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Reichelt Super-G-Weltmeister – Mayer Vierter

Reichelt macht Ski-Österreich endgültig glücklich Reichelt macht Ski-Österreich endgültig glücklich
Der Traumstart für Österreichs Alpine bei der WM in Vail/Beaver Creek geht weiter. Zwei Tage nach Anna Fenninger gewann am Donnerstag auch Hannes Reichelt auf dem Kurs des eigenen Trainers Gold im Super-G. Seinen ersten WM-Titel holte der Salzburger Beaver-Spezialist 0,11 Sek. vor dem kanadischen Sensations-Mann Dustin Cook, Adrien Theaux (FRA) wurde Dritter. Matthias Mayer verpasste Bronze knapp.

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Wie bei den Damen gab es damit auch im zweiten WM-Bewerb Gold und “Blech” für Österreich. Es hätte aber auch diesmal eine zweites Edelmetall geben können, denn Abfahrts-Mayer Olympiasieger war zu einem Podestplatz unterwegs. Zeitgleich mit Topfavorit Kjetil Jansrud verpasste Mayer Bronze um drei Hundertstel. Großartiger Sechster wurde dreieinhalb Monate nach seiner Achillessehnen-Operation Aksel Lund Svindal.

Nach der wetterbedingten Verschiebung um 24 Stunden waren nicht nur die Startnummer neu ausgelost, sondern auch der Kurs neu gesetzt worden. Österreichs Herren hatten sich am Vorabend nochmals mit Coach Florian Winkler zusammengesetzt, der ÖSV-Speedchef setzte darauf am Renntag die ersten zwei Tore noch runder.

Nach einer Trauerminute für die im Sölden tödlich verunglückten US-Nachwuchsfahrer ging es dann bei windigem Prachtwetter pünktlich los. Georg Streitberger stürzte sich mit Nummer acht als erster Österreicher in den steilsten Super-G-Starthang der Welt. Dem Salzburger gelang aber keine perfekte Fahrt, er wurde Achter. “Das war nicht gut genug für eine Medaille”, gab er später zu.

Danach nahm das übliche Super-G-Drama seinen Lauf. Gleich nach Streitberger war Bode Miller in seinem ersten Saison-Rennen mit Bestzeit unterwegs. Bei der Kompression vor dem Ziel blieb der voll riskierende 37-Jährige aber mit dem linken Arm am Tor hängen, wurde ausgedreht und kam vor den Augen seiner Familie böse zu Sturz.

Mit einer Schnittwunde am rechten Bein fuhr Miller danach aber selbst ins Ziel. Santa-Caterina-Sieger Travis Ganong war da schon ausgeschieden und die USA hatten damit früh zwei Asse verloren. Andrew Weibrecht, Titelverteidiger Ted Ligety und Steven Nyman waren ebenfalls chancenlos, WM-Gastgeber USA blieb damit im ersten Herren-Herrenrennen trotz fünf Starter ohne Medaille.

Sensationell fuhr hingegen mit Svindal der zweite große Rückkehrer. Dreieinhalb Monate nach seinem Achillessehnenriss legte der Norweger in seinem ersten Saison-Rennen eine überlegte Fahrt hin und wurde Sechster. Unerwartet stark fuhr auch Theaux. Nach einer risikofreudigen aber nicht fehlerhafter Fahrt reichte seine früh gesetzte Zeit für Bronze.

Otmar Striedinger eröffnet die Entscheidung als erster Fahrer der Topgruppe. Der Kärntner wurde aber nur 24. Viel besser machte es dann Landsmann Mayer. Der Abfahrts-Olympiasieger fuhr lange auf Medaillenkurs, ein schlechte Linienwahl im Finish kostete aber Zeit. “Ich hätte den letzten Zug direkter fahren können”, war “Mothl” klar. “Das Hundertstel-Glück hatte ich heute nicht, ich hoffe, das kommt irgendwann zurück.”

Das muss sich auch Jansrud sagen. Der norwegische Saison-Dominator versuchte es mit der Brechstange und bezahlte dafür. Gleich beim dritten Tor verhing er sich so heftig mit dem linken Arm, dass dieser im Ziel lange taub herunterbaumelte.

Unbeschwert jubeln konnte gemeinsam mit Freundin Larissa hingegen Reichelt. Der Salzburger, der bei davor acht Starts auf der Raubvogelpiste fünf Mal am Podium gewesen war und drei Mal gewonnen hatte, hielt dem Druck des Favoriten stand. Zwar hatte er im Flachen vor dem Zielsprung eine Riesen-Schrecksekunde samt Zeitverlust, seine insgesamt großartige Fahrt sichert ihm aber Gold. Reichelt ist der erste österreicherische Super-G Weltmeister seit Stephan Eberharter 2003, also seit 12 Jahren.

“Das ist ein unbeschreibliches Gefühl der Erleichterung”, sagte Reichelt, der vor einem Jahr Olympia wegen seiner Rücken-Operation verpasst hatte. Mit 34 Jahren ist der Salzburger Bormio-, Kitzbühel-, und Wengen-Sieger offenbar am Zenit seines Könnens. “Man hat schon gesagt, der Reichelt bringt es bei Großereignissen nicht”, erklärte der Sieger von neun Weltcuprennen die Genugtuung über seine erst zweite Medaille nach Silber 2011. “Ich wollte hier in Beaver meine gute Bilanz nicht zusammenhauen”, fügte er grinsend an.

Wie im Super-G üblich ließ man sich mit dem Jubel aber lange Zeit und das war gerechtfertigt. Mit Startnummer 28 raste der unbeschriebene Kanadier Cook noch zu Platz zwei und stieß Mayer und Jansrud vom Podest. Der 25-jährige Schützling des Österreichers Burkhard Schaffer aus Ottawa ist im Weltcup noch nie besser als Zwölfter gewesen.

“Man kann ihm nur gratulieren. Er war beim gemeinsamen Training vor Lake Louise schon teilweise eine halbe Sekunde voraus”, sagte Mayer. Der Überraschungs-Silberne Cook meinte: “Für viele ist das eine Überraschung, für mich nicht. Ich war immer schnell und wusste, dass ich es kann.”



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