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Opfer nach Bergsturz in der Schweiz befürchtet

Ein Bergsturz im Schweizer Kanton Graubünden hat entgegen ersten Meldungen möglicherweise doch Opfer gefordert. Sechs Personen wurden von Angehörigen als vermisst gemeldet. Gesucht wurde nach acht Personen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.

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Nähere Angaben könnten vorerst nicht gemacht werden, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei auf Anfrage der APA.

Berg rast ins Tal

Am 3.369 Meter hohen Piz Cengalo hinter dem Bergdorf Bondo hatten sich am Mittwoch Gesteinsmassen gelöst und waren ins Tal gedonnert. Es rutschten nach Schätzungen bis zu vier Millionen Kubikmeter Geschiebe mit Schlamm mit größeren Gesteinsbrocken nach. Die graue Masse schob sich direkt an den Häusern des Ortes vorbei, wie Bilder zeigten. Im Dorf gibt es ein Alarmsystem, das vor dem Murenabgang gewarnt hatte.

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Die Suche nach Vermissten war aufgrund der neuen Erkenntnisse in der Nacht auf Donnerstag intensiviert worden. Experten hatten den Bergsturz erwartet, seien aber von den mitgeschwemmten Wassermassen überrascht worden, berichtete die Lokalzeitung “Engadiner Post”. Bondo liegt an der Grenze zu Italien, rund 35 Kilometer südwestlich von St. Moritz.

Dorf evakuiert

Die Vermissten hatten sich zum Zeitpunkt Unglücks im Gebiet der Val Bondasca aufgehalten, berichtete die Kantonspolizei am Donnerstag. Im Ort Bondo selbst wurde niemand verletzt, da das Alarmsystem rechtzeitig warnte. Zwölf Objekte (Ställe und Almhütten) wurden zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen. Aus der Val Bondasca wurden einige Personen mit Helikoptern aus dem Gefahrengebiet ausgeflogen. Die Hauptstraße durch das Tal blieb vorerst gesperrt. Die Fahrbahn war sowohl unterspült als auch überspült worden, ist beschädigt und stellenweise verschüttet.

Die Bergsturzgefahr am Piz Cengalo ist seit langem bekannt. Das Gebiet wird seit Jahren vom kantonalen Amt für Wald- und Naturgefahren überwacht. Bei einer Messung Ende Juli hatten Geologen laut einem Medienbericht massiv erhöhte Felsbewegungen festgestellt. Letzte Woche war dann offenbar ein Betretungsverbot für “Maiensässe” – eine Sonderform der Alm – im gefährdeten Gebiet ausgesprochen worden.

Die Einwohner des 200-Seelen-Ortes dürfen bis auf weiteres nicht in ihre Häuser zurückkehren. Experten schlossen weitere kleinere Felsstürze im Seitental Val Bondasca nicht aus.

(APA/dpa)



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