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OSV kommt nicht zur Ruhe – Offene Athleten-Kritik

Nadine Brandl hat kein Vertrauen in die derzeitige OSV-Spitze Nadine Brandl hat kein Vertrauen in die derzeitige OSV-Spitze
Der österreichische Schwimmverband (OSV) kommt auch knapp ein Jahr nach der Bestellung einer neuen Führung am Welser Verbandstag nicht zur Ruhe. Am Dienstag wollte der OSV eine Zwischenbilanz seiner Arbeit ziehen. Synchronschwimmerin Nadine Brandl nutzte diese Gelegenheit für offene kritische Worte am Vorstand. ÖSV-Präsident Stefan Miklauz war zudem vor rund drei Wochen zurückgetreten.

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Neben OSV-Vizepräsident Peter Rothbauer, -Generalsekretär Thomas Unger und -Rechtsreferent Arno Pajek war mit Brandl auch eine Sportlerin auf dem Podium. Die schon für die WM im Sommer in Kasan qualifizierte Wienerin sollte kundmachen, wie viel sich in den vergangenen zwölf Monaten unter der neuen Führung im Verband zum Besseren gewandelt hat. Doch die zweifache Olympia-Teilnehmerin dachte nicht daran.

Brandl nutzte vielmehr die mediale Bühne, um ihren Unmut über so manches zu äußern. “Mir fehlt das Vertrauen in den Vorstand”, waren ihre Schlussworte. Davor hatte sie zwar hervorgehoben, dass ihre Sparte seit Februar über eine zweite Trainerin von Qualität verfüge, sonst überwogen die Minus- die Plus-Punkte aber bei weitem. “Bestimmte Entscheidungen werden im Vorstand nur oberflächlich durchdacht”, führte Brandl in punkto Synchronschwimmen aus.

Dabei bekrittelte sie, dass die Bereitschaft, sich mit der doch komplexeren Sportart zu befassen, aus ihrer Sicht im Vorstand nicht gegeben sei. Von diesem Vorwurf nahm Brandl mit Gerd Lang einen weiteren der drei Vizepräsidenten zum Teil aus. Dritter “Vize” ist Stefan Opatril. Vorschläge der aus dem Metier kommenden Fachwartinnen Alexandra Worisch und Julia Nuler wären abgelehnt worden, beide sind bereits zurückgetreten. Nachfolger gibt es noch keinen.

Im Forum nutzte mit Veronika Kratochwil eine Ex-Wasserspringerin die Chance zur öffentlichen Meinungsäußerung. Die Teilnahme von Constantin Blaha an der hochwertigen World Series 2014 sei vom OSV totgeschwiegen, ihr Angebot einer medialen Unterstützung dankend abgelehnt worden. Rothbauer war dieses Offert neu, er wollte darauf zurückkommen. Vorerst aber versuchten er und seine Kollegen, den Journalisten auch positive Aspekte zu vermitteln.

“Die Verwaltungsabläufe wurden vereinfacht und entschlackt”, stellte etwa der seit Ende November fix als “General” fungierende Unger klar. Viele Gelder wurden von der Verwaltung hinüber zu den Sportlern umgeschichtet. Rund drei Viertel des auf 1,3 Millionen Euro pro Jahr bezifferten OSV-Budgets kämen den Aktiven und ihrem Umfeld wie den Trainern zugute. Auch würde man sich bemühen, sich international einen besseren Namen zu machen.

Am 10. Oktober etwa tagt der Kongress des Europäischen Verbandes (LEN) in Wien, dafür habe man bei einer Visite von LEN-Seite erst vor kurzem viel Lob erhalten. Außerdem will man sich um die Ausrichtung der Kurzbahn-EM 2017 bewerben, zuletzt hatte es 2004 in der Wiener Stadthalle für Markus Rogan, Mirna Jukic und Fabienne Nadarajah insgesamt sieben Medaille gegeben.

Die Erfolge im Nachwuchs seien da, um wieder eine so schlagkräftige Truppe zusammenzubekommen. Davon zeugten zum Beispiel sieben Finalplätze bei der vergangenen Jugend-EM. Rothbauer: “Wir wollen, dass diese Jugendlichen möglichst rasch die Lücke zur allgemeinen Klasse schließen.” Dafür braucht es finanzielle Mittel. Ein Großsponsor, wie es Ströck war, ist jedoch nicht in Sicht. Es gebe aktuell Unterstützungen im Sach- und Dienstleistungsbereich.

Brandl hatte eingangs ihrer Ausführungen angemerkt, dass sie vom Vorstand vor der Pressekonferenz ob ihrer Ausführungen gebrieft bzw. instruiert worden sei. Sie habe sich aber im Gegensatz dazu quasi zum Aufzeigen des Status Quo entschlossen. Rothbauer in einer Reaktion: “Wir stellen uns der Kritik, nehmen sie zur Kenntnis. Es sind noch eine Menge Steine, die vor uns liegen. Wir werden versuchen, dem entgegenzuwirken.”

Nicht nur Steine, sondern Brocken könnten auf den OSV in Form von Schadenersatzzahlungen zukommen. Die Forderungen bestehen und belaufen sich laut Pajek auf an die 280.000 Euro. Sie basieren aus Salzburg von Vereinen und dem Verband nach deren Ausschluss sowie auf Einsprüchen gegen beim Verbandstag 2014 vollzogenen Änderungen der Statuten. Noch nicht inkludiert ist eine angekündigte Forderung von SC Austria Wien von rund 100.000 Euro.

Sollte auch nur ein Teil dieser Summen geltend und der OSV zur Kasse gebeten werden, stünde der Vorstand vor einem Problem. “Wir wissen nicht, woher wir dann das Geld nehmen sollten”, sagte Pajek. “Ich glaube aber nicht, dass wir es zahlen müssen.” Man müsse nach vorne schauen. Ein neuer Präsident sei da noch nicht zu sehen. Bis zur Bestellung eines Miklauz-Nachfolgers seien noch bis zu elf Monate Zeit. Vorläufig führt das “Vize”-Triumvirat die Geschäfte.



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