28. Juni 2012 17:42; Akt.: 5.08.2012 08:13

Österreichs erstes “Retortenbaby” feiert seinen 30. Geburtstag

Dr. Feichtinger und das erste österreichische "Retortenbaby" Zlatan Jovanovic Dr. Feichtinger und das erste österreichische "Retortenbaby" Zlatan Jovanovic - © www.wunschbaby.at
Vor drei Jahrzehnten war In-vitro-Fertilisation noch eine höchst außergewöhnliche Angelegenheit – dass dieses Verfahren beim Menschen überhaupt klappen würde, wurde angezweifelt. Inzwischen hat sich viel getan. Am 5. August 2012 wird Österreichs erstes “Retortenbaby” 30 Jahre alt.

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Zlatan Jovanovic wird dieser Tage nicht nur für seinen runden Geburtstag gefeiert – der Wiener ist auch Österreichs erstes “Retortenbaby”. Als er vor 30 Jahren das Licht der Welt erblickte, war die Geburt eines durch In-vitro-Fertilisation gezeugten Babys noch eine kleine Sensation.

In-vitro-Fertilisation: Heute alltäglich, damals sensationell

Heute ist In-vitro-Fertilisation in der Reproduktionsmedizin nicht mehr wegzudenken. Ehemals waren an der Wiener Universitäts-Frauenklinik im AKH mehrere junge Gynäkologen beteiligt, unter ihnen Wilfried Feichtinger und Peter Kemeter, die sich darüber freuen, dass ihr erster kleiner IVF-Sprössling am 5. August seinen 30. Geburtstag feiert.

Wie alles begann: In den 1970er Jahren Jahren steckte die Reproduktionsmedizin im wahrsten Sinne des Wortes noch in den Kinderschuhen. “Der Traum von der Befruchtung außerhalb des Mutterleibes im Reagenzglas existierte bereits sehr früh. Für die Mediziner war diese neue Form der Befruchtung zudem ein extrem spannendes medizinisches Forschungsgebiet”, erklärte Feichtinger am Donnerstag ine einer Aussendung.

Große Zweifel am Gelingen des Verfahrens

Gemeinsam mit einer Gruppe von Ärzten der Universitäts-Frauenklinik Wien befasste sich der Mediziner mit der Erforschung der weiblichen Eizelle. “Die Kollegen bezweifelten allerdings, dass IVF jemals beim Menschen funktionieren würde”, sagte der Arzt. “Ich selbst war immer überzeugt, dass es eines Tages klappen wird”, fügte er hinzu.

“Ganz zu Anfang war es faszinierend, an einem Forschungsprojekt mitzuarbeiten, in dem es noch so wenig Erfahrung gab. Die Arbeit an der Wurzel des Lebens reizt mich nach wie vor und ich möchte immer weitere und bessere Möglichkeiten finden, um Paaren zu helfen”, erklärte Feichtinger, der später mit Kemeter ein eigenes privates IVF-Institut aufbaute. Heute arbeiten die beiden Gynäkologen getrennt.

Erstes “Retortenbaby” der Welt war Britin

Die Vorarbeiten stammten aus Großbritannien. Bereits in den 1950er Jahren hatte der britische Embryologie Robert G. Edwards – er wurde 2010 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet – die Vision, dass eine In-Vitro-Ferlisierung hilfreich bei der Behandlung der Infertilität sein könnte. Er arbeitete schließlich mit dem Gynäkologen Patrick Stepto zusammen. Am 25. Juli 1978 erblickte in Großbritannien mit Louisa Brown das erste “Retortenbaby” das Licht der Welt. Bis 2010 wurden weltweit schon rund vier Millionen Kinder nach einer solchen Fertilitätsbehandlung geboren.

Am 5. August 1982 war es mit Zlatan Jovanovic in Österreich soweit. Die Alpenrepublik war damit weltweit nach England, Australien und den USA, Frankreich und Deutschland das sechste Land, in dem ein “Retortenbaby” nach einer In-vitro-Fertilisation auf die Welt kam.

(apa/red)



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