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Olympia-Untersuchungsausschuss verabschiedet sich in den Sommer

Olympia-Untersuchungsausschuss verabschiedet sich in den Sommer
Salzburg – Mit dem zehnten Anhörungstag am Dienstag hat sich der Olympia-Untersuchungsausschuss des Salzburger Landtages bis in die zweite Septemberhälfte in den Sommer verabschiedet.

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Viele Details zur Bewerbung Salzburgs um die Winterspiele 2014, die bis dahin Außenstehenden völlig fremd waren, kamen dank der Arbeit dieses Grüppchens doch noch ans Licht der Öffentlichkeit. Ein in sich stimmiges Bild ergibt sich aber wegen der vielen widersprüchlichen Aussagen nur zum Teil.

31 Zeugen wurden bisher gehört, vier von ihnen entschlugen sich der Aussage: die drei Ex-Geschäftsführer Fedor Radmann, Gernot Leitner und Rudolf Höller, gegen die ein Strafverfahren läuft, sowie ein Sachverständiger, der in genau diesem Verfahren Gutachter ist.

Passend zu den fünf Olympischen Ringen waren es ebenso viele Themenbereiche, die sich wie ein roter Faden durch die oft langwierigen Befragungen der acht Abgeordneten und des Richters Anton Meinhart zogen: der 2. Rechnungskreis der Bewerbungsgesellschaft, der ominöse Förderverein als 3. Rechnungskreis, Rolle und Kosten der Berater, die “begleitende Kontrolle” sowie das angebliche “Darlehen” über 300.000 Euro, das von der Gesellschaft an den Förderverein floss.

Dass es in der Bewerbungsgesellschaft einen “2. Rechnungskreis” gab, wurde erst durch die Rechnungshof-Prüfung nach der gescheiterten Kandidatur öffentlich bekannt. Fast einhellig beteuerten nun die Zeugen, über diesen sollten die Sponsorengelder laufen, um eine klare Trennung zwischen öffentlichen und privaten Mitteln zu schaffen. Die Frage, welche Ausgaben genau diesen Sponsorengeldern zugeordnet werden sollten, konnte aber niemand beantworten.

Die Annahme, es sollten eher strittige Zahlungen sein, wird durch ein aufgetauchtes bewerbungsinternes Mail erhärtet: Zahlungen, “die nicht im Rahmen der Bundesvergabeordnung vergeben wurden”, die “Repräsentationsaufwendungen, Bewirtungsspesen, Geschenke, geldwerte Zuwendungen beinhalten, die in ihrer Angemessenheit bzw. ihrer Verwendung öffentlicher Kritik ausgesetzt sein könnten bzw. auch den Empfänger dieser Zuwendungen kompromittieren könnten”, sollten dort verbucht werden. Der erste Bewerbungs-Geschäftsführer Toni Schutti bestätigte diese Vermutung am Dienstag dem Sinne nach.

Eine wichtige Rolle spielte der Olympia-Förderverein, der ohne das “Darlehen” über 300.000 Euro (siehe unten) wohl für immer im Verborgenen geblieben wäre. Über diesen Verein flossen zusätzlich zum (von 7,1 auf 10,4 Mio. Euro gestiegenen) Budget der Gesellschaft noch einmal etwa 3,7 Mio. Euro, davon knapp 2,5 Mio. Euro Sponsorengelder. Um 2 Mio. Euro heuerte der Verein Berater an, er hatte also ausgabenseitig eine ähnliche Funktion wie Rechnungskreis 2. Auch die Geldflüsse zwischen Verein und ÖOC sind bemerkenswert: Laut Kassabuch zahlte der Verein rund 1,12 Mio. Euro an das ÖOC, zurück kamen allerdings nur 470.000 Euro.

Wer die Idee zur Gründung hatte, darüber scheiden sich die Geister: Aufsichtsrats-Chef Bürgermeister Heinz Schaden (S) bestreitet dies vehement, aus ÖOC-Kreisen zeigen aber alle auf ihn. Ein seltsamer Verein war es allemal, wussten doch zumindest zwei der insgesamt sechs Funktionäre und beide Rechnungsprüfer eigenen Angaben zufolge gar nicht, dass sie eine Funktion innehatten. Und auch viele Aufsichtsrats-Mitglieder wollen erst im Nachhinein von dessen Existenz erfahren haben. Bei der einzigen Rechnungsprüfung, die erst 2009 erfolgt ist, fehlten offenbar fast alle großen Geldbewegungen in den Unterlagen.

Großes Fragezeichen waren auch die Berater, die in Summe etwa 4 Mio. Euro (je 2 Mio. von GmbH und Verein) der Bewerbungskosten verschlungen haben. Mehrfach wurde ausgesagt, dass nur durch sie der Zugang zu den entscheidenden Personen der Olympiabewegung möglich sei und diese eben entsprechende Summen verlangen. Welche konkreten Leistungen vereinbart und ob diese auch erbracht wurden, ließ sich allerdings nicht eruieren. Etwa Erwin Roth – nach Eigendefinition der Stratege der Bewerbung -, der mit einem Honorar von rund 1,2 Mio. Euro fast zehn Prozent der gesamten Kosten verursacht hat: Was dieser Mann genau getan hat, darüber konnten die Zeugen keine Auskunft geben.



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