum Wien ist es [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung

Make-up-Trends: Smokey Eyes und heller Teint

New York Fashion Week startete mit zahlreichen Stars

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Wer hat Lust auf ein Date mit Jennifer Lawrence?

Neymar holt sich MMA-Fighter als neuen Bodyguard

Taylor Swift spendete nach Sieg vor Gericht für guten Zweck

Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung