“Ich weiß nicht, was an Pfarrern, die ihre tägliche Arbeit tun, zu disziplinieren wäre.” Die Initiative verstehe die Androhung nicht. Er wisse auch nicht, wie weit die Disziplinarmaßnahmen gehen würden, sagte Schüller. “Wir werden uns die Maßnahmen ansehen und werden uns von Experten beraten lassen.”
Schüller fordert eine Verfassung für den Kirchendialog, eine Art Dialog-Grundrechtskatalog. Derzeit werde der Dialog wie ein Gnadenakt praktiziert, der teils von oben zugelassen, teils aber wieder zurückgezogen werde.
“Wir haben keine Glaubenskrise, wie manche Kardinäle meinten, und wir haben keine Kirchenkrise, sondern wir haben eine Kirchenleitungskrise, die angegangen werden muss.”
Schüller vermutet, dass es eine ganze Reihe von Bischöfen gebe, die mit den Ansichten der Reformgruppen sympathisierten. “Was wir aber vermissen, ist, dass sich diese Bischöfe klar artikulieren. Auch sie sollten sich vernetzen.” Analog zur Pfarrerinitiative sollte es, so Schüller, auch eine Bischofsinitiative geben.
Mit Aussagen wie diesen stieß die Pfarrerinitiative am Mannheimer Katholikentag auf viel Zustimmung. Die Johanniskirche war bei Schüllers Auftritt im Rahmen einer Diskussion übervoll und es gab viel Szenenapplaus.