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ÖFB-Teamchef Koller warnt vor verfrühter EM-Euphorie

Gefeiert wird erst nach vollendeten Tatsachen Gefeiert wird erst nach vollendeten Tatsachen
Nach viermonatiger Pause kämpft Österreichs Fußball-Nationalteam um den nächsten Schritt in Richtung EM-Teilnahme 2016. Im Auswärtsspiel am Freitag gegen Liechtenstein wird von David Alaba und Co. ein Sieg erwartet, doch Coach Marcel Koller warnte im APA-Interview vor zu großer Erwartungshaltung und sprach auch über die Probleme der Liga und den richtigen Zeitpunkt für einen Auslands-Transfer.

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APA: Noch vor wenigen Jahren gab es vor vermeintlichen Auswärts-Pflichtsiegen regelmäßig Angst vor einem Umfaller, nun herrscht vor dem Liechtenstein-Match allgemeine Zuversicht. Ist diese Grundstimmung berechtigt oder bedeutet sie eine gewisse Gefahr?

Koller: “Eine Gefahr ist sie dann, wenn die Spieler auch so denken. Wenn das in der Öffentlichkeit passiert, können und wollen wir es gar nicht beeinflussen, doch die Mannschaft muss wissen, dass es kein lockerer Spaziergang wird. Wir müssen unsere Qualität in jedem Spiel abrufen. Wenn wir nachlässig sind, wird es schwierig. Wir waren jetzt vier Monate nicht zusammen, aber ich gehe davon aus, dass in den letzten Jahren viel hängegeblieben ist und alle fokussiert sind.”

APA: Österreich ist bei Siegen in den Partien gegen Liechtenstein und die Republik Moldau fix bei der EM, unabhängig von den restlichen Spielen – stimmt diese Hochrechnung?

Koller: “Das können wir jetzt noch nicht wissen. Und wenn wir davon ausgehen, dass wir zweimal gegen Liechtenstein und einmal gegen Moldau locker gewinnen, kann ich jetzt schon sagen, dass das nicht der Fall sein wird.”

APA: Täuscht der Tabellenstand, weil auf das ÖFB-Team in der EM-Quali noch die drei laut Papierform schwierigsten Auswärtsspiele warten?

Koller: “Wir haben sicher noch schwere Partien vor uns, aber auch mehr Erfahrung und Selbstvertrauen und zudem die Qualität, um auswärts bestehen zu können. Doch dafür müssen wir auf den Punkt genau da sein und Konstanz haben.”

APA: Was spricht dafür, dass Österreich beim Turnier in Frankreich dabei ist?

Koller: “Dass wir ein gutes Team haben und gezeigt haben, mit allen mithalten und uns weiter steigern zu können. Aber in unserer Gruppe kann jeder jedem Punkte wegnehmen, da ist noch viel möglich.”

APA: Die Nationalmannschaft steht im Moment gut da. Gibt es trotzdem Bereiche, die Ihnen Sorgen bereiten?

Koller: “Wenn das Team beisammen ist, gilt es immer aufs Neue gewisse Stellschrauben zu justieren. Auch das Selbstvertrauen der Teamspieler ist ein anderes, wenn sie in ihren Clubs regelmäßig zum Einsatz kommen, als wenn sie über einen längeren Zeitraum nicht spielen und vielleicht gar nicht mittrainieren können. Doch derzeit haben viele eine gute Form.”

APA: Warum drängen sich derzeit nur sehr wenige Spieler aus der heimischen Bundesliga für das Nationalteam auf?

Koller: “Die Legionäre sind eine starke Konkurrenz. Im Moment muss man darauf hoffen, dass einer von ihnen verletzt, gesperrt oder völlig außer Form ist. Zum Beispiel ist Hosiner wegen seiner Operation nicht dabei und Okotie verletzt, dadurch ist ein Platz frei geworden, und jetzt schauen wir uns Djuricin an. Es gibt in der Liga einige junge Spieler, die aufzeigen, aber Schwankungen haben, was normal ist. Jeder muss sich weiterentwickeln, an sich arbeiten, zusätzliche Einheiten machen. Für uns ist Konstanz wichtig. Wir wissen, dass es in Österreich talentierte Spieler gibt und beobachten sie.”

APA: Während der Stellenwert des Nationalteams steigt, kämpft die Bundesliga mit Zuschauerschwund, mangelnder Infrastruktur und ausbleibenden internationalen Erfolgen. Droht der Liga ein Bedeutungsverlust?

Koller: “Das glaube ich nicht. Es ist wichtig, Synergien zu nützen. Der ÖFB braucht die Bundesliga. Es wäre für den gesamten österreichischen Fußball wichtig, wenn wir uns für die EM qualifizieren. Die Österreicher sind fußballbegeistert, das sieht man an den vielen Fans beim Nationalteam. Die würden auch zu den Clubs kommen, davon bin ich überzeugt. Die Verbesserung der Infrastruktur funktioniert nicht von heute auf morgen. Durch das neue Stadion wird es bei Rapid einen Boom geben, dadurch werden auch andere sehen, dass sie etwas tun müssen.”

APA: Der ÖFB braucht die Bundesliga, aber braucht auch das Nationalteam die Bundesliga? Die meisten heimischen Talente gehen ohnehin schon in jungen Jahren ins Ausland.

Koller: “Das Nationalteam braucht die Bundesliga ganz sicher, sie ist die Basis. Die Frage ist, ob jeder schon mit 15 ins Ausland muss. Viele von denen kommen bald wieder zurück. Junuzovic zum Beispiel hat sich in Österreich einen Namen gemacht, ist dann gewechselt und jetzt in Bremen erfolgreich. Es gibt ganz unterschiedliche Charaktere und da gilt es von Fall zu Fall zu überlegen, ob man nicht später aus Österreich weggehen sollte. Nicht jeder ist ein Alaba, und auch für ihn war es am Anfang schwierig. Man ist einfach reifer, wenn man fünf, sechs Jahre später geht.”

(Das Gespräch führte Alois Tschida/APA)



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