10. März 2010 09:21; Akt.: 10.03.2010 09:21

Rektoren: Studienplanreform zum Nulltarif schwierig

Rektoren: Studienplanreform zum Nulltarif schwierig
“Bologna ist gut, die Unis haben es aber schlecht umgesetzt”.

Die Rektoren wollen sich nicht die Schuld für Mängel bei der Umstellung auf das Bologna-Studiensystem aufhalsen lassen. Er warne vor der Verallgemeinerung “Bologna ist gut, die Unis haben es aber schlecht umgesetzt”, betonte der Rektor der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, Christoph Badelt, Dienstag Abend vor Journalisten. Es mache “natürlich einen Unterschied, ob eine Umstellung mit einer Erweiterung der Ressourcen verbunden wird oder nicht”. Ähnlich argumentierte der Vorsitzende des Forums Lehre in der Universitätenkonferenz (uniko) und Vizerektor der Uni Wien, Arthur Mettinger. “Es ist schwer, Curricularreformen zum Nulltarif zu machen.”

Bei der Erarbeitung neuer Studienpläne gehe es immer auch um einen Ausgleich der Interessen zwischen den einzelnen universitären Gruppen bzw. der einzelnen Fächer in den Senaten, so Badelt. “Da zahlen wir auch den Preis für die Selbstverwaltung in diesem Bereich.” Er sei aber “äußerst skeptisch, wenn die Ministerin jetzt sagt, sie wird das jetzt von Seite des Ministeriums aus lösen”. Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (V) hatte zuletzt angekündigt, Empfehlungen an die Unis punkto Studienpläne zu erarbeiten und diese notfalls auch gesetzlich festzulegen. Badelt sieht das als nicht sinnvoll an: “Warum soll der Minoritenplatz (Anm. Sitz des Ministeriums) das besser machen?”

Die dem Bachelor-Abschluss oft vorgehaltene mangelnde Beschäftigungsfähigkeit relativierte Mettinger. Die Unis hätten die Aufgabe, beruflich vorzubilden. Neben der vielfach geforderten “Employability” müssten sie außerdem auf weiterführende Masterstudien vorbereiten.

Eine solche Sicherstellung der Beschäftigungsfähigkeit durch den Bachelor-Abschluss hat die Technische Universität Wien laut Vizerektor Adalbert Prechtl gar nicht erst angestrebt. Der Arbeitsmarkt orientiere sich nach wie vor am alten Diplomstudium mit dem Abschluss Diplomingenieur. Die Studien seien deshalb nicht verdichtet, Wahlmöglichkeiten nicht eingeschränkt worden. Was früher die Studienzweige bei den Diplomstudien gewesen seien, seien nun die Masterstudien. Das Bachelorstudium selbst habe man als “breite Grundausbildung” konzipiert. Die Studenten müssten sich nicht von Anfang an spezialisieren: “Das wäre sonst das Profil einer Fachhochschule.”

An den Medizinunis ist die Implementierung des Bachelor/Master/PhD-Systems erst seit Herbst 2009 theoretisch möglich. Der Vizerektor der Medizin-Uni Wien, Rudolf Mallinger, hält persönlich eine solche Umstellung für eine “Chance”. Man habe doch einen gewissen Anteil an Absolventen, die nie einen ärztlichen Beruf ergreifen, sondern etwa in das Pharmawesen oder den Public-Health-Bereich gehen wollen. Diesen könnte man so frühzeitig Alternativen eröffnen.

Tipps an die Studenten angesichts der angekündigten Proteste anlässlich des Bologna-Gipfels haben die Rektoren auch. Die Studenten sollten sich für ihre Anliegen in den Gremien einsetzen, statt auf der Straße, so Badelt. “Es gibt keinen einzigen Studienplan, der ohne Mitwirkung der Studenten zustande gekommen ist”, meinte Mallinger. Dass sich die Studenten trotzdem nicht einbezogen fühlten, “mag ein strukturelles Problem der Studentenvertretung sein”, so Badelt.



Artikel weiterempfehlen
  • 0

Ihre Meinung
Was meinen Sie?
Kommentare filtern  | 
KOMMENTARE FILTERN Optionen ausblenden  X


 
Sie müssen eingeloggt sein oder sich registrieren um einen Kommentar abzuschicken.
Please enter a title and content
 


Mehr auf austria.com
Klimts “Seeufer” bei Versteigerung doch nicht verkauft
Gustav Klimts erst kürzlich entdecktes Gemälde "Seeufer mit Birken" ist bei Sotheby's Impressionist and Modern Art [...] mehr »
Zweifel am Selbstmord von Priklopil im Fall Kampusch
Erneute Spekulationen rund um den Entführungsfall Natascha Kampusch: Laut dem Schweizer Nachrichtenportal "20 Minuten [...] mehr »
Mutter-Tochter-Duo ergaunerte fürs “Gesundbeten” 60.000 Euro: Haftstrafen
Über zwei Jahre wurde eine Frau von einem Mutter-Tochter-Duo erpresst. Sie drohten, falls sie kein Geld mehr [...] mehr »
Radfahren in Wien: Diese Radwege werden auch im Winter geräumt
Wer sich auch bei Eis und Schnee aufs Rad wagt, will natürlich wissen, welche Wiener Radwege auch im Winter befahrbar [...] mehr »
Gasthaus Hopfhaus startet am 12. Februar eine Aktion für Obdachlose
Nachdem ein Wiener Bordell seine Tore für Obdachlose öffnet, um diese in den kalten Nachtstunden von der Straße zu [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Der perfekte Knoten

Alejandra Alonso modelt für Calzedonia

Das perfekte Pink für Ihre Lippen

Brigitte Nielsens Opernball-Kleid besteht aus 1000 Rosen

Kim Debkowski und Rocco Stark zeigen ihre Liebe

Lena Gercke und Sami Khedira: Das ist die Basis ihrer Liebe


Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neuen Nutzer registrieren

Anmelden oder Registrieren
um Profile zu verknüpfen

{username} registrieren Sie sich jetzt neu auf VOL, um Ihr Facebook-Profil mit einem neuen Benutzer zu verknüpfen ODER klicken Sie auf Anmelden wenn Sie bereits einen VOL-Benutzer haben.


muss eine gültige E-Mail-Adresse sein


Bitte max. 32 Zeichen verwenden


Mindestens 6 Zeichen





Sie haben bereits einen VOL-Benutzer? Anmelden

Bestehendes VOL-Profil verknüpfen

melden Sie sich mit Ihrem VOL-Benutzer an ODER klicken Sie auf Neu Registrieren .


Passwort vergessen

Sie haben noch keinen VOL-Benutzer? Neuen Benutzer registrieren