Akt.:

Retrospektive zu Joan Miro in der Albertina

Eine Welt des Surrealismus und der Poesie erwartet die Besucher der Albertina ab heute, Donnerstag, Abend, wenn die Retrospektive zu Joan Miro (1893-1983) im Beisein von hohen politischen Vertretern aus Österreich und Spanien sowie des Enkels des katalanischen Künstlers eröffnet wird. Die umfangreiche Schau mit rund 100 Werken aus der gesamten Schaffensperiode hat dabei auch eine politische Note.

Korrektur melden


Miro sei nicht nur ein großer Erneuerer der Kunst des 20. Jahrhunderts gewesen, erläuterte Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder beim Pressegespräch am Vormittag, sondern sei auch zum Symbol für die Einheit Spaniens geworden. Er habe sich zwar immer als Katalane verstanden, aber auch mehrfach den spanischen König bei sich empfangen. Die Ausstellungseröffnung mit spanischen Würdenträgern bekommt am Nationalfeiertag Kataloniens angesichts von neuerlichen Sezessionsbestrebungen der Region somit eine “merkwürdig politische Bedeutung”, so Schröder.

Das Selbstverständnis des Künstlers als “internationaler Katalane”, der vor allem in den 1920er und 30er Jahren aus der Enge Barcelonas ins weltläufige Paris flüchtete, spiegelt sich auch im Titel zur Retrospektive: “Von der Erde zum Himmel” stehe für den Boden Kataloniens, der Miro geerdet habe und dem er sich nicht zuletzt in seinem Frühwerk widmete, und den Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit, nach dem der Zeitgenosse und Freund von Masson, Arp, Ernst, Breton und Picasso zeitlebens gestrebt habe, sagte der langjährige Miro-Vertraute und Co-Kurator Jean-Louis Prat.

Prat und seine Kollegin Gisela Fischer haben die Ausstellung in den völlig in Weiß gehaltenen Propter-Homines-Räumlichkeiten chronologisch angeordnet – von den noch impressionistisch beeinflussten Landschaftsbildern Anfang der 1920er über den immer stärkeren Einfluss der Dadaisten und Surrealisten in Paris, der zu einem grundlegenden Stilwechsel führte, bis zum ersten Auftauchen von kindlich-naiv anmutenden Zeichnungen, die in eine ganz persönliche Bildsprache mit immer wiederkehrenden Symbolen mündeten: Vögel, Insekten, Himmelskörper – und immer wieder Frauen.

Frauen vor dem Mond, vor der Sonne und vor Sternschnuppen, Frauen bei Sonnenaufgang und in der Nacht, Frauen als Aufbegehrende, Badende und von der Flucht Träumende, Frauen mit Vogel oder von Vögeln umringt – kaum einer der Miro-Räume kommt ohne das zentrale Motiv auf Gemälden, in Zeichnungen und als Plastiken aus. Gerade in der Stadt der Psychoanalyse zeige sich, wie sein Großvater mit poetischem Pinsel Träume und Albträume auf die Leinwand bannen konnte, sagte der Enkel Joan Miro, der die Schau als “die” Miro-Retrospektive schlechthin bezeichnete.

Entsprechend groß war das Medieninteresse, das die dritte große Surrealismus-Personale der Albertina nach Magritte (2011) und Max Ernst (2013) begleitete. Die Werkschau zu Joan Miro läuft bis 11. Jänner 2015 und umfasst rund 100 Gemälde, Papierarbeiten und Objekte, die meisten davon Leihgaben aus großen Häusern von London über New York bis Paris. Die Albertina selbst besitzt drei Hauptwerke des Künstlers.



Kommentare 0

Vă mulțumim pentru comentariul dumneavoastra. - comentariul va fi verificat de catre un editor si numai in cazul aprobarii va aparea pe site.

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig
Mehr auf austria.com
this human world Filmfestival 2017: Vorschau auf das Programm im Jubiläumsjahr
In diesem Jahr begeht das International Human Rights Film Festival this human world sein zehntes Jubiläum. Von 30. [...] mehr »
Pariser Gericht sprach “Mona-Lisa-Exhibitionistin” frei
Nach einem Nackt-Auftritt vor der berühmten Mona Lisa im Pariser Louvre ist die Performance-Künstlerin Deborah de [...] mehr »
55. Viennale startet mit Eröffnungsfilm “Lucky”
Die 55. Ausgabe der Viennale startet am Donnerstagabend mit der traditionellen Eröffnungsgala im Gartenbaukino. Zum [...] mehr »
Der neue “Asterix” ist da
"Duo cum idem faciunt, non est idem." Schon der römische Dichter Terenz wusste, dass es nicht dasselbe ist, wenn zwei [...] mehr »
Der neue Eiserne Vorhang der Staatsoper
Eine Reifeprüfung auf 176 Quadratmetern: So präsentiert sich der Eiserne Vorhang der Wiener Staatsoper in der Saison [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung

Make-up-Trends: Smokey Eyes und heller Teint

New York Fashion Week startete mit zahlreichen Stars

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Trumps Tochter war angeblich ein Punk

Zum Filmstart von “Schneemann”: Interview mit Michael Fassbender

Jennifer Lawrence: “Ich musste mich nackt fotografieren lassen”

Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung