Polizist beteuerte abermals seine Unschuld, er sieht sich gar selbst als Opfer. - © Neumayr/Archiv
Der Polizist hat sich aufgrund eines fehlgeschlagenen Juwelengeschäfts am Freitag erneut wegen schweren, gewerbsmäßigen Betruges vor einem Schöffensenat am Landesgericht Salzburg verantworten müssen. Der mittlerweile suspendierte Beamte soll einem Unternehmer für den Ankauf von Diamanten 100.000 Euro herausgelockt haben, der Deal ist aber nicht zustande gekommen. Der 59-jährige Salzburger war schon vor einem Jahr zu zehn Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof hob das Urteil wegen Begründungsmängel im Vorjahr auf.
Zu dem Betrug ist es laut Staatsanwältin Katharina Dirisamer im Oktober 2004 gekommen. Das mutmaßliche Opfer brachte erst 2009 eine Anzeige ein. Demnach habe der Polizist dem Salzburger Unternehmer das Edelsteingeschäft vorgeschlagen und ihm eine Rendite von 30 bis 40 Prozent zugesichert. Der Geschäftsmann übergab dem Beamten 100.000 Euro. “Er hat das Geld nicht wiedergesehen und auch keine Edelsteine erhalten”, sagte Dirisamer.
Doch der Polizist beteuerte heute abermals seine Unschuld. Er sieht sich selbst als Opfer: Ein Schwarzafrikaner habe ihm Rohdiamanten um 250.000 Euro angeboten. “Ich wollte die Steine dann mit Gewinn verkaufen.” Er selbst habe 150.000 Euro aus der Scheidung von seiner Frau für den Deal aufgebracht und diese Summe zusammen mit den 100.000 Euro des Geschäftsmannes in seiner Wohnung versteckt, schilderte der Beschuldigte.
Als der Schmuckhändler aus Paris mit den Edelsteinen eines Abends in Salzburg angekommen war, habe er einen schweren Fehler begangen, erzählte der Beamte. “Ich wollte die Edelsteine am nächsten Tag noch klassifizieren lassen. Ich sagte zu dem Afrikaner, er könne bei mir übernachten.” Er selbst schlief woanders, so der Polizist. “Als ich am nächsten Tag in der Früh in die Wohnung kam, war sie Kleinholz. Alles war herausgerissen. Der Mann hat das Geld gesucht und gefunden.” Der Schmuckhändler ist damit spurlos verschwunden.
Mit dem Juwelengeschäft hätte der Polizist eine Chance gesehen, das Geschäft seines Lebens zu machen, meinte Verteidiger Kurt Jelinek. “Heute wird ihm unterstellt, er wollte den Salzburger Geschäftsmann täuschen. Mein Mandant ist aber genauso ein Geschädigter”, sagte der Anwalt.
Von einem weiteren Betrugs-Vorwurf wurde der Angeklagte schon im ersten Rechtsgang rechtskräftig freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft lastete ihm an, er hätte den Geschäftsmann auch noch mit einem Geldwäsche-Trick um weitere 100.000 Euro gebracht. Den Freispruch begründete der damalige Richter mit der Verjährung dieses Falles. (APA)