24. Mai 2012 16:02; Akt.: 24.05.2012 16:02

Nur 13 von 30 Kürbiskernölen aus Österreich

“Nicht jedes Kürbiskernöl kommt automatisch aus der Steiermark”, warnte Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) am Donnerstag. Auch wenn die Aufmachung häufig sehr danach aussehe, nur 13 von 30 getesteten Produkten stammten wirklich ganz aus Österreich, so Floss weiter. Denn oft würden Kürbiskerne aus China oder Russland importiert.

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Auch drei Produkte, die das EU-Siegel “geschützte geografische Angabe (g.g.A.)” tragen, sind betroffen. Mithilfe einer neuen “Fingerabdruck”-Methode kann die Herkunft der gepressten Kürbiskerne streng zurückverfolgt werden. Dabei verglichen die Wissenschafter der Universität Leoben die Spuren, die der jeweilige Anbauboden in den Kernen, und damit auch im Öl, zurücklässt, erklärte Thomas Meisel von der Montanuniversität Leoben. Bisher musste man sich auf Zertifikate und Herstellerangaben verlassen.

Um ihre Ergebnisse zu überprüfen, testeten die Forscher zusätzlich auf Pestizidrückstände und konnten so ebenfalls Rückschlüsse auf das Anbaugebiet ziehen. Elf der getesteten Kürbiskernöle stammten sicher aus Österreich, zwei mit größter Wahrscheinlichkeit. In sechs Ölen fanden die Forscher chinesische Kerne, in elf weiteren russische. Der Rest verwendet ebenfalls Kerne aus dem Ausland, deren Herkunft aufgrund von fehlenden Referenzproben nicht genau ermittelt werden konnte.

Auch für drei Produkte, die das EU-Siegel “g.g.A.” tragen, wurden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Kerne aus dem Ausland mitverarbeitet. Eigentlich garantiert dieses Siegel bei Kürbiskernöl den Anbau der Kerne in Österreich, das Pressverfahren und den Ort sowie die Art des verwendeten Kürbis. Dennoch konnten hier ausländische Kerne nachgewiesen werden.

Die Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g.g.A erklärte in einer Reaktion auf VKI-Testergebnisse bei Kernöl, dass in der Vereinigung “kein Platz für schwarze Schafe” sei. “Die 2.500 Mitglieder der Gemeinschaft steirisches Kürbiskernöl arbeiten korrekt. Die Herkunft ihrer Erzeugnisse ist vom Acker bis zur Flasche nachvollziehbar und wird von der staatlich akkreditierten, unabhängigen Kontrollstelle LACON überprüft”, so Obmann Franz Labugger. Der vom VKI genannte Verdachtsfall – dass ausländische Kerne verarbeitet wurden – werde geprüft, der Firma würden Konsequenzen drohen.



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