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Papstgegner kontra "Papa-Boys": Gewalt bei Kundgebung

Papstgegner kontra "Papa-Boys": Gewalt bei Kundgebung
Papst Benedikt XVI. ist am Donnerstag für eine viertägige Teilnahme an dem katholischen Weltjugendtag in Madrid angekommen. Zur Willkommenszeremonie für den Papst hatten sich auf dem Flughafen Barajas der spanische König Juan Carlos und Königin Sofía eingefunden.

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Für das internationale Treffen katholischer Jugendlicher werden in der spanischen Hauptstadt bis Sonntag über eine Million Menschen erwartet.

Der Besuch des Kirchenoberhauptes im katholisch geprägten, aber auch stark säkularisierten Spanien ist dabei nicht unumstritten. Am Vorabend demonstrierten Tausende im Zentrum von Madrid gegen den Einsatz von Steuermitteln für solche Kirchentreffen und für eine völlige Trennung von Staat und Kirche. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten, bei denen elf Menschen verletzt wurden.

Hässliche Szenen vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI.

Wenige Stunden vor der Ankunft des Kirchenoberhaupts lieferten sich Teilnehmer des katholischen Weltjugendtages und Papstgegner hitzige Wortgefechte und Schlägereien. Polizisten trennten die Widersacher. Aber die Lage eskalierte, als später eine Gruppe radikaler Papstgegner die Beamten mit Flaschen bewarf und die Polizei daraufhin mit Schlagstöcken gegen die Angreifer vorging. Die Bilanz: acht Festnahmen und elf Verletzte.

“Solche Zwischenfälle im Vorfeld des Papstbesuchs hätten nicht passieren dürfen”, meinte die Zeitung “El País” am Donnerstag. “Sie werfen ein schlechtes Licht auf die Stadt.” In einem Monat besucht der Pontifex seine deutsche Heimat. Stationen der Reise vom 22. bis 25. September sind Berlin, Thüringen und Freiburg. In Berlin hat ein Bündnis von dutzenden Anti-Papst-Initiativen Proteste angekündigt.

Eskalation an der Puerta del Sol

In Madrid begannen die Auseinandersetzungen, als der Demonstrationszug von Linken, Homosexuellen und Gegnern der Kirchenhierarchie die Puerta del Sol erreichte. Diesen Platz betrachtet die spanische Protestbewegung der “Empörten” als ihre Heimstätte. “Geht doch in die Messe” und “Der Papst ist ein Nazi” riefen Demonstranten auf dem Platz einer Gruppe von Pilgern zu. Die “Papa-Boys” erwiderten mit Sprechchören: “Benedicto! Es lebe der Papst!”

Die Veranstalter hatten die Protestkundgebung damit begründet, dass nach ihrer Ansicht mit dem Weltjugendtag und dem Papstbesuch zu viel Aufwand getrieben und in Zeiten der Krise dafür zu viel Geld ausgegeben werde. “Eure Rucksäcke haben wir mit unseren Steuergeldern bezahlt”, riefen sie den Papstanhängern unter Hinweis auf die Taschen zu, die die Teilnehmer des Weltjugendtags erhalten hatten.

Bereits im Vorfeld Spannungen

Die Kundgebung hatte bereits im Vorfeld in Spanien zu Streit geführt. Die Behörden hatten es zunächst verboten, dass der Zug die Puerta del Sol passieren darf, weil sie dort Auseinandersetzungen befürchteten, dann aber doch nachgegeben. Beim Aufeinandertreffen von “Empörten” und “Papa-Boys” bleib es überwiegend bei verbalen Zwistigkeiten. Ein Teil der Pilger auf dem Platz – wie eine Gruppe australischer Studentinnen – verstand gar nicht mehr, worum es überhaupt ging, weil die Spanisch-Kenntnisse nicht ausreichten.

Bei Besuchen des Papstes stellen Gegner immer wieder die Frage der Kosten für den Steuerzahler, so zuletzt bei der Visite Benedikts in England im vergangenen Jahr. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi ist Demonstrationen gegen Papst und Kirche gewohnt. Er hatte sich vor der Reise Benedikts nach Madrid nicht sonderlich beeindruckt von den angekündigten Kundgebungen gegen den Pontifex gezeigt: “Es gibt immer Demonstrationen bei Besuchen des Papstes.”

Vor neun Monaten hatte das Kirchenoberhaupt bei Besuchen in Santiago de Compostela und Barcelona den vom Vatikan als radikal empfundenen Laizismus in Spanien angeprangert. Gesetze der linken Regierung zu Abtreibung und Homo-Ehe hatten zu einem gespannten Verhältnis zwischen Madrid und der katholischer Kirche geführt.



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