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Schauspielhaus Salzburg “ganz nah dran”

“Ganz nah dran” lautet das Motto der kommenden Spielzeit am Schauspielhaus Salzburg. “Die Unmittelbarkeit ist das, was Theater in Zeiten virtueller Medien umso kostbarer macht”, begründete Robert Pienz, Intendant und Geschäftsführer des Schauspielhauses, anlässlich der Präsentation des Spielplans 2017/18 im Gespräch mit der APA. Eines der zentralen Projekte ist die Uraufführung von “Srebrenica”.

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“Da gehen wir als Theater selber ganz nah ran”, erläuterte Pienz. Für dieses “Rechercheprojekt” wird das gesamte Team der Produktion nach Srebrenica fahren, um sich mit Hasan Nuhanovic zu treffen. Der Mann überlebte als einziger seiner Familie im Jahr 1995 das Massaker und erhob 2010 erfolgreich Anklage gegen die Niederlande, weil deren Blauhelmsoldaten das Morden nicht verhindert hatten. Das Thema sei umso aktueller, weil heuer das Urteil über Ex-General Ratko Mladic vor dem UN-Tribunal erwartet werde, sagte Pienz. Für das Stück gibt es nur die Aufzeichnungen über die Flucht der Familie als Textbasis. Alles andere – auch die Klagen vor internationalen Gerichten – recherchiert das Team selbst. “Die Seite, dass ein Opfer sein Recht einfordert und klagt, ist genauso darstellenswert wie die Geschichte selbst”, findet Pienz. Unterstützt wird das Projekt von der Organisation Bauern helfen Bauern, die Regie übernimmt Peter Arp. Die Uraufführung ist für den 24. März 2018 geplant.

Die zweite Uraufführung der kommenden Spielzeit widmet sich der Entstehungsgeschichte des “Moulin Rouge”. Pienz verspricht einen Abend mit französischen Chansons, Akrobatik und Tanz, der sich mit “der Geburtsstunde der Moderne” auseinandersetzt. Die philosophischen, künstlerischen und politischen Positionen dieser Zeit seien bis heute gültig und aufregend, begründete er die Wahl des Themas.

Eröffnet wird die Saison 17/18 im Studio des Schauspielhauses mit der österreichischen Erstaufführung von “Illusionen einer Ehe” von Eric Assous, der einer der bekanntesten Komödienautoren Frankreichs ist. Im Saal steht als erste Produktion Oscar Wildes “Das Bildnis des Dorian Gray” auf dem Programm. Die österreichischen Autoren werden mit Ödön von Horvaths lange verschollenem Stück “Niemand” und Felix Mitterers “Jägerstätter” gepflegt. Mit “Charleys Tante” und “Frau Müller muss weg” stehen zwei Komödien auf dem Spielplan. Für das junge Publikum gibt es George Orwells “1984”, Michael Endes “Die unendliche Geschichte” und Erich Kästners “Emil und die Detektive”.

Um neues Publikum zu gewinnen, hat das Salzburger Schauspielhaus ein zusätzliches, niederschwelliges Format entwickelt: die “Sonderbar” im Säulenfoyer. “Wir wollen Menschen, die normalerweise nicht ins Theater gehen, neugierig machen”, erläuterte Pienz. Geplant sind kurze literarische Stücke, wie ein Abend mit Patrick Süskinds “Der Kontrabaß” oder der vom Linzer Installationskünstler Werner Pfeffer entwickelte “Querdenkraum”. Dreimal pro Woche soll die “Sonderbar” bespielt werden, der Eintritt pro Abend 15 Euro kosten. Ziel ist es, durch die Veranstaltungen Lust zu machen, auch einmal einen längeren Theaterabend im Schauspielhaus zu besuchen.

( S E R V I C E: Schauspielhaus Salzburg, Erzabt-Klotz-Straße 22, 5020 Salzburg, )

(APA)



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