13. September 2012 15:13; Akt.: 13.09.2012 15:13

ÖVP-Klausur – Spindelegger will kein rotes Bundesheer-”Abenteuer”

Volkspartei "dagegen, alles abzuschaffen ohne zu wissen, was kommt". Volkspartei "dagegen, alles abzuschaffen ohne zu wissen, was kommt". - © APA
ÖVP-Chef Michael Spindelegger hat in seiner Grundsatzrede bei der Klubklausur der Volkspartei in Saalfelden seine Abgeordneten für den Kampf um die Wehrpflicht motiviert. “Bewahren wir das gute System und gehen wir nicht in Richtung Abenteuer”, sagte Spindelegger und tat die Berufsheerpläne der SPÖ als Wunschträume ab.

alt Korrekturen melden

Man könne sich mit dem gleichen Budgetaufwand ein Berufsheer nicht leisten. Das sei “Alice im Wunderland”. Auch das SPÖ-Modell für den Zivildienst-Ersatz, das gleichzeitig “freiwillig und bezahlt” sei, verwies Spindelegger ins Land der Träume.

ÖVP gegen “Vollkaskogesellschaft”

Die ÖVP sei “dagegen, alles abzuschaffen ohne zu wissen, was kommt”. Die ÖVP sei dafür, dass jeder im Land einen Beitrag leisten müsse. “Das ist die Basis für Solidarität.” Und man wolle “keine Vollkaskogesellschaft”, so Spindelegger. Es stimme auch nicht, dass das Bundesheer mehr Profis brauche, denn die Soldaten seien bereits Profil. Auch den Grundwehrdienst wolle man sich nicht ganz schlecht reden lassen. “Es ist megacool”, habe ihm ein Rekrut heute beim Kasernen-Besuch gesagt, und das bedeute in der Jugendsprache sehr viel, übersetzte Spindelegger.

Der Salzburger Landesparteiobmann Wilfried Haslauer machte auf die Tragweite der Entscheidung über die Wehrpflicht aufmerksam. Das sei die wichtigste und weittragendste Entscheidung seit dem EU-Beitritt. Das müsse man der Bevölkerung auch klarmachen und die Sachfrage in den Vordergrund stellen, so Haslauer. Dass eine so wichtige Entscheidung mittels Volksbefragung getroffen werden soll, findet er im Gegensatz zu seinem Kollegen aus der Steiermark, Hermann Schützenhöfer, aber “nicht negativ”.

Der Salzburger VP-Chef betonte weiters, dass das Bundesheer jetzt schon starke berufssoldatische Elemente habe und man daher nicht so tun brauche, als sei es ein reines Freiwilligen-Heer. Man dürfe aber auch nicht verschweigen, dass vieles beim Militär verbesserungswürdig sei. “Es wäre fatal, so zu tun, als wäre alles bestens”. Das Bundesheer habe Reformbedarf. Wenn die ÖVP für die Beibehaltung der Wehrpflicht plädiere, müsse sie daher auch den Reformbedarf kommunizieren, so Haslauer. Als “Hauptfeind” in der Debatte machte er die “Zeitverschwendung” beim Grundwehrdienst aus. Viele Rekruten würden durch die langen Stehzeiten frustriert werden.

“Armee aus der Bevölkerung für die Bevölkerung”

Haslauer glaubt, dass gemäß dem Drei-Säulen-Modell (Grundwehrdienst, Katastrophendienst oder Zivildienst) der ÖVP künftig 15.000 statt 24.000 Präsenzdiener ausreichen würden. Einmal mehr thematisiert wurde auch das Ehrenamt. 70 Prozent der Zivildiener würden sich nach ihrem Dienst freiwillig weiter bei den Trägerorganisationen engagieren. Mit der Abschaffung der Wehrpflicht würden die Organisationen diese Leute verlieren, warnte Haslauer. Insgesamt gehe es also um einen Mehrwert für die Gesellschaft, um die Förderung junger Menschen und darum, “keinen Fremdkörper als Bundesheer zu haben, sondern eine Armee aus der Bevölkerung für die Bevölkerung”.

(APA)



Kommentare 0

Neuen Kommentar schreiben

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

Mehr auf austria.com
Blind für Gefahr von Rechts? Wie das Ausland den NSU-Prozess sieht
Türkische Medien schauen beim NSU-Prozess ganz genau hin: Das Verhalten der Hauptangeklagten Beate Zschäpe sorgt dort [...] mehr »
Nächste Deadline bei Lehrerdienstrecht rückt näher
Bei den Verhandlungen über ein neues Lehrerdienstrecht rückt die nächste Deadline näher: Ursprünglich hätten die [...] mehr »
Tausende demonstrierten in Rom für Beschäftigung
Tausende Menschen haben am Samstag in Rom für mehr Beschäftigung demonstriert. Die Kundgebung wurde von der [...] mehr »
Merkel zu Privataudienz beim Papst
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Pfingstsamstag in Rom von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen [...] mehr »
Homo-Ehe in Frankreich in Kraft getreten
Homosexuelle Paare dürfen in Frankreich künftig heiraten und Kinder adoptieren. Mit seiner Unterschrift unter das in [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Herbstkollektion von Popp & Kretschmer präsentiert

Forever 21: Die aktuellen Shorts-Trends

Angelika Ahrens hat es nicht ins Finale von Dancing Stars geschafft

Richard Lugner wurde vor Opernball um 150.000 Euro betrogen

66. Filmfestspiele in Cannes haben begonnen


Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung