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Psychologenverband für Rauchverbot: Nichtrauchen soll die Norm werden

"Nichtrauchen als Norm": Gerade Jugendliche und Ex-Raucher würden laut Psychologen vom Rauchverbot profitieren "Nichtrauchen als Norm": Gerade Jugendliche und Ex-Raucher würden laut Psychologen vom Rauchverbot profitieren - © pixabay.com
Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) spricht sich klar für ein Rauchverbot aus. Besonders für Jugendliche steige daduch die Wahrscheinlichkeit, gar nicht erst mit dem Rauchen zu beginnen. Auch der Beirat für Onkologie fordert ein “Rauch-Stopp”.

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Nach der Protestaktion einiger Wirte unter Teilnahme von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gegen das Rauchverbot in Lokalen haben Österreichs Lungenfachärzte erneut Alarm geschlagen: “Ein Kippen der bereits 2015 beschlossenen Novelle wäre unverantwortlich und würde Menschenleben und dem Gesundheitssystem viel Geld kosten”, hieß es in einer Aussendung am Freitag.

“Rauchverbot in der Gastronomie rettet Leben”

Irland und Italien würden zeigen, dass es durch ein Rauchverbot in der Gastronomie bei Aktiv- wie auch bei Passivrauchern zu einer raschen Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen kommt – bis hin zum Herzinfarkt. “Damit rettet ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie unmittelbar Leben”, betonte Peter Schenk, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP).

Durch das Rauchverbot wäre “eine Vielzahl langfristiger positiver Gesundheits-Effekte” auf die Gesundheit der Menschen zu erwarten. Dazu würden weniger Lungenkrebs- und COPD-Neuerkrankungen zählen. Es kommen auch weniger Kinder auf die Welt, deren Körpergröße aufgrund des – aktiven oder passiven – Rauchens der Mutter während der Schwangerschaft zu gering ist, betonten die Mediziner.

Wichtig für Jugendliche: “Nichtrauchen als Norm”

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Vorbildwirkung: “Wenn Jugendliche gemütliches Beisammensein in einem Lokal nicht mehr automatisch mit Zigarettenrauch assoziieren, werden sie weniger selbstverständlich zur Zigarette greifen”, argumentierten die Pneumologen. “Und auch zuhause – so zeigen internationale Erfahrungen – wird als Folge eines Rauchverbots in der Gastronomie weniger geraucht.” Ein Kippen des generellen Rauchverbotes in Lokalen wäre aus Sicht der Lungenfachärzte “ein schwerer Fehler mit weitreichenden Konsequenzen”.

Psychologisch setze das Rauchverbot auf mehreren Ebenen an, meint BPÖ-Präsidentin Beate Wimmer-Puchinger. “Für Jugendliche steigt die Wahrscheinlichkeit, gar nicht erst mit dem Rauchen zu beginnen, da das “Nichtrauchen als Norm” weiterhin gestärkt wird”, so die Psychologin. Zum anderen würden aber auch Raucher und Ex-Raucher von dem Rauchverbot in Innenräumen profitieren.

“Der Automatismus fällt weg, weil bewusst vor die Türe gegangen werden muss. Und ein rauchendes Umfeld animiert dazu mehr zu rauchen und das gilt auch umgekehrt”, meint Wimmer-Puchinger. Gesundheitspsychologe Rudolf Schoberberger berichtet aus eingener Erfahrung mit Patienten: “Stark abhängige Raucher haben es besonders schwer, von der Zigarette loszukommen. Besonders diese Patienten betonen immer wieder, wie wichtig es für sie ist, dass ihre Umwelt möglichst rauchfrei ist.”

Rauchverbot kostet weniger als Kranken-Behandlung

Noch ein Grund für das Rauchverbot sind laut Psychologenverband die Kosten der Folgeerkrankungen. Präventive Maßnahmen seien wesentlich günstiger als durch die Zigarettensucht entstandene Krankheiten zu behandeln. Insgesamt werde das Gesundheitssystem entlastet und Einzelpersonen mehr Lebensqualität zurückgegeben.
Für ein “Rauch-Stopp” tritt auch der österreichische Onkologiebeirat ein. Ihm geht es besonders um den Nichtraucherschutz bei der Arbeit. Eine Vielzahl an Krebserkrankungen seien auch auf das Passivrauchen zurückzuführen. Nur mit einem Rauchverbot in der Gastronomie und Diskotheken können rauchfreie Arbeitsplätze garantiert werden.

Rauchdebatte lenkt von wirklichen Problemen ab

Insgesamt sei es bedauerlich, dass das Thema “Rauchverbot” so breitgeschlagen wird, meint der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen. Das lenke von anderen Problemen wie etwa dem Anstieg von Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen oder von psychischen Erkrankungen ab. Vor allem immer mehr Jugendliche und junge Menschen seien davon betroffen.

(apa/Red)



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