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Damen-Staffel-Gold an Deutsche – Österreich disqualifiziert

Dunja Zdouc und Julia Schwaiger sind nicht mehr dabei Dunja Zdouc und Julia Schwaiger sind nicht mehr dabei - © APA
Biathletin Julia Schwaiger hat bei der Heim-WM mit einem ungewöhnlichen Fauxpas die Disqualifikation der österreichischen Damenstaffel verschuldet. Ein unerlaubter vierter Nachlader der 21-jährigen Salzburgerin beim Liegendschießen war die skurrile Fußnote des von Topfavorit Deutschland gewonnenen Schlechtwetterrennens. Zum Zeitpunkt ihres Regelverstoßes lag Österreich bereits aussichtslos zurück.

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“Ich kann es mir nicht erklären, die Fehler haben mich irritiert, ich habe nicht richtig mitgezählt, das darf nicht passieren. Es war einfach verkorkst, wahrscheinlich waren es die Emotionen. Ein Blackout, ich kann es nicht mehr ändern. Ich bin megaenttäuscht, es tut mir sehr leid für die Staffel”, sagte Schwaiger. Dabei habe sie sich für ihren ersten Heim-WM-Einsatz besonders viel vorgenommen. “Ich habe mich so gefreut. Vielleicht ist im Hintergedanken gewesen, dass ich ihnen beweisen wollte, dass ich es drauf habe.”

Um die Junioren-WM-Medaillengewinnerin aus der Trainingsgruppe von Sandra Flunger und Alfred Eder hatte es seit Beginn der WM einige Kontroversen gegeben. Das Eder-Flunger-Lager, das mit den ÖSV-Verantwortlichen im Dauerclinch liegt, hatte ihre Nichtberücksichtigung mehrfach kritisiert.

Wie die 17.800 Fans im Stadion wunderte sich auch ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner über das ungewöhnliche Missgeschick. “Das habe ich noch nie gesehen, ich wüsste nicht, dass wir das schon einmal hatten, aber man sieht, es ist nichts unmöglich”, sagte Gösweiner zur APA – Austria Presse Agentur.

Die Aufstellungsdiskussion war seiner Meinung nach nicht der Grund. “Nein, absolut nicht, das ist einfach im Rennverlauf passiert. Sie war wahrscheinlich wegen eines Nachladers, der ihr rausgefallen ist, von der Rolle und dann hat sie wahrscheinlich einen zu viel erwischt.” Große Vorwürfe mache er Schwaiger aber nicht. “Im Stress und in der Hektik passieren Fehler, aber das sollte natürlich nicht passieren.”

Die vom Drama beim ersten Anschlag total verunsicherte Saalfeldenerin, die an Position 16 von Startläuferin Dunja Zdouc (4 Nachlader) übernommen hatte, musste beim Stehendschießen auch noch in die Strafrunde. Sie übergab deshalb mit Riesenrückstand am Ende des Feldes an Christina Rieder. Die Salzburgerin wurde schließlich nach ebenfalls fehlerhaften Schießeinlagen nach der Überrundung durch Deutschlands Schlussläuferin Laura Dahlmeier aus dem Rennen genommen. Laut Gösweiner hätte man Hauser, die am Sonntag als einzige ÖSV-Athletin auch im Massenstart antritt, aber ohnehin nicht mehr laufen lassen, zumal die Disqualifikation bereits festgestanden war.

Unberührt vom Chaos um die Österreicherinnen feierten die deutschen Damen bei dichtem Schneefall einen Favoritensieg. Superstar Dahlmeier machte es mit zwei Nachladern beim letzten Schießen zwar noch spannend, in der Schlussrunde verteidigte die Ausnahmeathletin ihren Vorsprung aber problemlos. Sie durfte damit über ihre bereits vierte Goldene in Hochfilzen jubeln. Das war bei einer WM zuvor nur den beiden Norwegerinnen Liv Grete Poiree (2004) und Tora Berger (2013) gelungen.

“Es ist gigantisch, aber ich möchte herausheben, dass wir ein ganz tolles Team sind. Nach dem Stehendschießen ist es noch einmal ein bisserl spannend geworden, aber ich habe alle Scheiben getroffen, das ist das Wichtigste”, erklärte Dahlmeier. Im Massenstart am Sonntag kann die 23-Jährige noch nachlegen. “Schau ma amoi, dann sehen wir’s schon”, meinte sie dazu. Nach der Flower Ceremony erlitt Dahlmeier wie schon nach dem Einzel einen Schwächeanfall, weshalb sie nicht an der Pressekonferenz teilnehmen konnte.

Mit der zehnten WM-Medaille in Folge stellte die Garmischerin einen neuen Rekord auf. In Hochfilzen stehen für sie Gold mit der Mixed- und Damenstaffel, in der Verfolgung und im Einzel sowie Sprintsilber zu Buche. Silber in der Damenstaffel ging an die Ukraine (+ 6,4 Sek.). Bronze sicherte sich Frankreich (8,1). Titelverteidiger Norwegen kam nicht über Rang elf hinaus.

(APA)



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