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"Portraits einer Stadt" der Sommerszene 2010

Die Künstlerin Anja Hitzenberger neben ihren Bildern. Die Künstlerin Anja Hitzenberger neben ihren Bildern. - © APA
Salzburg Stadt – Die Sommerszene 2010 bietet neben vielen Veranstaltungen auch Ausstellungen an. Am Donnerstag wurde die Ausstellung “Portraits einer Stadt” feierlich eröffnet.

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Es ist nicht zu fassen. Da steht ein Grüppchen junger Passanten am Salzachufer und warnt vor “dem psychologisch aggressiven Angstpotenzial”, das von der Ausstellung “Portraits einer Stadt” ausgehen soll. Für ihre Eröffnungsausstellung hat die Salzburger Sommerszene die Fotografinnen Anja Hitzenberger und Anusha S. Yadav engagiert. Die beiden haben 152 großformatige Fotos gemacht von Ausländern, die in Salzburg leben. “Portaits einer Stadt” ist von 8. bis 25. Juli im Zentrum Salzburgs, zwischen Makartsteg und dem Müllnersteg, zu besichtigen. Angst ist dabei gänzlich überflüssig.

Keine Landeshauptstadt Österreichs beherbergt prozentuell mehr Ausländer als Salzburg. 30 Prozent der Salzburger sind Menschen mit Migrationshintergrund. Diese insgesamt 35.000 “Salzburger” kommen aus 149 Nationen. Ihnen hat die Sommerszene ihre Eröffnungs-Ausstellung gewidmet. Mit Fotos, die sie zeigen beim Arbeiten, Herumsitzen, Grübeln, Lachen oder Spazierengehen. Aber immer in ihrer Umgebung – in Salzburg.

Die Fotos selbst sind von unterschiedlicher Qualität, aber das ist sekundär. “Es geht um die Vielfalt in Bildern”, so Szene-Intendant Michael Stolhofer, und darum, “das verblüffend entspannte Lebensgefühl in dieser ‘Ausländerstadt’ ins Bewusstsein zu rufen”, wie es Bürgerliste-Stadtrat Johann Padutsch formulierte, der die Ausstellung “Portraits einer Stadt” eröffnet hat.

Die Salzburger Sommerszene heißt heuer “echt Salzburg“. Sie ist kurz, durchgehend gratis und spielt überwiegend im öffentlichen Raum. Auf dem Salzburger Residenzplatz etwa, wo ursprünglich auch Fußball hätte gezeigt werden sollen, hat Caden Mansons Big Art Group eine Video-Performance mit dem Titel “Die Salzburger” an die Fassade der Alten Residenz projiziert. Dort trafen Orest, Elektra und Iphigenie auf Salzburger Kultur-Präsidentinnen und Präsidenten, Hotelbesitzer, Geistliche, Rechtsanwälte, Studenten, Musiker, Fußballspieler und Straßenzeitungsverkäufer. Sie alle schmetterten ihre Ansichten zu “Terrorismus”, “Gerechtigkeit” oder “Demokratie” großformatig und mächtig über die Zuschauer, die lange genug auf den noch warmen Steinen des Residenzbrunnens ausharrten.

New Yorker Künstler zeigen uns Salzburg. Immerhin mit hoch leistungsfähigen Live-Videos, technisch fein abgestimmt und ästhetisch blitzsauber umgesetzt. Im Kern besteht “Die Salzburger” aber trotzdem nur aus einem eher altbackenen Interview-Konzept, bei dem der Zeigefinger recht gut kaschiert ist. Vor allem mit den antiken Figuren, die immer dann bemüht werden, wenn (der eh recht kluge) Alltag mit Bedeutung geschwängert werden muss.



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