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Schweizer laut Hochrechnung gegen schnellen Atomausstieg

Die Schweiz hat einer ersten Hochrechnung zufolge gegen den schnellen Atomausstieg gestimmt. Die Schweiz hat einer ersten Hochrechnung zufolge gegen den schnellen Atomausstieg gestimmt. - © APA
Die Laufzeit der Schweizer Atomkraftwerke wird nicht befristet. Volk und Stände haben die Atomausstiegsinitiative der Grünen am Sonntag abgelehnt, und zwar deutlicher als erwartet: 54,2 Prozent der Abstimmenden sagten Nein. Damit bleibt offen, wann das letzte Schweizer AKW vom Netz geht. Insgesamt lehnten rund 1.301.500 Personen die Initiative ab, 1.098.500 Personen stimmten mit Ja.

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Die Stimmbeteiligung lag am Sonntag mit rund 45 Prozent im Durchschnitt, doch die Vorlage spaltete die Schweiz teilweise entlang der Sprachgrenze: Vier französischsprachige Westschweizer Kantone stimmten mit Ja, am deutlichsten der Kanton Genf mit 59 Prozent, gefolgt von den Kantonen Jura und Neuenburg mit rund 57 Prozent und Waadt mit 55 Prozent. Die Kantone Freiburg und Wallis lehnten die Initiative ab, aber relativ knapp.

In den meisten Deutschschweizer Kantonen war die Initiative dagegen chancenlos. Nur die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sagten Ja, Basel-Stadt deutlich mit 60,5 Prozent, Basel-Landschaft knapp mit 50,4 Prozent. Am deutlichsten Nein sagte der Kanton Schwyz mit 68 Prozent, gefolgt von Appenzell Innerrhoden mit 66 Prozent und Nidwalden mit 65 Prozent.

Knapperes Resultat erwartet

In den Umfragen war das Volksbegehren, das die Grünen nach der Atomkatastrophe von Fukushima lanciert hatten, auf viel Sympathie gestoßen. Erwartet wurde daher ein knappes Resultat. Doch bereits um 12.30 Uhr stand das Nein fest.

Bei einem Ja hätten die AKW Beznau I und II sowie Mühleberg 2017 abgeschaltet werden müssen, Gösgen 2024 und Leibstadt 2029. Nun bleiben die Atomkraftwerke solange am Netz, wie die Aufsichtsbehörde sie als sicher einstuft – sofern die Betreiber sie nicht aus wirtschaftlichen Gründen abschalten. Durchgesetzt haben sich damit die bürgerlichen Parteien und Wirtschaftsverbände, die vor Versorgungslücken, Dreckstromimporten und hohen Kosten warnten.

Ländle-Grüne enttäuscht

In einer ersten Reaktion aus dem Ländle hat sich der Vorarlberger Grünen-Klubobmann Adi Gross enttäuscht über den voraussichtlichen Ausgang der Volksabstimmung geäußert. “Die Atomkraftwerke in der Schweiz, die noch dazu besonders alt sind, sind eine potentielle Gefahr für die Bevölkerung, auch bei uns.” Ein Weiterbestehen verhindere zudem den Ausbau erneuerbarer Energieträge. Die großen Schweizer Parteien hätten sich offenbar von der Atomwirtschaft einspannen lassen und sich deshalb gegen die Initiative gestellt.

Die Vorarlberger ÖVP zeigte sich ähnlich enttäuscht, auch VP-Umweltsprecher Bernhard Feuerstein sprach von einer “verpassten Chance” für eine nachhaltige Energiewende. Feuerstein glaubt, dass die Schweiz so zudem den Anschluss an die Modernisierung des europäischen Strommarkts verpassen würde, schließlich werde der Trend zu erneuerbaren Energieträgern immer stärker.

“Zusätzlich müssen auch die Nachbarländer weiterhin mit den Risiken der Atomtechnologie leben”, meinte Feuerstein. Die Entscheidung der Schweizer Bürger sei jedoch zu akzeptieren.

(APA/Red.)



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