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Polizei deckte Fälle organisierter Bettelei auf

Deutlicher Anteil an krimineller Bettelei Deutlicher Anteil an krimineller Bettelei
Eine seit mehreren Monaten tätige Ermittlungsgruppe der Salzburger Polizei hat nun zwei Fälle organisierter Bettelei aufgedeckt. In einem Fall zwang ein Slowake vier Personen zum Betteln, in einem anderen Fall baten insgesamt elf Rumänen mit vorgetäuschten Behinderungen Passanten um Geld.

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Die Diskussion über Bettelei beruhe in Salzburg viel auf Spekulation, die Polizei wolle zu Versachlichung beitragen, sagte Landespolizeidirektor Franz Ruf am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Insgesamt werden von der Ermittlungsgruppe derzeit sechs Fälle intensiv beleuchtet. Salzburg sei sehr attraktiv für Bettler, weil sich hier im Vergleich zu anderen europäischen Städten höhere Beträge lukrieren lassen. “Es gibt sicher auch Fälle von Armutsbettelei”, meinte Ruf. Aber es gebe einen deutlichen Anteil an krimineller Bettelei. “Überall dort, wo wir tiefer hineingehen, tun sich Abgründe auf”, berichtete der Landespolizeidirektor.

Das Bettelwesen falle in den Aufgabenbereich von Stadt und Land, betonte Ruf. Die Polizei hat nun einen Forderungskatalog erarbeitet, der beim runden Tisch zum Thema Bettelei diskutiert werden soll. Es brauche sektorale Bettelverbote, verlangte Ruf erneut. Außerdem sollte das Betteln unter Vortäuschung einer Behinderung verboten werden. Eine Anmeldeverpflichtung für Menschen, die in Salzburg betteln wollen, hält Ruf ebenfalls weiter für sinnvoll.

Einer rumänischen Gruppe hat die Polizei in den vergangenen Monaten gewerbsmäßigen Betrug nachgewiesen. Sechs Männer hatten auf den Salzburger Straßen und Plätzen schwere körperliche Behinderungen vorgetäuscht, obwohl sie keinerlei Beeinträchtigungen hatten, berichtete Rechtsexperte Bernhard Rausch. Fünf weitere Personen werden als Beitragstäter geführt, sie waren beispielsweise als Geldwechsler oder Fahrer aktiv. Die Gruppe, die schon in vielen europäischen Städten aktiv war und deren Mitglieder zum Teil vorbestraft sind, nächtigte auf Autobahnraststätten in Salzburg und Mondsee. Ihr monatliches Einkommen wird von der Polizei auf 2.000 Euro pro Person geschätzt. Als die rumänischen Bettler von der Polizei im Sommer einvernommen wurden, haben sie Salzburg fluchtartig verlassen.

Menschenhandel und gewerbsmäßigen Betrug wirft die Polizei einem 52-jährigen Slowaken im anderen Fall organisierter Bettelei vor. Der Mann hatte in seiner Heimat vier Personen, denen er die Pässe abnahm, angeworben und mit falschen Versprechungen nach Salzburg gelockt. Hier mussten sie unter Androhung von Gewalt täglich von 7.00 bis 19.00 Uhr auf der Straße betteln und das gesamte Geld an den Slowaken abliefern. Sie übernachteten im Freien und bekamen nur das Notwendigste zu essen. Aufgeflogen ist der Fall, weil sich eine der drei betroffenen Frauen einer anderen Slowakin anvertraut und diese die Behörden verständigt hatte. Die Polizei geht derzeit von einer Schadenssumme von 63.000 Euro aus.

Die Fälle zeigten, wie wichtig bei Bettelei die internationale Zusammenarbeit sei, betonte Ruf. Nur so könne man die Ermittlungsergebnisse vernetzen und die Täter bestrafen.



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