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ÖSV-Springer wollen Fans bei Heimbewerben begeistern

Michael Hayböck freut sich auf Innsbruck und Bischofshofen Michael Hayböck freut sich auf Innsbruck und Bischofshofen
Der erste Saisonsieg der ÖSV-Skispringer ist überfällig, in den zwei Heimbewerben der Vierschanzentournee in Innsbruck am Sonntag (14.00 Uhr) und drei Tage später in Bischofshofen (17.00 Uhr/jeweils live ORF eins) soll es für Michael Hayböck und Stefan Kraft endlich klappen. Das aktuelle Top-Duo des ÖSV will die heimischen Fans begeistern.

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Hayböcks Rückstand in der Tourneewertung hat sich nach dem fünften Platz von Garmisch-Partenkirchen vergrößert. Als Dritter liegt er 21,1 Punkte hinter Halbzeit-Spitzenreiter Peter Prevc. Der Bischofshofen-Sieger des Vorjahres will sich von der tollen Stimmung in den Stadien inspirieren lassen. “Ich rechne nicht, sondern schaue nur auf meine Performance”, erklärte Hayböck.

Im Neujahrsspringen wäre für den Oberösterreicher noch mehr möglich gewesen. Doch Hayböck freundet sich mit seiner “Angst-Schanze” (“Sie zeigt mir meine Fehler auf”) immer besser an. Dass er im Finale seinen dort besten Sprung zeigte, bewertete der 24-Jährige sehr positiv. “Warum sollte ich also Trübsal blasen?”, fragte Hayböck.

Denn nun kommen die Lieblingsbewerbe der ÖSV-“Adler”. “Innsbruck und Bischofshofen sind unsere absoluten Highlights, da ist die Stimmung einzigartig”, betonte Hayböck. “Ich hoffe, dass wieder viele rot-weiß-rote Fahnen da sind und das Stadion voll ist. Die anderen können auf jeder Schanze springen, das wissen wir, aber die heimischen Fans machen für uns den Unterschied aus.”

Hayböck war in den vergangenen fünf Bewerben dreimal Zweiter und nie schlechter als Neunter. In der Heimat bietet sich ihm und Stefan Kraft nun die Chance auf den ersten ÖSV-Saisonsieg. Der ist überfällig. Denn die Österreicher kommen erstmals seit zehn Jahren (2005/06) ohne Erfolg zu den Heimbewerben. Damals – also drei Jahre vor der seit 2009 andauernden ÖSV-Erfolgsserie bei der Tournee – war der erste Sieg erst im 16. Bewerb gelungen.

“Mit den heimischen Fans im Hintergrund ist einiges drinnen”, versicherte Titelverteidiger Kraft, der im Vorjahr nach Schanzenrekord auf dem Bergisel (137 m) hinter dem Deutschen Richard Freitag Zweiter war. Die Chance auf das Double ist freilich dahin. Der 22-Jährige hat als Siebenter der Tournee-Gesamtwertung bereits 46 Punkte Rückstand.

Hayböck war 2015 auf dem Bergisel vom Aufwind sogar auf 138 m getragen worden, musste aber nach der Landung in den Schnee greifen und wurde dennoch Sechster. Er hat auch diesmal die Gesamtwertung noch nicht abgeschrieben. “Wir kämpfen darum, dass wir nach wie vor mitmischen. Aber wir wissen, dass Prevc sehr stark springt und dass er ein ganz harter Brocken wird”, betonte der Vorjahres-Zweite der Tournee.

Die von Architektin Zaha Hadid entworfene Schanze oberhalb der Olympia-Stadt war allerdings für Prevc zuletzt zum Problem geworden. Dort verspielte er im Vorjahr den möglichen Tourneesieg, als Elfter lag er 28 Punkte hinter Kraft. “Das wird eine große Herausforderung”, gab der 23-Jährige zu.

Egal, wen die Fans besonders anfeuern, Prevc zieht immer Positives aus der tollen Atmosphäre. “Mich motiviert ein großes Publikum sehr. Wenn viele Zuschauer da sind, springe ich immer besser. Ich hoffe, dass ich in Innsbruck ähnliche Sprünge schaffe”, betonte der überlegene Garmisch-Sieger.

Severin Freund, der als Gesamt-Zweiter 8,6 Punkte zurückliegt, will den vierfachen Saisonsieger jedenfalls weiter unter Druck setzen. Obwohl er auf den zwei österreichischen Schanzen bisher nie auf dem Podest war. “Ich sehe es positiv, fertig geschrieben ist noch nichts”, erklärte der Bayer.

Sein Trainer Werner Schuster weiß als langjähriger ÖSV-Coach, worauf es in Innsbruck ankommt. “Auf der kleinsten Tournee-Schanze ist es nicht leicht, sich abzusetzen. Das ist eher etwas für gute Abspringer. Da ist Präzision gefragt, der kleinste Fehler kann sich fatal auswirken.”

Die Ortskenntnis spräche jedenfalls auch für Gregor Schlierenzauer. Der Stubaier ist als Athlet des SV Innsbruck-Bergisel auf diesem Bakken groß geworden. Nun kommt der Bewerb für ihn zur rechten Zeit. Ein Training vor wenigen Tagen verlief positiv, nun will sich der zweifache Tourneesieger auch bei kurzem Ablauf im Wettkampf beweisen.

“Auf der Heimschanze einen Wettkampf zu haben, ist nie schlecht. Da ist sicher auch das Gefühl besser”, meinte Schlierenzauer. Gerade das gute Gefühl bei seinen Sprüngen ist das, was der WM-Zweite zuletzt schmerzlich vermisst hatte. Trainer Heinz Kuttin sieht ihn aber auf einem guten Weg aus der Krise. “Ich glaube, dass er bald Richtung Top Ten springen kann.”

Schlierenzauer wartet schon lange auf ein Topresultat. 2015 blieb er zum ersten Mal seit seinem Durchbruch im Dezember 2006 in einem Kalenderjahr ohne Sieg. Der Rekord-Gewinner im Weltcup, der 9 seiner 53 Siege im Rahmen der Tournee gefeiert hat, bilanzierte dennoch positiv. “2015 war ein wertvolles Jahr. Da habe ich tolle Erfahrungen sammeln dürfen.”



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