Akt.:

Secession hält Beethovenfries-Rückgabe nicht gerechtfertigt

Die “Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession” und die “Gesellschaft der Freunde der Secession” haben am Dienstag erneut ihre Haltung bekräftigt, dass die Rückgabe des Beethovenfrieses von Gustav Klimt “aus unserer Sicht nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch nicht gerechtfertigt” sei. Am Freitag wird der Kunstrückgabebeirat den Fall behandeln und voraussichtlich entscheiden.

Korrektur melden


Verwiesen wird in der heutigen Aussendung auf die bei Rechtsanwalt Christian Hauer und Zeithistoriker Oliver Rathkolb beauftragte Gegendarstellung, die am 13. November 2013 Kulturministerium und Rückgabebeirat als “Anregung, den Fries nicht zu restituieren” vorgelegt wurde. “Aus unserer Sicht sind die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Rückgabe des Beethovenfrieses nicht gegeben. Aufgrund einer klaren Faktenlage steht fest, dass Erich Lederer beim Abschluss des Kaufvertrages mit der Republik Österreich weder unter ‘Zwang’ noch unter ‘Druck’ gehandelt hat”, heißt es darin. “Erich Lederer hat den Fries zu einem von ihm selbst aus freien Stücken ausgehandelten und als angemessenen empfundenen Kaufpreis an die Republik Österreich verkauft.”

Einem Detail der Stellungnahme widerspricht jedoch Rechtsanwalt Alfred Noll, der in diesem Fall eine Gruppe von acht Erben nach Erich Lederer vertritt, energisch. “Seit dem persönlichen Brief von Bundeskanzler Bruno Kreisky an Erich Lederer vom 30. Mai 1970 wurde nur noch über den Ankauf des Frieses durch die Republik Österreich und insbesondere über die Höhe des Kaufpreises verhandelt”, heißt es in der Unterlage. Ein Verfahren nach den Bestimmungen des Kunstausfuhrverbotsgesetzes StGBl Nr 90/1918 sei “somit nicht anhängig” gewesen. “Das entspricht nicht den Tatsachen”, so Noll zur APA.

Belegt sei laut Noll vielmehr ein Schreiben des Bundesdenkmalsamtes (BDA) vom 19. Jänner 1971, in dem auf ein Ausfuhransuchen Lederers vom 3. Juli 1967 Bezug genommen wird, und in dem es u.a. heißt: “Das BMfU (Unterrichtsministerium, Anm.) erteilte hiebei dem BDA die Weisung, das Ausfuhransuchen mit Rücksicht auf die laufenden Ankaufsverhandlungen dilatorisch (verzögernd, Anm.) zu behandeln. Das BDA tritt nach wie vor für eine Ausfuhrsperre ein.”

Für die Secession haben jedenfalls die Erben “die Novellierung des Kunstrückgabegesetzes im Jahre 2009 zum Anlass für ihre ‘Ansprüche’ genommen, indem sie entgegen den Tatsachen behaupten, der Kaufvertrag von Erich Lederer mit der Republik Österreich sei nur unter Druck zustande gekommen.” Gleichzeitig wird jedoch neuerlich bekräftigt, nicht nur “die Zielsetzungen des Kunstrückgabegesetzes – auch in dessen Fassung der Novellierung im Jahr 2009 -” uneingeschränkt zu bejahen, sondern auch alle künftigen Entscheidungen ohne Einschränkungen zu respektieren.

Der Beethovenfries ist seit 1986 als Leihgabe des Belvedere in einem eigenen Raum im Untergeschoß der Secession zu sehen. Zwei Erbengruppen nach dem Vorbesitzer Erich Lederer haben 2013 Anträge auf Rückgabe des 1972 von der Republik Österreich erworbenen Kunstwerks gestellt. Für eine Rückgabe ist der “enge Zusammenhang” dieses Kaufs mit einem Verfahren nach dem Kunstausfuhrverbotsgesetz ausschlaggebend.



Kommentare 0

Vă mulțumim pentru comentariul dumneavoastra. - comentariul va fi verificat de catre un editor si numai in cazul aprobarii va aparea pe site.

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig
Mehr auf austria.com
Harry-Potter-Erstausgabe erzielt bei Auktion 68.000 Euro
Eine seltene Erstausgabe des ersten Harry-Potter-Bandes hat bei einer Versteigerung in den USA nach Angaben des [...] mehr »
documenta verkündet Besucherrekord
Die Kunstausstellung documenta in Kassel und Athen hat überraschend einen Besucherrekord verkündet. "Mehr als eine [...] mehr »
Burgtheater trauert um Gerhard Blasche
Das Burgtheater hat am Dienstag von seinem Ehrenmitglied Gerhard Blasche Abschied genommen. Der langjährige [...] mehr »
Klimt Foundation ersteigerte ausrangierte Regierungsbank
Die Wiener Klimt-Foundation hat bei der heutigen Online-Auktion des Dorotheums die ausrangierte Regierungsbank erworben. [...] mehr »
Iran schickt Film einer Frau ins Oscar-Rennen
Der Iran schickt den Film einer Frau ins Oscar-Rennen. Das islamische Land reichte bei der Oscar-Akademie den Film [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung

Make-up-Trends: Smokey Eyes und heller Teint

New York Fashion Week startete mit zahlreichen Stars

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Blond wie Khaleesi – Emilia Clarkes neue Frisur

Taylor Swift: Von der Diva zum Zombie

Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung