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Nur jeder Zweite an Uni nach sieben Jahren mit Abschluss

Analyse über Studienverläufe Analyse über Studienverläufe - © APA (Archiv)
An öffentlichen Universitäten hat nach sieben Jahren bzw. 14 Semestern nur jeder Zweite (51 Prozent), der im Wintersemester 2008/09 ein Bachelor-Studium begonnen hat, einen Abschluss in der Tasche. Das muss nicht unbedingt im begonnenen Studium sein. An den Fachhochschulen (FH) und Pädagogischen Hochschulen (PH) sind es dagegen drei von vier (FH: 75 Prozent, PH: 76 Prozent nach zwölf Semestern).

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Das zeigt eine am Freitag in Wien präsentierte Erhebung des Instituts für Höhere Studien (IHS) über Studienverläufe und -zufriedenheit, ein Zusatzbericht zur Studierenden-Sozialerhebung 2015. Die Wissenschafter haben dazu den Studienverlauf jedes einzelnen Studienanfängers (Bildungsinländer) des Wintersemesters 2008/09 analysiert (Sie nennen diese Berechnungsmethode “true-cohort”). Dies sei methodisch sauberer als etwa Anfängerzahlen eines Jahres mit Absolventenzahlen nach der Mindeststudiendauer zu vergleichen.

Mit dieser Methode zeigt sich, dass man aus der Zahl der Abschlüsse nicht einfach auf die Drop-Out-Quote rückschließen – also im konkreten Fall angesichts von 51 Prozent Abschlüssen auf 49 Prozent Abbrecher – hochrechnen kann. Denn nach 14 Semestern ist noch fast ein Fünftel (19 Prozent) inskribiert – “und davon schließen auch noch welche ab, wahrscheinlich etwa die Hälfte”, so Bianca Thaler, eine der Studienautorinnen. Tatsächlich völlig mit dem Studieren aufgehört haben nach sieben Jahren 30 Prozent.

Während an den Unis die Kurve der Abschlüsse im Laufe der Semester relativ glatt und stetig ansteigt, zeigt sich an den FH und PH ein sprunghafter Anstieg im 6. Semester, also nach Ende der Mindeststudiendauer. Da haben bereits 61 Prozent an den FH und 50 Prozent an den PH ein Studium abgeschlossen. Nach sieben Jahren steigt dieser Prozentsatz an den FH auf 75 Prozent (79 Prozent bei den Vollzeit- und 65 Prozent bei den berufsbegleitenden Studiengängen), an den PH sind es 76 Prozent (nach 12 Semestern). Im Gegensatz zu den Unis ist an FH und PH nach sechs Jahren praktisch niemand mehr inskribiert.

An den FH hat bereits nach vier Semestern jeder Fünfte (20 Prozent) das Handtuch geworfen, die Abbrecherquote steigt dann bis zum 14. Semester nur mehr auf 25 Prozent. An den Unis hatten nach zwei Jahren 13 Prozent aufgehört, dieser Anteil steigt aber im Laufe der Studienjahre stetig auf 30 Prozent. Ähnlich an den PH (11 Prozent Drop-Outs nach zwei Jahren), wo allerdings die Studienabbruchquote nach zwölf Semestern bei 19 Prozent liegt.

Nach Geschlechtern betrachtet schließen Frauen öfter und schneller ab als Männer, entscheiden sich aber früher dazu abzubrechen. Je älter man bei der Erstzulassung ist, desto geringer sind die Erfolgsquoten, wobei es hier große Unterschiede zwischen den Fächern gibt. Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen bei “Jus”, “dort braucht man kaum noch anfangen, wenn man über 21 Jahre alt ist, ab diesem Alter schließen nur noch fünf Prozent ab”, so Studienautor Martin Unger.

Studienanfänger, die eine berufsbildende höhere Schule (BHS) abgeschlossen haben und ein facheinschlägiges Studium beginnen, haben oft höhere Erfolgschancen als AHS-Absolvente. Dies zeigt sich stark in ingenieurwissenschaftlichen Studien, aber auch in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und selbst in Medizin. Studenten, die mit einer Berufsreife- oder Studienberechtigungsprüfung an die Uni gekommen sind, haben dagegen deutlich geringere Erfolgsquoten.

Große Unterschiede gibt es auch zwischen jenen, die im Winter- oder Sommersemester zu studieren beginnen: letztere haben deutlich höhere Abbruchquoten. Sie seien beim Studienbeginn meist älter und kämen oft über den zweiten Bildungsweg an die Uni, erklären sich die Studienautoren dieses Phänomen.

Bei den Anfängern eines Masterstudiums im Jahr 2010/11 liegt die Erfolgsquote an den Unis nach zehn Semestern bei 64 Prozent, an den Fachhochschulen bei 84 Prozent. Tatsächlich abgebrochen haben an den Unis nach fünf Jahren 21 Prozent, 15 Prozent sind dort nach wie vor inskribiert. An den FH haben 14 Prozent aufgehört, zwei Prozent studieren noch.

Bei den Doktoratsstudien (Anfänger des Jahres 2003/04) liegt die Erfolgsquote nach 24 Semestern mit 45 Prozent praktisch gleich hoch wie die Abbrecherquote (46 Prozent). Jeder zehnte (9 Prozent) Doktoratsstudent ist nach zwölf Jahren noch immer inskribiert.

(APA)



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